Gefahr für Vierbeiner - Jetzt mit Update

Rattengift in den Garten geworfen - Hundebesitzerin ist fassungslos - jetzt meldet sich weitere Betroffene

  • Michael Dittrich
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Rattengift landete schon zum zweiten Mal im Garten einer Oer-Erkenschwickerin. Ihre Hündin Jule naschte davon. Ohne den Eingriff eines Tierarztes hätte sie qualvoll innerlich verbluten können. Jetzt meldet sich eine weitere betroffene Hundehalterin.

Update, 24. März, 16.44 Uhr: Noch hat die Polizei keine Hinweise auf einen Täter und ermittelt weiter. Vergangene Woche hatte Hundebesitzerin Gabriele Roth (61) Anzeige gegen Unbekannt erstattet, weil jemand innerhalb von acht Tagen, zweimal einen Beutel mit Rattengift ihren Garten geworfen hat. Die Mischlingshündin Jule knabberte an den tödlichen Leckerchen und konnte beide Male vom Tierarzt gerade noch gerettet werden. Inzwischen hat sich eine Leserin dieser Zeitung gemeldet, die ebenfalls schon einmal solch ein schreckliches Erlebnis hatte. „Vielleicht hat es nichts damit zu tun, aber vielleicht ist es ein Hinweis“, sagt die Tierfreundin. Sie wohnte vor Jahren mit ihren Eltern auch auf dem Hauerweg. Der Garten war rundherum von Nachbargrundstücken umzingelt, also kein Reinkommen von außerhalb. „Unser Schäferhund wurde auf dieselbe Art und Weise vergiftet. Wir hatten eine Vermutung, aber leider nie Beweise. Für unseren Hund kam jede Hilfe zu spät“, sagt die Leserin. Sie hofft, dass dieser „miese Mensch“ ermittelt und zur Rechenschaft gezogen wird.

Unsere Erstberichterstattung: Vor drei Wochen hat Gabriele Roth vom Hauerweg in Oer-Erkenschwick ihre Mischlingshündin Jule - sie ist gerade mal ein halbes Jahr alt - aus einem Tierheim in Griechenland bekommen. Dem munteren Vierbeiner trachtet aber offenbar jemand nach dem Leben: Gleich zweimal hat jemand Rattengift über den Zaun bei Gabriele Roth geworfen. Die Hündin naschte an dem tödlichen Leckerchen - aber gottlob hat sie überlebt. „Ich war fassungslos, wer kann so etwas tun“, sagt Gabriele Roth.

Oer-Erkenschwickerin fährt sofort zum Tierarzt

Gabriele Roth hat Angst um Jule. Genau an dieser Stelle, 40 Zentimeter vor dem Zaun, lagen die Rattengiftbeutel.

Es war am 3. März gegen 18 Uhr, als Jule im Garten den Beutel mit Rattengift im Maul hatte. „Meine Tochter und ich sind sofort mit der Hündin zum Tierarzt gefahren“, erzählt die 61-Jährige. Die Notfallbehandlung kam keine Minute zu spät. „Der Tierarzt ließ den Hund erbrechen, legte eine Infusion mit einem Gegenmittel an und machte ein Blutbild“, schildert Gabriele Roth die bangen Momente. Tatsächlich waren die Blutgerinnungswerte von Jule erhöht. Ohne die medizinischen Eingriffe wäre die Hündin qualvoll innerlich verblutet. Zuhause musste sie dem Vierbeiner noch tagelang Medikamente verabreichen.

Gabriele Roth hat Angst um Jule. Genau an dieser Stelle, 40 Zentimeter vor dem Zaun, lagen die Rattengiftbeutel.

Vielleicht hat eine Ratte das Giftpaket angeschleppt?

„Der Tierarzt meinte, dass vielleicht eine Ratte zufällig das Giftpaket in den Garten geschleppt haben könnte“, sagt die Hundebesitzerin. Doch nur acht Tage später hatte die Mischlingshündin zur gleichen Zeit beim Auslauf im Garten wieder Rattengift im Maul. „Das kann kein Zufall sein. Der Beutel lag an der gleichen Stelle wie beim ersten Mal“, sagt Roth. Sie alarmierte sofort die Tochter, beide brachten Jule wieder zum Tierarzt. Die gleiche Notfallprozedur wie acht Tage zuvor rettete den Hund aus Oer-Erkenschwick glücklicherweise noch einmal das Leben.

Gabriele Roth hat sich kundig gemacht. Die beiden Beutel, die in ihren Garten geworfen wurden, stammen offenbar aus einer Giftköderbox. Sie hat auch eine Ahnung, wie das Rattengift auf ihr Grundstück gelangte. „Der Hundehasser muss wahrscheinlich nachts unbeobachtet von der Straße über den kleinen Stichweg neben der Garage gekommen sein und die Beutel über die Hecke geworfen haben“, sagt die 61-Jährige. Die Hundebesitzerin hat eine Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei gestellt. Doch die Angst bleibt.

Gabriele Roth hat das Rattengift fotografiert und sofort entsorgt.

Aufregung über Drohung eines „Tretminen-Opfers“

Erst vergangene Woche hatte die Drohung eines Tretminen-Opfers, als Dankeschön in der Haard Giftköder für die vierbeinigen Lieblinge auszulegen, für viel Aufregung in den sozialen Medien gesorgt.

Rubriklistenbild: © Michael Dittrich

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