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Die Grafik zeigt den Anteil von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund in den vier Grundschulen (brauner Balken). Der untere weiße Balken zeigt jeweils den Anteil aller Kinder, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben. In der Clemens-Höppe-Schule befinden sich noch sieben weitere Kinder im Anerkennungsverfahren.

Sozialarbeiterinnen ziehen Bilanz

Multikulti-Schule ist der Normalfall

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OER-ERKENSCHWICK - Inklusiver Unterricht und Multikulti-Betrieb machen die Schulsozialarbeiterinnen in den Grundschulen inzwischen unverzichtbar. Die Finanzierung von Schulsozialarbeit stand aber schon oft auf der Kippe.

Zwei Sozialarbeiterinnen sind zur Stelle, wenn es Probleme mit Hausaufgaben oder Mobbing gibt, wenn Eltern Rat brauchen. Angelika Bronner hat jeweils eine halbe Stelle in der Ewald- und Haardschule, Gabriele Stern in der Albert-Schweitzer- und Clemens-Höppe-Schule.

In ihrer aktuellen Jahresbilanz wird deutlich, dass Schüler mit Migrationshintergrund nicht nur ein Rapener Phänomen sind. Die Höppeschule hat mit 54 Prozent zwar den höchsten Anteil von Kindern, deren Familien ihre Wurzeln in anderen Ländern haben. Aber auch die Haardschule kommt aktuell auf einen Anteil von 34 Prozent, noch vor der Albert-Schweitzer-Schule mit 32 Prozent.

Multikulti in der Schule ist heute der Normalfall. „Bei 33 Kindern wird nur türkisch, bei 21 Kindern nur rumänisch und bei neun Kindern nur arabisch zu Hause gesprochen. Außerdem werden in der Höppeschule Kinder aus Bulgarien, Ungarn, Polen, Slowenien, Italien, Kosovo, Lettland, Vietnam, Mazedonien, Litauen, Äthiopien, Albanien und Pakistan unterrichtet“, sagte Gabriele Stern. Auch in der Haardschule gibt es ein buntes Völkergemisch: Die 76 Kinder mit Migrationshintergrund kommen aus 16 Nationen.

Die Bemühungen um den Abbau von Sprachdefiziten kosten die Schulsozialarbeiterinnen zwar viel Energie. Eine zusätzliche Herausforderung sind inzwischen aber die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Schulsozialarbeiterinnen sollen die Lehrer und Klassenassistenten bei der Inklusion von Kindern mit Defiziten unterstützen. Nur die Albert-Schweitzer-Schule ist aktuell kein „Ort des gemeinsamen Lernens“, weil dort keine Sonderpädagogen unterrichten. Kinder mit Förderbedarf müssen bei Feststellung die Grundschule wechseln.

Dieser Förderbedarf steht indes in keinem Zusammenhang mit dem Migrationshintergrund. Es handelt sich um Kinder mit sozialen und emotionalen Störungen, körperlichen und motorischen Entwicklungsstörungen, Lernschwächen und Sprachstörungen.

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