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Im „Zwergenclub Oer“ kommt nie Langeweile auf: (v.l.) Franz, Kara, Frieda, Lia, Rita Tappe mit Jakob und Bianca Burstedde essen am Küchentisch nicht nur Zwischenmahlzeiten, sondern spielen dort auch.

Zwergenclubs

Jugendamt sucht Tagespflegeeltern

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OER-ERKENSCHWICK - In Oer-Erkenschwick werden Kita-Plätze knapp. Das Jugendamt geht jetzt in die Offensive und sucht zusätzliche Kindertagespflegemütter und -väter.

Ein besonderes Interesse hat die Stadt an der Einrichtung von Großtagespflegestellen. „Zwei Tagespflegepersonen können dort bis zu neun Kinder gleichzeitig betreuen“, sagt Ivonne Pfeiffer. Leiterin des Sozialpädagogischen Dienstes. Bisher gibt es am Stimberg nur eine Einrichtung dieser Größenordnung. Das ist der „Zwergenclub Oer“. Rita und Josef Tappe haben ihn 2008 gegründet. Inzwischen ist Tochter Bianca Burstedde (34) mit eingestiegen, ihr Vater tritt mit 67 Jahren etwas kürzer.

Am Dienstagmorgen um 9.45 Uhr sitzen sechs Kinder am Frühstückstisch in der Zwergenclub-Zentrale an der Buschstraße. „Wir machen um diese Zeit immer Fingerspiele mit den Kindern und singen. Außerdem gibt es eine kleine Zwischenmahlzeit, damit die Zwerge bis zum Mittag durchhalten“, sagt Rita Tappe. Frieda (2) knabbert an ihrer Banane und einem Knusperbrot: „Ich spiele hier mit der Kara.“ Ihr Zwillingsbruder Franz ist auch im Zwergenclub. Jakob ist mit elf Monaten aktuell das jüngste Mitglied. Nach der Stärkung wechselt die Großtagespflegestelle ihren Standort. „Im Sommer sind wir oft in der Kindervilla an der Wilhelmstraße“, sagt Bianca Burstedde. Da lachen im Garten sogar die Hühner, wenn dort die Tagespflegekinder spielen.

Aktuell verfügt das Jugendamt über 87 Kindertagespflegeplätze. Gemeldet sind 49 Tagespflegeeltern, davon sind 32 aus Oer-Erkenschwick. Bis zum dritten Lebensjahr können Eltern zwischen Kindergarten und Tagespflege wählen. Ab dem dritten bis zum 14. Lebensjahr gibt es Tagespflege nur als Ergänzung zum Beispiel in Randzeiten. Bei drei Pflegekindern mit jeweils 35 Stunden pro Woche bekam eine Tagesmutter bisher 2.147 Euro. Seit 1. Januar bekommt sie bis zu 2.880 Euro sowie bezahlten Urlaub und bezahlte Krankheitstage. Mehr Informationen für Interessierte gibt es im Jugendamt bei Nadine Zhang-Wehle, Tel. 69 13 61, Zi. 2.209, Rathausgebäude 2 und Ivonne Pfeifer, Tel. 69 13 39. Zi. 2.213.

Das Berufsfeld Kindertagespflege ist seit 1. Januar 2019 finanziell attraktiver geworden. Die Vergütung pro Kind wurde um 30 Cent auf 5,50 Euro pro Stunde erhöht und soll ab 2020 dynamisch um jeweils zehn Cent steigen. Auch die Rahmenbedingungen wurden verbessert. „Als Einzelperson darf man bis zu fünf Kinder betreuen. Mit einer Großtagespflegestelle und zwei Betreuern ist man natürlich viel flexibler“, sagt Ivonne Pfeifer. Zu der üblichen Vergütung zahlt das Landesjugendamt für angemietete „Kindernester“ auch noch Investitionskosten- und Mietzuschüsse. Pfeifer meint: „Potenzielle Großtagespflegestellen-Betreiber beraten und unterstützen wir natürlich.“

Nach mehr als 40 Jahren - Lisa Scheewe, Chefin des AWO_Kindergartens, geht in den Ruhestand.

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