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Die Parkscheibenregelung an diesem Stück der Stimbergstraße wird von Kaufleuten und Wohnungsmietern unterschiedlich bewertet. Ein Knöllchen für einen Parkscheibenverstoß kostet zehn Euro.

Stimbergstraße

Lob und Tadel für neue Parkregelung

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OER-ERKENSCHWICK - Seit rund vier Wochen gilt auf der Stimbergstraße südlich des AWO-Treffs eine Parkscheibenpflicht. Einige Geschäftsleute begrüßen die neue Regelung – viele Anwohner allerdings nicht.

Timo Nietsch ist einer der Anlieger, die sauer auf die Stadt sind. Er ist seit fünf Jahren Mieter einer Wohnung im Gebäude des Netto-Marktes und stellt seinen Wagen seitdem auf dem Parkstreifen an der Stimbergstraße ab. „Jetzt habe ich zum dritten Mal ein Knöllchen bezahlen müssen. Mir reicht es langsam“, sagt der Selbstständige. Nietsch hält die neue Parkregelung für falsch. „Wo sollen denn die vielen Mieter der Wohnungen über den Geschäften mit ihren Autos hin? Die bisherige Parkfreiheit hatte sich doch bewährt“, sagt Nietsch. Und mit dieser Meinung ist er nicht allein. Seit dem Einführen der neuen Parkregelung häufen sich beim Ordnungsamt die Beschwerden über die Knöllchen.

Rückblick: Eingeführt wurde die Parkscheibenpflicht, nachdem sich Buchhändlerin Regina Martach dafür stark gemacht hatte. Unterstützung bekam sie dabei auch von den Ratsfraktionen der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) und der Bürgervereinigung (BOE). „Nachdem wir noch einmal mit den Geschäftsleuten gesprochen hatten, haben wir die Parkscheibenregelung schließlich eingeführt“, sagt dazu Bürgermeister Carsten Wewers. Der Verwaltungschef hatte aber bereits vor Wochen vermutet, dass die neue Parkregelung bei den Anliegern nicht gut ankommen wird.

Wewers sieht die Parkscheibenpflicht auch heute noch kritisch. „Die Schilder stehen jetzt. Und damit gilt auch die Pflicht, die Parkscheibe zu benutzen. Aber dass sich jetzt so viele Anwohner über die Knöllchen ärgern, ist für mich ein weiterer Beweis dafür, dass wir als Stadtverwaltung nicht gleich jedem Bällchen hinterher rennen dürfen.“ Und Stadtplaner Bernd Immohr ergänzt: „Gerade beim Thema Verkehr muss immer die Gesamtsituation betrachtet werden. Wenn ich an einer Stelle etwas ändere, hat das woanders direkte Auswirkungen.“

Wewers kündigt an, die Situation in dem Bereich der Stimbergstraße zwischen AWO-Treff und der Einmündung Knappenstraße weiter beobachten zu wollen. „Dann werden wir noch einmal das Gespräch mit den Geschäftsleuten suchen und nachfragen, ob sich für sie etwas zum Positiven verändert hat“, sagte der Bürgermeister.

„Die neue Regelung hat sich ausgezahlt“, sagt Buchhändlerin Regina Martach. „Die Kunden sind zufrieden. Und gerade jetzt im Weihnachtsgeschäft macht es sich sprichwörtlich bezahlt, dass die Besucher in unmittelbarer Ladennähe parken können.“ Auch Sezgin Uzun, Betreiber des benachbarten Sonnenstudios, zeigt sich zufrieden. „Unsere Kunden freuen sich über freie Parkplätze.“ Und Juwelier Habbo Visser meint: „Wir haben deshalb nicht mehr Umsatz, aber für die Kunden ist das schon schön.“

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