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Zunächst spazierte die unbekannte Frau mit Kind und Ball um den Anhänger. Stunden später wurde sie beim Kabelklau erwischt.

Update - mit Video

Überwachungskamera erwischt Kupferdiebin beim Kabelklau - erster Zeuge hat sich gemeldet

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Gegenstände aus Edelmetall werden häufig geklaut. Die Täter werden kaum erwischt. Nun aber ist in Oer-Erkenschwick eine Diebin auf frischer Tat gefilmt worden.

Update vom 17. Juli 2019, 14.30 Uhr

Die Ermittlungen in diesem Fall von Kabeldiebstahl hat das Kriminalkommissariat in Castrop-Rauxel übernommen. Ob dort der Zeugenhinweise bereits aktenkundig ist, konnte die Pressestelle der Kreispolizeibehörde am Mittwochnachmittag noch nicht sagen. "Wir werden der Spur aber auf jeden Fall nachgehen", heißt es von der Polizei in Recklinghausen. 

Update vom 17. Juli 2019, 11.55 Uhr

Mittlerweile hat sich ein Zeuge gemeldet, der die Frau auf dem Videoausschnitt der Überwachngskamera erkannt haben will. Er hat sich bei dem bestohlenen Grundstückseigentümer gemeldet. Der hat die Beobachtung nach eigenen Angaben gleich an die Polizei weitergeleitet. Nach Aussage des Zeugen soll die Frau in einem Mehrfamilienhaus an der Klein-Erkenschwicker-Straße in Oer wohnen.

Unser Erstbericht vom 17. Juli 2019, 6.45 Uhr

Nach einem versuchten Einbruch vor einigen Jahren lässt Oliver Mumme sein Privathaus in Oer von Kameras überwachen. Was er sich nun als Aufzeichnung ansehen musste, macht den 43-Jährigen sauer. Denn die Kamera an seinem Haus, die den Bereich vor der Garage überwacht, zeigt, wie eine mit einem bunten Rock bekleidete Frau von dem dort abgestellten Anhänger eine zentnerschwere Kabelrolle herunterwuchtet und verschwindet. „Das war mein Stromversorgungskabel für die Baustelle an der Groß-Erkenschwicker-Straße“, sagt Oliver Mumme, der den Diebstahl genau dort am Montagmorgen entdeckt hat. Gestohlen wurde das Kabel schon am Sonntagabend, wie die „Videoschnipsel“ zeigen.

Oer-Erkenschwick: Melder startet Kameras

Die Überwachungskameras werden über einen Bewegungsmelder ausgelöst. „Zum ersten Mal war das am Sonntagabend gegen 18 Uhr der Fall. Da waren meine Frau und ich bei Bekannten zum Grillen“, erinnert sich Oliver Mumme. Sein Smartphone informiert den 43-Jährigen per Alarmsignal, dass eine der Überwachungskameras „angesprungen“ ist. „Die Bilder zeigen eine Frau mit Kleinkind an der Hand und einem Ball im Arm, die um den Anhänger lief und sehr interessiert die darauf liegenden Gegenstände betrachtete“, berichtet Mumme. 

Auf der Baustelle nach dem Rechten geschaut

Er schwang sich sofort auf sein Fahrrad und fuhr nach Hause, traf dort aber niemanden mehr an. „Dann bin ich wieder zurück zum Grillfest, das ich etwa eine Stunde später mit meiner Frau verlassen habe.“ Statt direkt nach Hause fuhr Mumme mit dem Rad zunächst noch zu seiner Mehrfamilienhaus-Baustelle, um nach dem Rechten zu schauen. „Und bei der Fahrt habe ich die Frau mit dem Kind an der Ecke Groß-Erkenschwick-/Kantstraße wiedergesehen“, sagt Mumme. 

Oer-Erkenschwick: Smartphone im Haus vergessen

Zu Hause saß er dann mit seiner Frau am späten Abend noch im Garten. Ärgerlicherweise ohne Smartphone, das er im Haus zurückgelassen hatte. Und so bemerkte das Ehepaar Mumme nicht, dass die Überwachungskamera gegen 21 Uhr wieder ihre Arbeit aufnahm. Gefilmt wurde erneut dieselbe Frau, aber ohne Ball und Kind. Und diesmal griff die Frau zu und wuchtete die schwere Kabelrolle hinunter und verschwand. Wie das Kabel abtransportiert wurde, zeigt der Filmausschnitt nicht. Die Kamera ist ausschließlich auf Privatgrund ausgerichtet. 

Zweite Filmaufnahme erst am Tag danach entdeckt

Tags drauf bemerkte Mumme den Verlust, entdeckte die zweite Filmaufnahme auf seinem Handy und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die freut sich über das Beweisstück und fahndet nun nach der Frau. „Metalldiebstähle kommen immer wieder vor“, sagt Polizeisprecher Sascha Kappel. „Einen Anstieg der Fallzahlen verzeichnen wir aktuell aber nicht.“ Und: Im Gegensatz zu Wohnungseinbrüchen, die oft auf das Konto osteuropäischer Banden gehen, kann die Polizei bei Metalldiebstählen keine spezielle Tätergruppe ausmachen.

Kabeldiebstahl ist auch in anderen Städten ein Problem. In Dortmund beispielsweise haben Kabeldiebe eine Störung im S-Bahn-Verkehr verursacht. 

Auch in Castrop-Rauxel sind Kupferdiebe bei ihrer Tat gefilmt worden. 

In der Seestadt Haltern waren in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls vermehrt Kupferdiebe unterwegs.

Wie wichtig Überwachungskameras auch bei der Überführung von Tätern bei Gewaltkriminalität sind, zeigt sich an diesem Fall.

An der Schultenstraße ist jetzt ein Bartträger dabei beobachtet worden, wie er an gleich drei Wohnmobilien eine Seitenscheibe eingeschlagen hat.

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