Ein Blick auf die Ludwigstraße in Richtung Rapen
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Trist, zu breit und in einem schlechten Zustand: Das ist die Ludwigstraße in Richtung Rapen. Sie ist Teil der L 798, die die Stadt vom Land übernehmen soll und dann neu gestalten könnte.

Groß-Erkenschwicker-/Schiller-/Ludwigstraße

Oer-Erkenschwick will die Landstraße L798 von Oer bis Rapen übernehmen - das eröffnet Möglichkeiten 

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Das Land NRW muss die Sanierungskosten für die L798 überweisen. Die Stadt kann den Verkehrsraum der überdimensionierten Straßen damit neu gestalten.

Update 22. Januar, 16.32 Uhr: Der Übernahme der Landesstraße L798 durch die Stadt Oer-Erkenschwick steht nun nichts mehr im Wege. Einstimmig haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusss während ihrer jüngsten Sitzung eine städtische Stellungsnahme abgesegnet. Darin erklärt die Stadt, dass die keine Bedenken gegen die Übernahme des Verkehrsweges hat. Und: Ein möglicher Umbau in mittelfristiger Zukunft soll nicht von den Anliegern über KAG-Beiträge mitfinanziert werden.

Unsere Erstberichterstattung:

Der Tagesordnungspunkt zehn der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, der am Donnerstag, 21. Januar, ab 15 Uhr aus Coronaschutzgründen den Stadtrat ersetzt, hat es in sich. Dort soll die Kommunalpolitik der städtischen Stellungnahme zur vom Land NRW geplanten „Herabstufung der Landesstraße L798 (Groß-Erkenschwicker-/Schiller-/Ludwigstraße) zur Gemeindestraße zustimmen. Was sich wie langweiliger „Behördenkram“ liest, entpuppt sich auf den zweiten Blick als eine der größten verkehrspolitischen Gestaltungsmöglichkeiten der Stadt Oer-Erkenschwick für die kommenden 15 Jahre.

Das Land NRW will in Oer-Erkenschwick eine Netzbereinigung durchführen

Worum geht es? Schon seit 2018 ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW im Auftrag des Landes-Verkehrsministeriums damit beschäftigt, eine sogenannte Netzbereinigung für Straßen im Kreis Recklinghausen vorzubereiten. Um im Zuge dieser Maßnahme, die mit dem Bau der B474n in Datteln und Waltrop zusammenhängt, soll die Landstraße (L) 798 in Oer-Erkenschwick in die Trägerschaft der Stadt Oer-Erkenschwick und auf dem letzten Stück Ludwigstraße von der Einmündung Steinrapener Weg bis zur Kreuzung Schulte-Hubbert zu einer Kreisstraße werden.

Ludwigstraße in Oer-Erkenschwick ist erneuerungsbedürftig

„Wir haben dagegen nicht nur keine Bedenken. Unter dem Strich begrüßen wir diese Planung sehr. Aber natürlich nur unter bestimmten Voraussetzungen“, erläutert der städtische Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak. Und die Voraussetzungen sind finanzieller Natur. Denn die L 798 befindet sich zumindest im Bereich der Ludwigstraße in Richtung Rapen in einem erneuerungsbedürftigen Zustand. Außerdem müssen die Ampelanlagen an der Feuerwehr-Kreuzung sowie den Straßenschnittpunkten Halluin-/Schillerstraße, Ludwigstraße/Im Buschkamp sowie Ludwigstraße/Walterstraße ersetzt werden.„Alle Anlagen müssen vor der Übernahme der Baulast erneuert werden. Alternativ ist die Ablösung der Kosten in gegenseitigem Einvernehmen möglich“, heißt es in der städtischen Stellungnahme – und der letzte Satz ist der springende Punkt.

Bei Umbau könnte das neue Mobilitätskonzept von Oer-Erkenschwick zum Tragen kommen

Denn: Die triste und baumlose und viel zu breite Ludwigstraße aus den 70er-Jahren könnte in Trägerschaft der Stadt Oer-Erkenschwick langfristig umgestaltet werden. Noch wichtiger: Bei einem Umbau in einigen Jahren könnten die Inhalte und Vorgaben des sich derzeit in Aufstellung befindlichen Mobilitätskonzeptes für die Stadt Berücksichtigung finden. Das könnte im Klartext einen Neu- und Rückbau der Ludwigstraße samt Begrünung und mit Kreisverkehren sowie zusätzlichem Parkraum und Vorrangzonen für den Radverkehr bedeuten.

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