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Melanie Kauschke, Sekratärin des Bürgermeisters, präsentiert den Kanzler-Eintrag im Goldenen Buch. Das Foto im Buch zeigt Gerd Pokorny mit dem „Goldenen Buch“ unter dem Arm und Kanzler Gerd Schröder

Geschichte über Gerd und Gerd

Altkanzler Gerhard Schröder vergisst in Oer-Erkenschwick seinen Füllfederhalter - mit überraschenden Folgen

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Eigentlich war der Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder nur Wahlkampfhilfe für die Genossen in Oer-Erkenschwick. Am Ende war Schröder um einen Titel reicher.

Wer im "Goldenen Buch" der Stadt Oer-Erkenschwick schmökert, der taucht tief in die Historie der Stimberg-Gemeinde ab. Denn hinter den meisten Einträgen von mehr oder minder prominenten Zeitgenossen steckt eine recht amüsante und/oder beinahe abenteuerliche Geschichte. So wie die vom Besuch des damaligen Bundeskanzlers Gerd Schröder (SPD) am 20. September 2004, also vor fast genau 15 Jahren. 

Oer-Erkenschwick: Stargast in der Stadthalle

An diesem Tag landet Kanzler Schröder mit dem Hubschrauber auf dem FC-Sportplatz und wird von Sicherheitsbeamten des Bundeskriminalamtes zur Stadthalle gefahren. Schröder tritt dort als Stargast bei einer SPD-Veranstaltung im Kommunalwahlkampf auf. Und dann begegnen sich Gerd Schröder und Gerd Pokorny, der heutige Leiter der Feuer- und Rettungswache, auf der Bühne. Und diese Begegnung hatte eine Vor-, aber auch eine Nachgeschichte.

Oer-Erkenschwick: Gerd Pokorny reicht "Goldbuch" an

Denn Gerd Pokorny hatte den Kanzler wenige Wochen zuvor angeschrieben und um ein Autogramm gebeten. Als das Team des SPD-Kanzlers mit den Genossen aus OE im Vorfeld den Wahlkampfauftritt besprach, kam plötzlich auch der Autogrammwunsch des SPD-Mitglieds und Feuerwehrmanns Gerd Pokorny zur Sprache. Die Lösung: Pokorny sollte dem Kanzler auf der Stadthallen-Bühne das „Goldene Buch“ zur Unterschrift anreichen – und gleichzeitig sein Autogramm bekommen. Doch es kam anders. 

Oer-Erkenschwick: Kanzler vergisst Füllfederhalter

Der Kanzler hatte es eilig. Am Ende seines von den Genossen umjubelten Auftritts hatte Schröder im Goldbuch unterschrieben und saß schon wieder in seinem Hubschrauber, als Gerd Pokorny bemerkte, dass er zwar keine Autogrammkarte, dafür aber den teuren Füllfederhalter des Bundeskanzlers in der Tasche hatte. Gerd Pokorny bohrte nach. Er schrieb den Kanzler an und wies ihn nicht nur auf den Füller hin. Nein, Pokorny fragte beim damaligen Bundeskanzler an, ob der die Ehrenbrandmeisterwürde des Löschzuges Erkenschwick anlässlich dessen 100-jährigen Bestehens annehmen würde. 

Oer-Erkenschwick: Schröder nimmt Ehren-Angebot an

Und der „Bundes-Gerd“ antwortete dem „Feuerwehr-Gerd“ prompt. Ja, er wolle Ehrenbrandmeister in Erkenschwick werden, ließ Gerd Schröder seinen SPD-Parteikollegen Gerd Pokorny wissen – und lud ihn wenige Wochen später zum Kanzlerfest nach Berlin ein. Gerd Pokorny und der damalige Löschzugführer Peter Duscha nahmen die Einladung an – und standen dem Kanzler schließlich in dessen Amtssitz an seinem Schreibtisch gegenüber. „Ein echt sympathischer Kerl. Ich erinnere mich gerne an die Begegnung“, sagt der OE-Gerd über seinen prominenten Vornamenskollegen. 

Oer-Erkenschwick: Füller wird zum Geschenk

Pokorny und Duscha übergaben dem Kanzler seine Ernennungsurkunde zum Ehrenbrandmeister des Erkenschwicker Feuerwehr-Löschzuges. Von der Urkunden-Übergabe wurde auch ein Foto gemacht. Es hängt heute im Eingangsbereich der Feuer- und Rettungswache. Übrigens: Eine klassische Autogrammkarte mit Kanzler-Unterschrift hat Gerd Pokorny immer noch nicht. Dafür durfte er damals den Füllfederhalter behalten...

Gerd Pokorny ist Vollblut-Feuerwehrmann. Seit Juli 2017 ist er der Leiter der Feuer- und Rettungswache an der Bachstraße.

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