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Nach der bereits vor Monaten erfolgten Demontage der Aluminium-Außenhaut und dem jetzt erfolgten Abbau der Baunetze, sieht das frühere Klemm-Kaufhaus nun wirklich aus wie eine Ruine.

Fast ein Jahr Stillstand

Klemm-Baustelle: Der Stadt Oer-Erkenschwick reißt nun der Geduldsfaden - und das sind die Gründe

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Seit fast genau einem Jahr hat sich an der Baustelle des ehemaligen Klemm-Kaufhauses nichts mehr getan. Der Stadt reißt nun der Geduldsfaden.

Denn: Jetzt schweigt auch der Eigentümer der Immobilie. Vor knapp zwei Jahren war das noch anders. Ansprechpartner in Sachen ehemaliges Klemm-Kaufhaus in Oer-Erkenschwick war Architekt Gernot Biermanns aus Hückelhoven. Zum Jahreswechsel 2017/2018 hatte laut Biermanns die IVG Service GmbH aus Menden die Immobilie erworben. Und im April 2018 stellte Biermanns die Pläne für das 1934 gebaute Gebäude vor, in dem von 1950 bis 1994 Otto Klemm sein beliebtes Kaufhaus betrieb. In Zukunft sollten in dem Haus im Dreieck Stimberg-/Marktstraße die Bäckerei Malzers (mit Außengastronomie), ein Mode-Unternehmen und im zweiten Obergeschoss ein Steakhaus einziehen. In der dritten Etage war eine Senioren-WG geplant und im vierten Stockwerk sowie einem aufgesetzten Staffelgeschoss sollten Wohnungen entstehen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Lüdinghäuser Kaufmann Jürgen Polenz als Eigentümer genannt. 

Oer-Erkenschwick: Statische Probleme erkannt

Das hat sich bis heute nicht geändert. Im Februar dieses Jahres räumte Projekt-Architekt Gernot Biermanns im Gespräch mit dieser Zeitung ein, dass es bei der Projektrealisierung zu statischen Problemen komme könne. Auch ein Abriss werde jetzt diskutiert. Ende April war der Abriss dann „beschlossene Sache“. In Kürze, so hieß es Ende April, werde die Abrissgenehmigung beantragt. Im Sommer sollte dann mit der Beseitigung des Gebäudes begonnen werden. Doch daraus wurde nichts.

Oer-Erkenschwick: Infos beim "Baustellengespräch"

Ende Juli gab es schließlich die vorerst letzten Informationen bei einem „Baustellengespräch“ im DRK-Stadthaus. Die Einladungen dazu hatte die städtische Wirtschaftsförderin Anke Husmann verteilt. Zahlreiche Gewerbetreibende aus der Klemm-Nachbarschaft besuchten den Termin. Eigentümer Jürgen Polenz war aber genau so wenig zugegen wie Architekt Gernot Biermanns oder die mittlerweile in Erscheinung getretene Polenz-Mitarbeiterin Nicole Womela. Stattdessen informierte damals der Oer-Erkenschwicker Immobilien-Investor Oliver Mumme über Statikprobleme. Zudem wurde bekannt, dass sich der Investor hinsichtlich der Kosten „verplant“ habe. Es gebe Probleme mit der Finanzierung, hieß es. Seitdem flatterten die Baunetze am Gerüst vor sich hin und der Ärger bei den benachbarten Geschäftsleuten wegen der Ruine nahm von Woche zu Woche zu.

Oer-Erkenschwick: Stadtverwaltung ist sauer

Auch bei der Stadtverwaltung ist man sauer. Bürgermeister Carsten Wewers hält die Situation am ehemaligen Klemm-Kaufhaus für „unerträglich“ und kündigt Maßnahmen seitens der Stadt an. Der Technische Beigeordnete Bernd Immohr, konkretisiert: „Wir haben keine Lust mehr, von dem Eigentümer hingehalten zu werden. Wir werden nun alle Möglichkeiten, die die Neufassung des Städtebaurechts im Umgang mit Schrottimmobilien bietet, ausschöpfen. Denkbar ist beispielsweise eine Abrissverfügung. Oder die Stadt kauft das Objekt und reißt das Gebäude ab. Aber das alles ist kompliziert. Wir gehen es jetzt aber trotzdem an.“ 

Oer-Erkenschwick: Keine Stellungnahme

Vom Unternehmen Polenz war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten. Architekt Biermanns hielt sich bedeckt und verwies auf Polenz-Mitarbeiterin Nicole Womela. Die sah sich am Freitag zu Auskünften nicht in der Lage, weil sie vor dem Weihnachtsurlaub für ihren Chef noch einige Vertragsunterlagen vorzubereiten hätte...

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