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Beschaulich geht es am Dienstagmittag im Stadtpark zwischen Schultenstraße und Hovelfeldweg zu

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Mögliche Stadtpark-Bebauung in Oer-Erkenschwick: Das meint die Bürgerinitiative dazu

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Gegner der Stadtparkbebauung befürchten  eine baldige Abholzung der Bäume. Davon ist aber (noch) keine Rede. Jetzt meldet sich die Bürgerinitiative zu Wort

Update vom 26.9.

„Während die Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet den Stadtpark“ den Park ohne eine Bebauung erhalten wollen, schaut der Bürgermeister nur, wie er die Bebauung den Bürgern in rosaroten Worten schmackhaft machen kann.“ So reagiert Armin Ziesmann, Sprecher der Bürgerinitiative auf die jüngsten Erklärungen des Bürgermeisters zur möglichen Stadtpark-Bebauung. Ziesmann weiter: „So wird ein möglicher Teich als See verkauft, der Stadtpark zum einzigen Standort festgelegt, die Fällung von vielen Bäumen verharmlost, die vielen Nutzer des Parks nicht wahrgenommen, die Bebauungsgegner nicht ernstgenommen, die Bebauung als ökologische Aufwertung verkauft.“ Ziesmann verweist auch auf Prof. Dr. Dietwald Gruehn von der TU Dortmund. Der hatte bereits im Juli festgestellt, dass der Stadtpark als tiefster Punkt der Stadt völlig ungeeignet für eine Wohnbebauung sei, da bei Starkregenereignissen, die zukünftig häufiger zu erwarten sind, die Keller volllaufen können. Der Stadtpark sei zudem ein wichtiger sozialer Treffpunkt für die Anwohner der umliegenden Wohnhäuser, die keinen eigenen Garten besitzen und dient als Spielfläche für Familien mit Kindern. Er sorge für mehr Frischluft und eine Senkung der City-Temperaturen. 

Oer-Erkenschwick: Initiative fordert offenen Dialog

„Viele ältere Anwohner berichten unserer Bürgerinitiative, dass sie gerade wegen des Stadtparks in dieses Quartier gezogen sind. Er ist für Menschen mit eingeschränktem Aktionsradius die einzige erreichbare öffentliche Erholungsfläche. Die Haard oder die Halde auf der Zechenbrache sind mit Rollatoren unerreichbar und zu gefährlich“, sagt Armin Ziesmann. Bürgermeister Heinz Netta habe laut Ziesmann 1976 den Stadtpark mit den Worten eröffnet: „Der Stadtpark ist ein Geschenk der Ratsvertreter an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oer-Erkenschwick. Eine Bebauung des Stadtparks muss niemand befürchten, da er im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen wurde.“ Die BI fordert den Bürgermeister und die Ratsvertreter auf, einen öffentlichen Dialog mit der BI und den Bürgern über den Erhalt des Stadtparks zu führen und Alternativen für Wohnbebauung zu suchen.

Unser Erstbericht vom 25.9.

Bei der kommenden Ratssitzung steht der Stadtpark noch nicht einmal auf der Tagesordnung. „Was aber nicht heißt, dass wir uns mit diesem Thema nicht beschäftigen“, sagt Bürgermeister Carsten Wewers auf Nachfrage unserer Zeitung. Bekanntlich kam das Thema auf, als im Frühjahr in der Politik über einen Vorschlag des Marler Investors Hubert Schulte-Kemper diskutiert wurde. Wie berichtet ist der daran interessiert, den Stadtpark mit zahlreichen Wohnungen und Häusern zu bebauen. 

Oer-Erkenschwick: Investoren-Idee begeistert nicht

Der Vorschlag sorgte bei keiner Ratsfraktion für Jubelstürme. Doch im Gegensatz zu den kleinen Fraktionen, die gleich die Nichtbebauung des Parkgeländes beschließen wollten, stimmte die Mehrheit des Rates dafür, mit dem Investor im Gespräch zu bleiben. Dagegen aber hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die eine Stadtparkbebauung unbedingt verhindern will.

Oer-Erkenschwick: Freizeitwert soll erhöht werden

„Keine Ratsfraktion kann sich mit der auf der Planskizze vorgestellten dichten Bebauung anfreunden. Das wissen wir, und damit wird es sie auch nicht geben. Wir müssen vielmehr darauf achten, dass der Freizeitwert des Stadtparks erhalten bleibt oder möglichst aufgewertet wird“, sagt Bürgermeister Carsten Wewers. 

Allein schon wegen des Freizeitwerts kann sich der Bürgermeister mit der vom Investor angeregten Offenlegung des in diesem Bereich unterirdisch verlaufenen Westerbachs und dem Anlegen eine Sees im Park sehr wohl anfreunden. „Wir haben nun mal kaum Wasserflächen in der Stadt, die ja bekanntlich ebenfalls eine hohe ökologische Bedeutung haben. Direkt daneben kann ich mit gut ein Cafe vorstellen. Und wenn dann die meisten Bäume stehen bleiben und dort ein ökologisches Wohnquartier entsteht, kann man doch kaum etwas dagegen haben. Der Park muss, wenn man auf ihn zufährt oder -läuft, weiterhin als Park erkennbar bleiben. Und wenn wir mit diesen Vorstellungen mit dem Investor nicht übereinkommen, dann wird dort eben nicht gebaut“, sagt der Bürgermeister. 

Carsten Wewers bestätigt, dass es noch kein weiteres Arbeitsgespräch mit dem Investor gegeben hat. „Aber wir haben auch keine Eile, sondern wollen das Beste für die Stadt herausholen.“

Bürgersteig an der Ludwigstraße gesperrt - das passiert hinter dem blickdichten Bauzaun.

1.290 Unterschriften hat die Bürgerinitiative "Rettet den Stadtpark" an die Stadtverwaltung übergeben.

Auch das passiert leider - ein Mann ist nachts im Stadtpark überfallen worden

Naturexperte Dr. Laukötter hält eine mögliche Stadtparkversiegelung für eine Todsünde.

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