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Mit einem Großaufgebot waren Polizei und Rettungskräfte an der Stimbergstraße im Einsatz.

Vor Gericht - Jetzt mit Video

Raubserie versetzte Oer-Erkenschwick in Angst - Täter stehen vor Gericht

Der spektakuläre Raub in einem  Juweliergeschäft in Oer-Erkenschwick ist noch nicht aufgeklärt. Im Fall der Kiosk-Täter gibt es eine Verurteilung.

  • Serie von Raubüberfällen auf zwei Kioske und einen Juwelier versetzte Oer-Erkenschwick vor acht Monaten in Angst.
  • Vor dem Amtsgericht macht nun ein 19-Jähriger eine verwirrende Aussage.
  • Überfall auf das Juwelier-Geschäft "Visser" in Oer-Erkenschwick bleibt ungeklärt.

Zwei Kioske, ein Juweliergeschäft: Vor acht Monaten versetzte eine erschreckend rasante Serie von bewaffneten Raubüberfällen die Stadt Oer-Erkenschwick in Angst und Schrecken. Ein mutmaßlicher Täter wurde inzwischen verurteilt, ein anderer freigesprochen. Nach einem aktuellen Prozess gegen einen 19-Jährigen am Amtsgericht Recklinghausen gibt es dennoch mehr Verwirrung denn je. 

Drei Raubüberfälle in Oer-Erkenschwick

Im März war es in Oer-Erkenschwick Schlag auf Schlag gegangen: Zunächst war am 26. März ein Kiosk an der Horneburger Straße von zwei Tätern, nur etwas mehr als 24 Stunden später einer an der Beethovenstraße von einem Täter überfallen worden. Wiederum einen Tag später, am 28. März, passierte ein spektakulärer Coup bei einem Juweliergeschäft an der Stimbergstraße. Dass es eigentlich kaum Zufall sein kann und die drei Raubüberfälle möglicherweise doch zusammenhängen müssen, wurde immer wieder diskutiert. 

Verkäuferin in Oer-Erkenschwick bedroht

In einem Prozess am Jugendschöffengericht in Recklinghausen ging es jetzt um den Raubzug vom 26. März gegen 15.10 Uhr in einem Kiosk auf der Horneburger Straße. Zwei vermummte Männer sollen seinerzeit die 45-jährige Verkäuferin mit einer Schusswaffe bedroht und letztlich mit einer Mini-Beute von etwas Bargeld und drei Schachteln Zigaretten geflüchtet sein. Ein 19-jähriger Angeklagter beteuerte in dem Prozess über seinen Verteidiger Jens Tuschhoff von Anfang an seine Unschuld. „Er hat damals in unmittelbarer Nähe des Kiosks lediglich draußen gestanden und eine geraucht“, erklärte der Strafverteidiger aus Oer-Erkenschwick. Das Gericht sprach den 19-Jährigen letztlich auch aus Mangeln an Beweisen frei. 

Verblüffende Aussage im Raub-Prozess

Was in dem Prozess vor allem verblüffte, war aber die Zeugenaussage eines bereits Monate zuvor am Amtsgericht Recklinghausen in einem anderen Prozess verurteilten Doppel-Räubers. Der junge Mann war seinerzeit – trotz Abstreitens der Vorwürfe – für die beiden Kiosk-Coups an der Horneburger Straße und der Beethovenstraße zu insgesamt zwei Jahren und acht Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Im Nachgang des Prozesses hatte er die Strafe allerdings auch nicht mehr angefochten. Was nicht selten auch als indirektes Geständnis aufgefasst werden kann. 

Oer-Erkenschwick: Juwelier-Raub ungeklärt

Ganz anders aber hier: Denn bei seiner Zeugenaussage in dem Freispruch-Prozess beteuerte der als Zeuge geladene Doppel-Räuber jetzt erneut: „Mit den Nummern habe ich gar nichts zu tun.“ Dass er keine Berufung gegen das vermeintlich ja falsche Urteil (immerhin fast drei Jahre Jugendhaft) eingelegt habe, schob er auf einen Rat seines damaligen Rechtsbeistandes. Sicher ist: Die beiden Kiosk-Überfälle sind mit einer Verurteilung und einem Freispruch zwar nun juristisch „abgehandelt“, Fragen bleiben aber bestehen. Der Coup bei dem Juwelier an der Stimbergstraße gilt bis heute als unaufgeklärt.


In Oer-Erkenschwick wurde ein 72-Jähriger überfallen, die Polizei sucht Zeugen.

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