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Für mächtig Ärger bei den Nachbarn sorgen die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände in den und vor allem um die Häuser Eichendorffstraße 43 und 45.

Nachbarn beklagen unhaltbare Zustände

Eichendorffstraße 43 und 45 - So wollen Stadt und Hauseigentümer nun durchgreifen

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Müll, Dreck, Ratten, nächtliche Ruhestörungen und womöglich "illegale Geschäfte" aus Transportfahrzeugen - Anwohner der Eichendorffstraße haben die Nase voll.

Oer-Erkenschwick - "So geht es auf keinen Fall weiter", ist eine immer häufiger gehörte Meinung. Da lässt diese Nachricht aufhorchen: Rund 90 Prozent der Mieter der 24 Wohnungen in den beiden Häusern Eichendorffstraße 43 und 45 haben nun die Kündigung erhalten. „In den meisten Fällen haben wir über einen Rechtsanwalt bereits Räumungsklagen angestrengt“, sagt ein vom Hauseigentümer beauftragter Verwalter im Sitzungssaal des Rathauses. 

50 Gesprächsteilnehmer im Rathaus-Sitzungssaal

Bürgermeister Carsten Wewers hatte Anwohner der Eichendorffstraße zu einem Gespräch geladen. Gut 50 Personen kamen in den Sitzungssaal – und ließen teils lautstark Dampf ab. Die größtenteils aus Rumänien stammenden Bewohner beiden Mehrfamilienhäuser 43 und 45 würden sich nicht nur kaum an nachbarschaftliche Regeln halten. Vielmehr seien nächtliche Ruhestörungen an der Tagesordnung. Müll werde einfach weggeworfen, was zu einem Rattenproblem führt. Zahlreiche Transporter würden verkehrswidrig geparkt und nachts bewegt, womöglich für „illegale Geschäfte“. Und Anwohner, die deren Besitzer aus den beiden Häusern ansprechen, werden sogar bedroht.

Oer-Erkenschwick: Auch die Polizei wird kritisiert

„Und auch von der Polizei bekommt man keine Hilfe“, empörte sich ein Anwohner während der Versammlung. Ein Vorwurf, den die Leiterin der Oer-Erkenschwicker Präsenzwache, Daniela Scholz, zurückwies. „Ganz im Gegenteil: Ich kann Sie alle nur ermuntern, bei Ruhestörungen oder anderen Verstößen den Polizeinotruf 110 zu wählen. Dann wird Ihnen geholfen.“ Zufrieden nahmen die Versammlungsteilnehmer zur Kenntnis, dass nun Kündigungsverfahren laufen. Nur deren Umsetzung dauert. 

Drei Vertrauenspersonen als Ansprechpartner

Für sofortige Verbesserungen kündigte der Bürgermeister an, das Stadt und Polizei in Zukunft Maßnahmen ergreifen wollen, „die ich hier im Vorfeld nicht erläutern kann.“ Wewers warb um das Vertrauen der Anwohner, die meisten zeigten sich aber skeptisch. Ohne Ergebnis ging die Zusammenkunft aber nicht zu Ende: Drei Personen aus dem Kreis der Anwesenden werden künftig zusammen mit dem Bürgermeister und den Vertretern der Hausverwaltung und der Polizei regelmäßigen Kontakt halten, um weitere Maßnahmen abzusprechen und beziehungsweise Erfolge von eingeleiteten Schritten zu bewerten.

Die Emotionen in der Nachbarschaft der Mehrfamilienhäuser an der Eichendorffstraße 43/45 schlagen schon länger hoch.

Bereits vor rund eineinhalb Jahren haben sich Anwohner der beiden Häuser über Müllberge und Ratten beschwert.

An anderer Stelle der Eichendorffstraße gibt es Zoff um Straßenbaubeiträge. 17 Anwohner klagen gegen die Stadt.

Zahlreiche Polizeibeamte und Mitarbeiter von städtischen Behörden und der Feuerwehr sind in der Nacht zu Freitag zu einer Großrazzia an der Eichendorffstraße ausgerückt.

Nach der Großrazzia sind nun plötzlich mehr als 100 Mieter spurlos verschwunden.

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