+
Buchhändlerin Regina Martach (52) fühlt sich auf der oberen Stimbergstraße im Stich gelassen. Ein Ladenlokal in der City kann sie sich nicht leisten. Dort hat zuletzt eine Buchhandlung geschlossen, weil es sich nicht rentiert hat.

Stimbergstraße

Dauerparker blockieren den letzten Buchladen

  • schließen

OER-ERKENSCHWICK - Das Rathaus bastelt an einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Derweil kämpft Buchhändlerin Regina Martach um ihre Existenz und fühlt sich dabei von der Stadt allein gelassen.

Kunden sollten nach der Schließung von „Hansens Bücherecke“ am Berliner Platz eigentlich nicht das Problem sein. „Bloß blockieren häufig Dauerparker mein Geschäft und irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Bürger gar nicht wissen, dass es an der oberen Stimbergstraße auch eine Buchhandlung gibt“, sagt die Geschäftsfrau.

Bereits 2015 fragte sie beim Ordnungsamt an, ob man zwischen Knappenstraße und AWO-Heim eine Parkscheibenregelung einführen könne. Nach mehreren Telefonaten und einem schriftlichen Antrag gab es eine Absage vom Rathaus. Sie solle erst mal mit den Anwohnern sprechen: Die Stadt würde dort keine Schilder aufstellen, die sie wieder abbauen müsse, wenn sich jemand über die Parkscheibenregelung beschweren würde. Martach kann das nicht nachvollziehen: „Ein bisschen weiter unten kann man auf der Stimbergstraße bis Blumen Ridder auch nur mit Parkscheibe parken.“

Händlerin fühlt sich abgehängt

Weil der Buchladen, eingeklemmt zwischen Fitnessstudio und Versicherungsbüro kaum auffällt, wollte sie im Frühjahr diesen Jahres eine Markise mit Werbung anbauen. „Wegen des Radweges habe ich dafür keine Genehmigung bekommen. Maximal 80 Zentimeter hätte ich die Markise ausziehen dürfen – zu wenig“, sagt die Geschäftsfrau.

Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister habe sie das Parkproblem noch mal angesprochen. Darauf gab es genauso wenig Reaktionen, wie auf ihre Initiative bei der „Heimat shoppen“-Aktion Anfang September auch die obere Stimbergstraße mit einzubeziehen. Die Buchhändlerin, die sich regelmäßig für wohltätige Zwecke wie das Laden-Projekt, engagiert, fühlt sich abgehängt.

Pressesprecher Peter Raudszus erklärte auf Nachfrage, dass die Stadt an dieser Stelle keinen erhöhten Parkdruck sehe: „Eine Markise können wir aus verkehrssicherungsrechtlichen Gründen tatsächlich nicht genehmigen. Frau Martach sollte einen Umzug in Erwägung ziehen, City-Leerstände gibt es genug.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

30-Meter-Baum stürzt in Herten auf ein vorbeifahrendes Auto - jetzt ermittelt die Polizei
30-Meter-Baum stürzt in Herten auf ein vorbeifahrendes Auto - jetzt ermittelt die Polizei
Keine Spieler - Horst-Emscher sagt Spiel bei Vestia Disteln ab
Keine Spieler - Horst-Emscher sagt Spiel bei Vestia Disteln ab
Drei Verletzte bei Unfall in Herten - Autos werden komplett zerstört 
Drei Verletzte bei Unfall in Herten - Autos werden komplett zerstört 
TV-Eklat um Tim Mälzer - Koch vergreift sich gegenüber Zuschauerin im Ton
TV-Eklat um Tim Mälzer - Koch vergreift sich gegenüber Zuschauerin im Ton
Nach schwerer Krankheit:  Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist  gestorben
Nach schwerer Krankheit:  Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist  gestorben

Kommentare