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Suche nach dem Verursacher: (v.r.) Thorsten Ignaszak, Uwe Böhm und Bauhofleiter Gerold Schmelter durchforsten hier die wilde Müllkippe im Esseler Bruch. Dazu gehört noch ein großer Haufen mit blauen Säcken.

Zahl wächst

Wilde Müllkippe im Wildschutzgebiet

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OER-ERKENSCHWICK - Die Zahl der wilden Müllkippen nimmt dramatisch zu. Dabei nehmen die Täter noch nicht mal auf Wildschutzgebiete Rücksicht.

Im Esseler Bruch türmen sich seit dieser Woche blaue Abfallsäcke, die womöglich aus einer Wohnungsauflösung stammen. In den vergangenen drei Monaten verzeichnete das Ordnungsamt pro Woche fünf bis sechs illegale Müllkippen – vorwiegend in den Außenbereichen. „Zwei davon befinden sich auf städtischem Grund. Letztlich muss der Bürger über die Gebühren für die Restmülltonne für diese Umweltsünden bezahlen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Hinz.

Etwa zehn Kubikmeter Müll verteilt auf zwei große Haufen müssen die Bauhof-Mitarbeiter entsorgen. „Einsammeln wäre viel zu aufwendig. Da müssen wir mit einem Radlader und einem Container ran“, sagt Bauhofleiter Gerold Schmelter. Zwischen Playstation-Spielen und Kinderspielzeug entdecken die Bauhof-Männer Postpäckchen mit Adressaufkleber. Der Empfänger wohnt im Oberbergischen. Womöglich ist das ein Fingerzeig bei der Ermittlung des Müllsünders.

Hinweise auf die Besitzer

„Wir finden in wilden Müllkipppen häufig solche Hinweise, seien es alte Kontoauszüge oder Mietverträge“, sagt Hinz. Wir geben diese Informationen an die Kreisverwaltung weiter. Der Kreis ist als Untere Abfallwirtschaftsbehörde zuständig für die Verfolgung solcher Delikte“, sagt Hinz. Die Erfolgschancen solcher Ermittlungen sind allerdings geringer als der Aufwand. Der Kreis schaltet dabei auch die Polizei ein. Die Stadt aus dem Oberbergischen ist jedenfalls schon zum zweiten Mal auf einem Adressaufkleber aufgetaucht, der in Müllhaufen im Außenbereich gefunden wurde.

Die Ordnunsgamtsleiterin hegt den Verdacht, dass unseriöse Dienstleister, die Wohnungen auflösen, alles Unbrauchbare in der Natur abkippen, um die Entsorgungskosten zu sparen. „Der Müll, den wir in solchen Fällen finden, ist kein kostenloser Sperrmüll, sondern kostenpflichtig“, sagt Schmelter. So konnte zuletzt der Adressat aus einem Müllfund ermittelt werden. „Der Mann war bereits verstorben. Möglicherweise waren auch Familienangehörige die Müllsünder“, meint Hinz. Fakt ist: Der Müll stammt in der Regel nicht aus Oer-Erkenschwick, sondern kommt von auswärts aus Recklinghausen, Herne oder Castrop-Rauxel.

Um die Räumung von Müllkippen auf privaten Grundstücken muss sich übrigens der Eigentümer selbst kümmern. „Wenn Bürger uns solche Delikte melden oder wir entdecken sie selbst, dann informieren wir ebenfalls die Kreisverwaltung“, sagt Hinz. Die Grundstückseigentümer werden dann angeschrieben und aufgefordert die Müllkippe zu beseitigen. Der Bauhof bleibt dann außen vor. Mitarbeiter des Ordnungsamtes überprüfen lediglich den Vollzug der Räumung.

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