Spaziergänger Walter Schain steht in der Haard mitten auf einem mit Ranken zugewachsenen Wanderweg.
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Ja, wo ist er denn? Die Frage bezieht sich nicht nur auf Spaziergänger Walter Schain, sondern vor allem auf den beliebten Wanderweg rund um den Stimberg. Der ist am Zugang vom Wanderparkplatz an den TuS-Tennisplätzen mittlerweile beinahe völlig zugewachsen.

Rund um den Stimberg in der Haard

Ärgernis für Wanderer in Oer-Erkenschwick - Spaziergang scheitert an Rankenwand

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Die Wanderwege in der Haard sind neu ausgeschildert worden. In einem Fall führen die farbigen Plaketten direkt vor eine grüne Wand.

Den Wanderweg rund um die mit 156,5 Metern höchste Erhebung des Kreises Recklinghausen, den Stimberg in Oer-Erkenschwick, kennen die meisten Spaziergänger noch als „A 7“. Doch dieser Weg heißt jetzt nur noch „Stimberg“, und es gibt ihn in einer längeren und einer kürzeren Version. Blaue und orangene Schildchen mit Steinsymbolen sollen die Orientung leicht machen. Doch wer vom Wanderparkplatz an der TuS-Tennisanlage am Stimbergpark die Rundwanderung aufnehmen möchte, dem wird der Zutritt am ausgeschilderten Einstieg nicht nur durch eine Schranke, sondern auch durch meterhohen Wildwuchs beinahe unmöglich gemacht. Lediglich ein kleiner Trampelpfad ist begehbar.

Wunderbare Wanderstrecke in Oer-Erkenschwick

Dieser Trampelpfad weitet sich nach gut 100 Meter schließlich. „Erst dann kann man ihn als Wanderweg bezeichnen“, sagt Walter Schain (70). Der begeisterte Spaziergänger und ehemalige Vorsitzende des größten Sportvereins der Stadt Oer-Erkenschwick, des TuS 09, ist seit Jahrzehnten auf dem Rundwanderweg um den Stimberg unterwegs. „Das ist eine wunderbare Strecke. Aber dass sie hier am Zugang beinahe kaum noch erkennbar ist und Ortsunkundige trotz der neuen Beschilderung hier gegen eine grüne Wand laufen, kann doch wohl nicht richtig sein“, meint Schain.

RVR will Wege in Oer-Erkenschwick freischneiden

Das sieht auch RVR-Förster Harald Klingebiel so. „Wir ordnen in der Tat gerade zusammen mit dem Sauerländischen Gebirgsverein die Wege neu. In diesem Zusammenhang werden die Routen auch neu ausgeschildert. Dass die Zugänge zugewachsen sind, darf natürlich nicht sein“, sagt Klingebiel und kündigt schnelle Abhilfe an. „Wir werden im Oktober genau diese Problemstellen beseitigen“, kündigt der Förster vom Regionalverband Ruhr (RVR) an. Rundwanderwege wie der um den Stimberg sind Teil des Projekts „Naturverträglicher Tourismus“ des RVR. Fachbereichsleiter Holger Böse erklärt: „Dazu zählt beispielsweise die Waldpromenade am Haardgrenzweg die am 6. Oktober eröffnet wird.“ In der Haard ist übrigens vor rund einem halben Jahr eine ganz besondere Schlange gesichtet worden.

Waldpromenade in Oer-Erkenschwick als Ankerpunkt

Zu den ganz großen Projekten gehört dann der Hohe Mark Steig. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Qualitätswanderweg, der Wanderer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland anlocken soll. Oer-Erkenschwick ist mit der „Waldpromenade“ und dem in direkter Nachbarschaft geplanten Klettergarten ein sogenannter Ankerpunkt des Hohe Mark Steigs. Direkt nebenan liegen das Maritimo-Freizeitbad und das Stimberghotel. Der Hohe Mark Steig soll im April nächsten Jahres eröffnet werden. Bis dahin soll mitten in der Haard das letzte Bergbau-Zeugnis, der Haardschacht, wieder der Natur zurückgegeben sein.

158 Kilometer von Olfen bis nach Wesel

Der Hohe Mark Steig soll ein zertifizierter Fernwanderweg nach den Kriterien des deutschen Wanderverbands werden.
Er wird über 158 Kilometer von Olfen bis nach Wesel durch vielfältige Naturlandschaften, zu Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten führen und elf Gemeinden in den Regionen Ruhrgebiet, Münsterland und Niederrhein verbinden. Oer-Erkenschwick zählt mit der „Waldpromenade“ am Haardgrenzweg zu den Ankerpunkten. Für Tagesausflügler werden eigene kürzere Themenrouten angeboten. An den Start- und Zielpunkten der Etappen gibt es Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten und ÖPNV-Anbindungen. Die Entwicklung und Vermarktung des Hohe Mark Steigs ist ein Baustein des Projekts WaldBAND und kostet rund 1,6 Millionen Euro.

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