Der Eingang des Willy-Brandt-Gymnasiums in Oer-Erkenschwick.
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Die Abiturienten des Willy-Brandt-Gymnasiums in Oer-Erkenschwick müssen nun doch in der Schule weiterlernen.

Willy-Brandt-Gymnasium

WBG-Abiturienten: Bezirksregierung grätscht dazwischen

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Die Abiturienten des Willy-Brandt-Gymnasiums in Oer-Erkenschwick sollten eigentlich ab sofort von zu Hause aus lernen. Aber nun meldet sich die Bezirksregierung zu Wort.

Update 13.50 Uhr: Die Bezirksregierung hat das Willy-Brandt-Gymnasium (WBG) in Oer-Erkenschwick angewiesen, die Abiturienten wieder zurück an die Schule zu holen. Eigentlich hatte gestern (17.3.) die Schulleitung bekannt gegeben, dass die Schüler auf eigenen Wunsch und den ihrer Eltern ab sofort zu Hause weiterlernen - um wegen steigender Infektionszahlen, fehlender Tests und Impfungen das Abitur nicht zu gefährden. Aber nun ordnete die Behörde in Münster an, dass die 60 Abiturienten ab Freitag (19.3.) wieder am Präsenzunterricht in der Schule teilnehmen müssen.

Oer-Erkenschwicker Elternvertreter sind „fassungslos“

Sie seien fassungslos, sagt der stellvertretende Leiter der Schulpflegschaft des WBG, Paul Kantak, auch im Namen der Vorsitzenden Daniela Fiolka-Müller und der Q2-Elternvertreterinnen Silke Roth-Meinders und Dr. Elke Tillmann. „Wir können nicht verstehen, dass die Bezirksregierung so verantwortungslos ist, die Abiturienten dieser Gefahr auszusetzen.“ Für Kantak ist die Entscheidung aus Münster das i-Tüpfelchen auf einer langen Reihe von Fehlentscheidungen und Misskommunikation von Regierung und Behörden. „Dieser Akt ist eine reine Machtdemonstration.

Update (18.3., 11.30 Uhr): Ab sofort lernen die Abiturienten des Willy-Brandt-Gymnasiums zu Hause – doch abgesehen davon hat das Corona-Jahr für sie noch ganz andere Auswirkungen auf ihre Abi-Zeit. „Die Mottowoche fällt aus, es wird keine Stufenpartys geben. Das können wir nicht mehr nachholen“, meint Adrian Lipok. Ins selbe Horn stößt Amelie Kantak: „Natürlich haben wir dafür Pläne geschmiedet, aber es war schnell klar, dass es wegen des Lockdowns nichts wird. Trotzdem geben wird die Hoffnung nicht auf. Vielleicht klappt es ja zum Abschluss Ende Juni noch mit einer Feier“, sagt Amelie Kantak.

Schülerin hält Entscheidung für vernünftig

Die Entscheidung, jetzt wieder auf Homeschooling zu setzen, hält Alina Kodde für vernünftig: „Es wäre fatal gewesen, wenn Corona in der Q2 ausgebrochen wäre. Dann wäre das Abi in Gefahr gewesen.“ Oberstufenkoordinator Hans-Jürgen Enting ist voll des Lobes für den Abi-Jahrgang 2021: „Ihre Vorgänger hat es vor einem Jahr kalt erwischt, sie standen schon mitten im Abi. Dieser Abschlussjahrgang wusste schon, was auf ihn zukommt. Aber die Schüler sind sehr diszipliniert. Das ist ein hervorragender Jahrgang, das wird kein Abi zweiter Klasse.“

Letzter Schultag im Physikraum auch für diesen Q2-Kurs des Willy-Brandt-Gymnasiums: Weitergebüffelt wird vor den Osterferien zu Hause.

Das hatten wir zunächst berichtet (18.3.): So schnell kann‘s gehen: Ihren letzten Präsenzunterrichts-Tag hatten die Abiturienten des Willy-Brandt-Gymnasiums (WBG) Oer-Erkenschwick nun schon am Mittwoch (17.3.). In Absprache mit Eltern und Schülern wurde der Abschluss-Jahrgang wieder in den Distanzunterricht geschickt, um die Reifeprüfung nicht zu gefährden.

Lehrer der Oer-Erkenschwicker Schule stehen hinter der Entscheidung

„Dieser Wunsch ist von Eltern und Schüler an uns herangetragen worden. Auch die Lehrer stehen hinter dieser Entscheidung“, sagte Schulleiter Christian Huhn aus Oer-Erkenschwick. Der erforderliche Unterricht für die Abiturienten sei natürlich gewährleistet. In den vergangenen Wochen hatten die Jahrgangsstufen Q1 und Q2 keinen Wechselunterricht, sondern durchgängig Präsenzunterricht in der Schule, weil die Kurse größtenteils kleiner als 15 Schüler sind. Größere Gruppen wurden geteilt.

Kontroverse Diskussion über Schulöffnung oder -schließung

Wie es nach den Osterferien weitergeht, ist indes noch unklar. Dann steht für die Q2 noch knapp zwei Wochen Unterricht in den Abiturfächern auf dem Stundenplan. Aber die Infektionszahlen steigen, und wegen fehlender Corona-Tests für Schüler und angesichts der abgesagten Astrazeneca-Impfungen für Lehrer gibt es inzwischen eine kontroverse Diskussion darüber, ob die Schulen nicht wieder komplett geschlossen werden sollen.

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