„Wellcome“

Praktische Hilfe nach der Geburt

OER-ERKENSCHWICK - Wird ein Kind neu geboren, schweben die Eltern zunächst meist auf rosa Wolken. Doch viele merken schnell: „Das ist anstrengender als gedacht“, und manche junge Familie gerät an ihre Grenzen. Für solche Fälle stehen die „Engel“ des Projekts „wellcome“ in den Startlöchern.

„Wellcome“ – absichtlich mit zwei „l“ geschrieben, denn es stecken die beiden englischen Begriffe „wellness“ und „welcome“, also willkommen, drin – ist ein Angebot der Lebenshilfe. Die ersten „Wellcome“-Helfer gab es 2002 in Hamburg, die Idee breitete sich in ganz Deutschland aus und wird seit 2008 auch in Waltrop und Castrop-Rauxel umgesetzt.

Die Idee: Wer nach der Geburt Hilfe braucht, wendet sich an „wellcome“, und dann kommt für die nächsten Monate ein- bis zweimal die Woche eine ehrenamtliche Helferin in die Familie. Die kümmert sich um das Baby, spielt mit dem Geschwisterkind oder kommt mit zum Kinderarzt – je nachdem, was gerade dazu geeignet ist, die Mutter zu entlasten. Pia Althoff, die „wellcome“ bei der Lebenshilfe koordiniert, erklärt: „Wie die Mutter die Zeit nutzt, bleibt ihr überlassen.“ Mit einer Freundin telefonieren, zum Friseur gehen, dringend benötigten Schlaf nachholen – ganz egal. Allerdings: Die „wellcome“-Engel sind kein Babysitterdienst auf Abruf, keine Haushalts-Hilfe und kein Notfalldienst.

Kontakt zu „wellcome“ über Pia Althoff, Tel. 0 23 09/95 88 21 Wer sich über „wellcome“ helfen lassen möchte, muss (mindestens) ein Kind unter einem Jahr haben. Die Familien zahlen einmalig eine Gebühr von zehn Euro und zudem einen Stundensatz von ein bis fünf Euro. Neue Ehrenamtliche werden immer gesucht.

Wie notwendig die Hilfen sind – auch in Zeiten geänderter gesellschaftlicher Bedingungen, in denen beispielsweise Großeltern nicht immer greifbar sind –, wird den Ehrenamtlichen immer wieder klar: „Es ist total legitim, wenn man sagt, ,jetzt kann ich nicht mehr, ich brauche Hilfe’ oder wenn man zeitweilig von den eigenen Kindern genervt ist“, ermuntert Pia Althoff. Mit vollem Energie-Tank könne man dann später wieder auf die Rennstrecke gehen.

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