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Vier Verletzte forderte dieser Unfall am 29. Dezember 2019. Er war trauriger Höhepunkt einer Unfallserie auf der Kreuzung Pieper.

Aus der Statistik

Verkehrsunfälle in Oer-Erkenschwick: Bilanz der Polizei ist erschreckend

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Die Polizei zieht in ihrer Unfallstatistik eine erschreckende Bilanz für Oer-Erkenschwick. Ein negativ-Trend zeichnet sich ab.

  • Die Polizei veröffentlicht ihre Unfallstatistik für Oer-Erkenschwick.
  • Besonders betroffen von dem Negativtrend sind schwache Verkehrsteilnehmer.
  • Das Anbringen von Piktogrammen hat offensichtlich Wirkung gezeigt. 

Im vergangenen Jahr gab es mehr Verkehrsunfälle (+39) in Oer-Erkenschwick, die Zahl der Verletzten (+25) ist dabei stark gestiegen. Besonders betroffen von dem Negativtrend sind schwache Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer – insbesondere Kinder und Jugendliche. „Wir sind gerade dabei, solche Unfälle zu analysieren. Und wir werden prüfen, wo wir mit repressiven Maßnahmen, sprich Kontrollen, ansetzen können, um die Zahl dieser Unfälle zu reduzieren“, sagt der Leiter der Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium RE, Karl-Heinz Henn. 

Unfallhäufungspunkte in Oer-Erkenschwick

Oft seien zu geringer Abstand zu Radfahrern oder unangepasste Geschwindigkeit in Kindernähe die Unfallursache. Am häufigsten gekracht hat es im vergangenen Jahr auf der Devensstraße und am Berliner Platz. Im Polizeijargon sind das die Unfallhäufungspunkte in Oer-Erkenschwick. Am Berliner Platz waren in vier Fällen allesamt Fußgänger, die einen Zebrastreifen überquerten, die Unfallopfer. In drei Fällen könnte Dunkelheit und Dämmerung eine Rolle gespielt haben, ein Unfall ereignete sich bei Tageslicht. 

Piktogramme in Oer-Erkenschwick zeigen Wirkung

Das Anbringen von Piktogrammen – Radfahrer müssen beim Überqueren absteigen – hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Am Berliner Platz in Oer-Erkenschwick verunfallte kein Radfahrer. Auf die Devensstraße kann sich die Polizei noch keinen Reim machen. Dreimal war Abkommen von der Fahrbahn die Unfallursache. Ein Lichtblick bei den Unfallzahlen, die im Kreis Recklinghausen insgesamt leicht rückläufig sind, ist die Bilanz bei den Unfällen mit Alkohol am Steuer (10). Hier sank die Zahl um ein Drittel, Drogen waren zwei Mal im Spiel. Zudem gab es keinen tödlichen Unfall. Im Kreisvergleich liegt Oer-Erkenschwick trotz der Zunahme mit 318 Verletzten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner (Kreis-Schnitt: 355) immer noch auf einem guten dritten Platz.

  • Verkehrsunfälle: 744, davon leichter Sachschaden 515 (+10,52%), schwerer Sachschaden 8 (+60%), mit Personenschaden 80 (+23,08%), Schulwegunfälle 5 (+400%), Telefonieren am Steuer 1 (+100%). 
  • Verunglückte Personen: 100, davon schwer verletzt 28 (+55,56%), leicht verletzt 72 (+26,32%). Zielgruppen: Fußgänger 11 (+57,14%), Radfahrer 30 (+50%), mororisierte Zweiradfahrer 12 (+33%), Kradfahrer 4 (+100%). Kinder: als Radfahrer 12 (+50%), Fußgänger 1, passiv 1 (-66,67%). Jugendliche (+100%): als Radfahrer 1, Fußgänger 2, motor. Zweirad 2. 
  • Senioren: 17 (+21,43%), als Radfahrer 3 (-50%), Fußgänger 5 (+25%). 
  • Hauptunfallursachen: Abbiegen/Wenden (44,43%), Vorfahrt (19,53%), Geschwindigkeit (10,16%), Abstand (10,16%), Alkohol/Drogen (7,81%), Überholen (3,91%).

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