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Auf einem Feldweg an der Stadtgrenze zu Marl-Sinsen wurden rund 100 Reifen illegal abgelegt. Es war einer auffälligsten Funde seit Jahresbeginn.

Stadt schlägt Alarm

52 wilde Müllkippen in nur vier Monaten

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OER-ERKENSCHWICK - Illegal abgeladener Müll wird zum großen Problem. In viereinhalb Monaten sind 52 Fälle von wilden Müllkippen bekannt geworden. Wenn es sich dabei nicht nur um kleine Säcke handelt, dann ist was faul. "Es ist wirklich unglaublich, was unsere Mitarbeiter alles entdecken“, sagt Barbara Sosna, Fachdienstleiterin Ordnung, Jugend und Soziales, bei der Stadtverwaltung.

Die Rechnung ist schnell gemacht. Wenn Mitarbeiter des Bauhofes ausrücken, um den Unrat zu beseitigen und zu entsorgen, kann man im Durchschnitt von 125 Euro pro Einsatz ausgehen. Kosten, die zu Lasten der Allgemeinheit gehen – ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das seit geraumer Zeit personell unterbesetzte Bauhof-Team Besseres zu tun hat als zehn- bis 15 Mal im Monat für solche Sachen auszurücken. Und auch die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) werden zunehmend zu Mülldetektiven.

Besonders der Mai ist schon jetzt als „maximaler Müllmonat“ in Erinnerung. Elf Tage ist es her, da staunten die Mitarbeiter der Stadt an der Grenze zu Sinsen nicht schlecht. Auf einem Feldweg wähnte man sich wie in einer Autowerkstatt. Fein säuberlich, teils noch auf Felgen, waren dort rund 100 Reifen aufgetürmt. Ein weißer Transit einer Autovermietung soll dort gesichtet worden sein. Doch von den Verursachern fehlt jede Spur.

„Das war die auffälligste Geschichte“, sagt Sosna, die aber noch von vielen weiteren Vergehen berichtet. Am 10. Mai spielten Unbekannte am Buschkamp das Spiel „Ich stell den Sperrmüll raus, wie es mir gefällt.“ Von in diesem Fall üblichen Terminvereinbarungen mit dem Bauhof schienen die Müllsünder nichts zu halten.

Der riesige Sack Glaswolle auf dem Parkplatz an den Grillhütten, der regelmäßige Unrat auf der Schultenstraße oder der mitten auf dem Fußweg vor der Neuen Mitte auf dem Berliner Platz abgestellte Sperrmüll, sie waren für die Ordnungshüter ebenfalls Tagesgeschäft. Ärgerlich: Die meisten Sünder kommen ungeschoren davon. Nur in sieben der 52 Fälle wurden die Täter ermittelt. Wer etwas bemerkt, sollte sich umgehend mit der Stadt, (Tel. 691-0) in Verbindung setzen.

Lobenswerte Eigeninitiative: Die Planungen für den zweiten privaten Besentag laufen an.

Und wieder sorgt ein Fall von Vandalismus für Aufregung, die Täter waren besonders dreist.

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