Schlicht und nüchtern präsentiert sich die Betonfront des Hauses an der Bachstraße 8
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Die Schlichtwohnungen an der Bachstraße 8 werden saniert.

Bachstraße

Stadt Oer-Erkenschwick saniert Schlichtwohnungen - doch wo bleiben die Obdachlosen?

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Die Stadt saniert aktuell ihre Schlichtwohnungen an der Bachstraße 8. Deshalb mussten zwölf Bewohner das Haus verlassen. Wo sind sie geblieben?

„Wer kümmert sich nun um diese Menschen?“, fragt Silke Krieg von den Bündnisgrünen. Gerüchten zufolge seien die Bewohner des Hauses ohne Vorankündigungen aus dem Gebäude „geholt worden“. Patrick Korat vom städtischen Ordnungsamt weist solche Behauptungen zurück. „Das ist völlig falsch“, sagt der Mitarbeiter der Stadt Oer-Erkenschwick.

Stadt Oer-Erkenschwick hat Renovierung mehrfach angekündigt

Über die Sanierungsarbeiten und die Tatsache, dass für die Zeit der Renovierung in dem Gebäude an der Bachstraße, auf der vor wenigen Tagen ein junger Mann aus Oer-Erkenschwick überfallen worden ist, nicht gewohnt werden kann, haben wir die dort lebenden zwölf Personen bereits im Januar, im April und im Sommer informiert“, erklärt Patrick Korat. Zehn Bewohner hatten ihre Schlafplätze bis zum 1. September verlassen und ihre Schlüssel im Rathaus abgegeben. Die Wohnstätten von zwei Menschen mussten vom Ordnungsamt der Stadt Oer-Erkenschwick allerdings geräumt werden. „Obdachlosenunterkünfte sind kein Dauerwohnraum, sondern vorübergehende Zufluchtsorte, wenn für Menschen Gefahr im Verzug ist“, klärt Patrick Korat auf. Und damit in Hinblick auf den nahenden Winter sanierte Unterkünfte für solche Notfälle zur Verfügung stehen, werden die Renovierungsarbeiten jetzt durchgeführt und dauern noch etwa sechs Wochen an.“ An der Bachstraße entsteht in der Nähe zur Feuerwehr-Kreuzung in Kürze eine Erinnerungsstätte für Zwangsarbeiter.

Notfalltelefon hat in Oer-Erkenschwick noch nicht geklingelt

Zehn der zwölf Bewohner hätten sich nach der Renovierungsankündigung bei der Stadt Oer-Erkenschwick abgemeldet. „Wohin, das wissen wir nicht. Das müssen uns die Menschen auch nicht sagen“, erläutert Korat. Ein Bewohner hatte seinen Auszug zunächst verweigert, ist aber nun auch „ausgezogen“. Für das Schicksal der zwölften Person, die in den vergangenen Tagen immer wieder im Außenbereich der Schlichtwohnungen gesehen worden ist, zeichnet ein amtlich bestellter Betreuer verantwortlich. „Jeder ehemalige Bewohner hat von uns eine Telefonnummer erhalten, an die er sich im Notfall wenden kann. In einem solchen Notfall würden wir selbstverständlich eine Lösung finden“, sagt Korat. Aber bislang, so der städtische Mitarbeiter, hat das Notfalltelefon noch nicht geklingelt.

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