Dieses BMW-Cabrio mit der Roten Karte auf der Windschutzscheibe steht herrenlos an der Klein-Erkenschwicker-Straße.
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Dieses BMW-Cabrio mit der Roten Karte auf der Windschutzscheibe steht herrenlos an der Klein-Erkenschwicker-Straße.

Straßen sind kein Schrottplatz

Rote Karte - das passiert in Oer-Erkenschwick mit Pkw ohne Kennzeichen und Versicherungsschutz

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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  • Michael Dittrich
    Michael Dittrich
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Immer wieder stehen alte Autos ohne Kennzeichen und Versicherungsschutz am Straßenrand und vergammeln dort. Aber die Ordnungsamts-Mitarbeiter sind auf der Hut.

Es sind nicht nur Autos, auch alte Anhänger werden oft im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt. Etwa fünfmal werden Mitarbeiter des Ordnungsamts fündig. Sie kleben dann eine "rote" Karte auf die Windschutzscheibe. „Drei Tage hat der Fahrzeughalter dann Zeit. Wir geben ihm aus Kulanz sogar eine Woche und versuchen, ihn ausfindig zu machen, bevor wir dann tätig werden“, sagt Rathaus-Fachdienstleiterin Barbara Sosna. 

Stadt Oer-Erkenschwick beauftragt Abschleppdienst

Wird das Schrittauto dann nicht beseitigt, beauftragt die Stadt einen Abschleppdienst. Das kostet schon mal knapp 200 Euro. Dazu kommen die Parkgebühren auf dem Gelände, wo das Auto verwahrt wird, und die Verwaltungsgebühren von rund 100 Euro. „Können wir den Halter nicht ausfindig machen, kommt der Wagen in die Schrottpresse, damit die Zeche für den Steuerzahler nicht noch größer wird.“ Barbara Sosna kann nicht nachvollziehen, warum so viele Besitzer ihr Auto nicht gleich auf dem Schrottplatz abliefern. Denn die Entsorgung ist in der Regel kostenlos. 

Oer-Erkenschwick: Entsorgung kostet meist nichts

Das bestätigt auch Dirk Guth vom gleichnamigen Autoverwerter aus Castrop-Rauxel. „Unseren Kunden entstehen in der Regel keine Kosten bei der Entsorgung ihrer alten Fahrzeuge“, so der Juniorchef. „Schlechtestenfalls läuft es auf plus/minus null hinaus.“ Normalerweise nehme der Kunde sogar noch Geld mit nach Hause, sagt Guth. Selbst die Abmeldung würde das Unternehmen übernehmen. „Die Konkurrenz am Markt zahlt sich hier wirklich für den Kunden aus.“ Ein Fahrzeug müsse also schon in besonders schlechtem Zustand sein, damit für den Kunden noch Kosten anfallen. „Es dürfte dann rein gar nichts mehr übrig sein, das man verwerten kann“, erklärt der Entsorger. Und da heute nahezu alles wiederverwertet werden kann, käme das sehr selten vor. „Die Ausrede ,das kann ich mir nicht leisten‘ kann ich nicht gelten lassen.“ 

Oer-Erkenschwick: Halter verschleiern Identität

Guth findet es interessant, welche Mühe sich Halter hingegen machen, ihre Identität gegenüber den Ordnungsbehörden zu verschleiern. So entfernen einige mit viel Aufwand an vier Stellen im Auto die seit 1981 vorgeschriebene Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN). Sie befindet sich an der Frontscheibe, im Motorraum, im Bereich der Fahrertür und im Kofferraum. Mit ihr kann europaweit der letzte Halter ausfindig gemacht werden.

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