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Für mehrere Stunden war die Ludwigstraße in Oer-Erkenschwick (Foto) nach der Schießerei von der Polizei gesperrt.

Update - mit neuen Detailinfos

Prozess um Rapper-Schießerei in Oer-Erkenschwick wird neu aufgerollt - aus diesem Grund

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Gut zwei Jahre ist die wilde Schießerei auf der Ludwigstraße her, die damals bundesweit für Aufsehen sorgte. Jetzt wird sie erneut vor Gericht verhandelt. 

Update vom 20. August, 7.25 Uhr

Prozessbeobachter schätzen die aktuelle Lage so ein, dass einer der Brüder nun doch noch auf eine Bewährungsstrafe hoffen darf. Denn: Während der Bundesgerichtshof die rechtliche Einordung der Schießerei durch das Bochumer Schwurgericht - gefährliche Körperverletzung statt Totschlagsversuch - letztlich als einwandfrei eingestuft hat, wurde mit Blick auf die drei Brüder die unzureichende Berücksichtigung ihrer Entschuldigungsbemühungen bemängelt. Die drei Männer hatten sich von Anfang an reumütig entschuldigt und auch eine Zahlung von 5000 Euro Schmerzensgeld an die durch sie Verletzten zugesagt. Die Bochumer Richter hatten diese Bemühungen unterm Strich jedoch nicht als "Täter-Opfer-Ausgleich" im juristischen Sinne bewertet, weil aus der Hamad45-Gruppe die Entschuldigungen teilweise nicht akzeptiert worden waren. Der Bundesgerichtshof aber entschied: Das war ein  Rechtsfehler. Ein Termin für den zweiten Schießerei-Prozess steht noch nicht fest.

Unser Erstbericht vom 19. August 2019

Zumindest teilweise muss der Prozess neu aufgerollt werden. Die "Rapper-Schießerei" war damals gefilmt worden. Das Video hatte sich schnell im Internet verbreitet und damals hohe Zugriffszahlen unter anderem in den sozialen Netzwerken erzielt.

BGH: Brüder aus Oer-Erkenschwick zu hart bestraft?

Jetzt hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Verurteilungen dreier Brüder aus Oer-Erkenschwick mit Blick auf womöglich unrechtmäßig zu hoch verhängte Strafen aufgehoben. Das Urteil gegen den damaligen Pistolenschützen,  „Hamad45“ aus Essen (sechs Jahre drei Monate Haft), ist und bliebt dagegen rechtskräftig. Das Bochumer Schwurgericht hatte am 30. April 2018 gegen die drei Brüder aus Oer-Erkenschwick einmal zweieinhalb Jahre Gefängnis (wegen einer laufenden Bewährungshaftstrafe) und zweimal jeweils 15 Monate Haft auf Bewährung verhängt. 

Dieses Foto zeigt den Rapper "Hamad45" zum Prozessauftakt im Gerichtssaal.

Oer-Erkenschwick: Männer prügeln sich mit Macheten

Zwei verfeindete Männergruppen waren am 13. Juni 2017 mit Eisenstangen und Macheten vor einem Garagenblock an der Ludwigstraße in Oer-Erkenschwick aufeinander losgegangen. Auslöser war offenbar ein vorheriger Facebook-Streit um ein Konzert des bekannten Rappers „Bushido“ gewesen. Zu Beginn der Eskalation hatte der Rapper „Hamad45“ insgesamt mindestens drei Schüsse aus einer Pistole abgefeuert und dabei einem der Brüder aus Oer-Erkenschwick  durch den Oberschenkel geschossen. Außerdem war noch ein anderer Mann von einem Projektil getroffen worden. 

Oer-Erkenschwick: Zweite Schlägerei im Autohaus

Einer der Brüder hatte unter anderem die Heckscheibe eines als "Fluchtfahrzeug" benutzten VW Polo mit einer Eisenstange eingeschlagen. Wenig später hatte sich damals in einem nahen Autohaus auch noch eine Schlägerei ereignet. Dabei wurden mehrere Begleiter aus der Gruppe des Rappers „Hamad45“ brutal zugerichtet.

Nach der Schießerei war der Pistolenschütze zunächst noch auf der Flucht. Wenig später wurde er jedoch in Neukirchen-Vluyn festgenommen

Ende Juli sind erneut Schüsse in Oer-Erkenschwick gefallen - diesmal im Stimbergstadion.

Ohne jegliche Sicherung hat ein Mann in Herne zwei kleine Mädchen im Laderaum seines Transporters mitgenommen. Er wurde zudem mit einem Haftbefehl von der Polizei gesucht.

Ein Großeinsatz der Polizei in einer Kfz-Werkstatt an der Ludwigstraße sorgt für Aufregung.

Nach der Schießerei: Ali Mahmoud äußert sich bein Dunja Hayali im ZDF

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