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Besonders in Außenbereichen, wie hier die Bushaltestelle „Schulstraße“ in Oer, werden verglaste Wartehäuschen für Vögel zur Todesfalle.

Vogelschlag

Nachrüstung ist für Vestische zu teuer

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OER-ERKENSCHWICK - Auf ihrer morgendlichen Radtour hat die Oer-Erkenschwickerin Dörte Heidenreich (66) den ersten toten Singvogel in diesem Jahr an der Bushaltestelle „Schulstraße“ entdeckt: „Die Blutspuren lügen nicht, die Meise ist offensichtlich mit der Glasscheibe des Buswartehäuschens kollidiert.“

Vogelschlag nennt man dieses Phänomen, das jährlich mindestens 18 Millionen Vögel das Leben kostet. Für die gefiederten Tiere ist Glas ein unsichtbares Hindernis, da es entweder transparent ist, oder die Umgebung widerspiegelt. Dörte Heidenreich hatte im vergangen Sommer auf das Problem aufmerksam gemacht, nachdem sie innerhalb einer Woche neun tote Vögel an Buswartehäuschen vorfand.

Eine kurzfristige Lösung zur Entschärfung der Todesfallen kann die Vestische noch nicht präsentieren. Fakt ist: Schwarze Vogel-Silhouetten oder schwarz-weiße Kontraststreifen wie sie an den neuesten Buswartehäuschen angebracht sind, können die Zahl der Todesfälle nicht verringern. Nach Gesprächen mit Experten vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) favorisiert die Vestische nun ein geriffeltes Glas, das auch Vögel als Hindernis erkennen können.

„Eine nachträgliche Umrüstung aller 600 Bushaltestellen in unserem Bereich ist wirtschaftlich aber nicht tragbar. Das würde einen sechsstelligen Betrag kosten, und wir bekommen dafür keine Fördermittel“, sagte Vestische-Sprecher Norbert Konegen. Dazu kommen weitere 700 Wartehäuschen, die von Städten oder Werbefirmen aufgestellt wurden. Die Vestische will nun aber bei der Ausschreibung von neuen Buswartehäuschen eine vogelsichere Verglasung zur Bedingung machen.

Bei seiner transparenten Linie will der Nahverkehrsbetreiber auf jeden Fall bleiben. Konegen: „Vordringlichstes Ziel bleibt, an den Haltestellen für Fahrgäste keine Angsträume mehr zu schaffen. An zweiter Stelle steht die Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte mit sichtbaren Kontraststreifen.“

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