Afrikanische Schweinepest

Zahl der Wildschweine steigt – und damit auch das Risiko

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Die Zahl der Wildscheine steigt in Oer-Erkenschwick. Die Tiere übertragen die Afrikanische Schweinepest. Menschen können sich nicht anstecken, Hausschweine dagegen schon.

Früher begann sie im August, die klassische Jagdzeit auf Wildschweine. Doch das ist Vergangenheit, denn heute sind die Schonzeiten für das Schwarzwild, wie es der Jäger nennt, bis 2023 in Nordrhein-Westfalen aufgehoben. Der Grund: Die sich rasant vermehrenden Wildschweine gelten als potenzielle Überträger der Afrikanischen Schweinepest. Der für Menschen ungefährliche Virus ist für Hausschweine tödlich. Deshalb drängen Behörden die Jäger dazu, den Wildschwein-Bestand zurückzudrängen - auch in Oer-Erkenschwick.

Population in Oer-Erkenschwick gering halten

 „In Oer-Erkenschwick wird schon seit Jahren stark darauf geachtet, die Population der Wildschweine gering zu halten“, sagt Georg Ludbrock, erster Vorsitzender des Hegerings Datteln. Der Hegering ist auch für das Stadtgebiet von Oer-Erkenschwick zuständig. Beide Städte haben große Flächen in der Haard, sodass jährlich bis zu 300 Wildschweine geschossen werden. Im Schnitt bekommen Wildschweine sechs bis neun Frischlinge und das manchmal sogar zweimal im Jahr. „Die Vermehrungsrate der Schweine ist sehr hoch", erläutert Ludbrock. Dazu komme, dass Wildschweine keine natürlichen Feinde haben.

Winter in Oer-Erkenschwick waren zu warm

Neben den Jägern kann somit nur die Witterung die Wildschweine dezimieren. Kalte und nasse Winter sind gefährlich für die Frischlinge. Da die Winter in den vergangenen Jahren mild waren, überlebten auch mehr Schweine. Gibt es mehr Wildschweine, verbreitet sich auch die Afrikanische Schweinepest möglicherweise schneller und weiter. Wenn die Jäger vermehrt tote Schweine auch in Oer-Erkenschwick auffinden würden, wäre das ein Zeichen für die Afrikanische Schweinepest. Dann müssten Jäger, aber auch Fußgänger, das Veterinäramt alarmieren. „Das wäre der Supergau!“, sagt Ludbrock.

Schaden in Millionenhöhe - auch in Oer-Erkenschwick

Die Afrikanische Schweinepest ist bekannt für ihre hohe Ansteckungsgefahr und schnelle Verbreitung. Menschen können sich zwar nicht anstecken, Hausschweine aber schon. „Das wäre ein Schaden im Milliardenhöhe“, sagt der erste Vorsitzende. Es würde einen Export- und vermutlich auch einen Import-Stopp geben, Zuchtlinien, die Züchter über Jahre aufgebaut haben, würde es nicht mehr geben. „Wenn ein osteuropäischer Fernfahrer seine alte, verseuchte Salami-Stulle aus dem Lkw schmeißt und die von einem Wildschwein gefressen wird, dann kann alles ganz schnell gehen“, beschreibt Ludbrock ein mögliches Szenario.


  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fast immer tödliche Erkrankung von Wild- und Hausschweinen, die ihren Ursprung dem Namen entsprechend in Afrika hat. Sie wird von Viren verursacht, die in südlichen Ländern durch Lederzecken übertragen werden. 
  • Eine Ansteckung ist hierzulande vor allem möglich über Kontakt mit dem Blut infizierter Schweine, aber auch über andere Körperflüssigkeiten und vor allem – noch weitaus gefährlicher – über infizierte Gegenstände oder aus infizierten Schweinen produzierte Lebensmittel. Menschen oder andere Tiere können daran nicht erkranken – und so gibt es an Autobahnrastplätzen im Transitland NRW nicht von ungefähr Warnschilder, die dazu mahnen, keine Lebensmittel achtlos wegzuwerfen. 
  • Seit 2014 breitet sich die über Warenverkehr oder Reisende eingeschleppte Seuche in Ost- und Westeuropa unter Wild- und Hausschweinen aus. Das Tückische: Die Symptome ähneln der klassischen Schweinepest, die Seuche ist nur sicher im Labor zu diagnostizieren. 

Die Haard ist nicht nurLebensraum für viele Tiere, auch der Mensch fühlt sich hier wohl, und bald könnten hier sogar Hochzeiten stattfinden.

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