Alexander Prüfer macht seit 2007 Jagd auf die Raupen des Eichenprozessionsspinners.
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Alexander Prüfer macht seit 2007 Jagd auf die Raupen des Eichenprozessionsspinners.

Externe Firma beauftragt  

Männer in Schutzanzügen machen Jagd auf Raupen - das passiert auf dem Waldfriedhof   

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Eine Firma aus Marl ist jetzt im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auf dem Waldfriedhof im Einsatz. Dort sind 95 Prozent der Eichen befallen. 

  • Befallene Bäume sind mit Flatterband markiert
  • Nester werden mit Sprühkleber entschärft
  • Brennhärchen verursachen Hautreizungen    

Mit einem Spezialstaubsauger geht es jetzt dem Eichenprozessionsspinner (EPS) an den Kragen. Seit Montag befreien zwei Mitarbeiter der Firma Scheidtmann aus Marl Eichen auf dem Waldfriedhof von den Raupen, die mit ihren Brennhärchen für Hautreizungen oder gar Atembeschwerden sorgen können. „Es war gar nicht so einfach, eine Spezialfirma für diese Aufgabe zu bekommen“, sagt Bauhofleiter Gerold Schmelter. Von den rund 150 Eichen sind 95 Prozent von den Plagegeistern befallen.Schon Anfang Juni hatte die Stadt Friedhofsbesucher vor der EPS-Bedrohung gewarnt und befallene Bäume mit rot-weißem Flatterband markiert.

Spinner-Raupen beginnen sich zu verpuppen    

 „Dort, wo unsere Mitarbeiter mit eigenem Gerät an die Spinner-Nester herangekommen sind, wurden sie mit Sprühkleber entschärft“, sagt Schmelter. Die Spinner-Jäger aus Marl sind aber viel professioneller ausgerüstet. „Unser Hubsteiger hat eine Reichweite von 21 Metern. Damit kommen wir auch in die Baumwipfel“, sagt Julian Matzek (26). Sein Kollege Alexander Prüfer (37) steuert im weißen Schutzanzug seinen Korb zum nächsten Nest: „Die Spinner sind gerade dabei sich zu verpuppen.“ Über dieses Endstadium kommen die Raupen allerdings nicht hinaus, denn sie verschwinden in einem großen Industriesauger. „Die Beutel stecken wir in Spezialbehälter, die in eine Verbrennungsanlage kommen“, sagt Matzek. Nach dem Saugen bringt Prüfer noch Sprühkleber auf die abgesaugte Stelle auf, damit auf dem Waldfriedhof, der inzwischen auch alternative Bestattungsformen anbietet, keine Brennhärchen mehr herunterfallen können. 

In Oer-Erkenschwick sind noch mehr Standorte auf der To-do-Liste  

Der gelbe Hubsteiger mit dem Mann im weißen Schutzanzug und  dem Raupensauger wird in dieser Woche auch noch an anderen Stellenin Oer-Erkenschwick auftauchen. „Auch der Stadtpark und Schulhöfe mit Eichenbestand stehen auf der To-do-Liste“, sagt Schmelter. 

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