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Bis zu 610 große Lkw täglich fahren künftig den Westfleisch-Standort am Hübelkamp an. Der Weg führt sie auch über die Kreuzung Schulte-Hubbert (Foto) und die Lukas-Kreuzung in Datteln.

Sechs Prozent Westfleisch-Lkw

Stadt zählt 138.000 Fahrzeuge pro Woche

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OER-ERKENSCHWICK - Der Anteil der Westfleisch-Lkw am Verkehrsaufkommen vom Standort Hübelkamp von und in Richtung Autobahn 2 in Henrichenburg als auch von uns zur Autobahn 43 liegt aktuell bei rund drei Prozent und wird künftig auf bis zu sechs Prozent ansteigen. Das haben aktuelle Messungen der Stadt OE ergeben.

Demnach wird die Ortsumgehung Horneburg, also der Landwehrring, täglich von rund 530 Lkw in beiden Richtungen befahren. Dabei handelt es sich sowohl um kleinere Laster mit einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen, als auch um 30-Tonnen-Lastzüge, die unter anderem (!) das Unternehmen Westfleisch ansteuern. Hinzu kommen rund 8.600 Pkw.

Auf der Horneburger Straße ist die Belastung höher. Hier wurden zwischen Westfalenring und Industriestraße rund 790 Lkw-Bewegungen pro Tag in beide Fahrtrichtungen gezählt – plus gut 11.100 Pkw. Ermittelt hat diese Zahlen die Stadt Oer-Erkenschwick mit ihrem Seitenradar-Messgerät über die Dauer von jeweils einer Woche.

Verdopplung der Viehtransporte

Hintergrund der Messung ist die Diskussion über die Verkehrsbelastung der Horneburger Straße, der Kreuzung Schulte-Hubbert und der Lukas-Kreuzung in Datteln. Und das in Bezug auf die Tatsache, dass der Kreis im Sommer dem Fleischwarenunternehmen Westfleisch die Verdopplung seiner Schlachtzahlen genehmigt hat. Damit einher geht dann auch eine Verdopplung der Fleisch- und Viehtransporte. Die sollen, wenn die Schlachtungen die Maximalzahl von rund 100.000 Schweinen pro Woche erreicht haben, von jetzt 610 auf dann 1.220 Lkw-Bewegungen ansteigen. Das bedeutet: Der Anteil der Westfleisch-Lkw am Gesamtverkehrsaufkommen auf dem Landwehrring liegt aktuell bei rund drei und zukünftig bei maximal sechs Prozent.

„Aus unserer Sicht ist damit die Kreuzung Schulte-Hubbert nicht überlastet“, sagt der städtische Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak. Probleme sieht er dagegen schon bei der Lukas-Kreuzung in Datteln. „Die langen Warteschlangen zu Stoßzeiten an dieser Kreuzung gibt es aber schon seit vielen Jahren. Bislang ist da leider nichts unternommen worden“, bedauert Grzeskowiak.

Behördengespräch in Planung

Sowohl auf der Horneburger Straße als auch auf dem Landwehrring wird teils deutlich zu schnell gefahren. Auch das haben die Messungen der Stadt Oer-Erkenschwick ergeben. - Spitzenreiter ist ein Autofahrer, der auf der Horneburger Straße zwischen den Einmündungen Westfalenring und Industriestraße morgens zwischen 5 und 6 Uhr mit 160 Stundenkilometern unterwegs war. Erlaubt ist dort nur Tempo 50. Hätte man ihn „geblitzt“, würde er mit mindestens 600 Euro Geldstrafe, einem dreimonatigen Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg bestraft. - Auch auf dem Landwehrring wird gerast. Dort sind 70 Stundenkilometer erlaubt. Hier wurde mit dem Seitenradar-Messgerät ein Pkw registriert, der 132 Stundenkilometer auf dem Tacho hatte. Hinzu kommen weitere Pkw-Fahrer mit 110 km/h.

Das könnte sich bald ändern. Denn in Kürze soll ein Behördengespräch unter Federführung der Bezirksregierung stattfinden. Teilnehmen werden neben der Stadt auch die Nachbarkommune Datteln, der Kreis und der Landesbetrieb Straßen NRW. Die Stadt sieht vor allem die Landesbehörde in der Pflicht, für ausreichend dimensionierte und funktionsfähige Verkehrswege zu sorgen, weil Oer-Erkenschwick ansonsten in seiner Gewerbepolitik eingeschränkt werden könnte.

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