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Zwei Brüder aus Oer-Erkenschwick müssen sich jetzt vor dem Landgericht Bochum verantworten.

Beide Angeklagte legen Geständnis ab

Zwei Brüder aus Oer-Erkenschwick stehen vor dem Landgericht - das war ihr florierendes Geschäft

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Mit einem 4000-Euro-Kredit sollen zwei Brüder aus Oer-Erkenschwick im vergangenen Sommer ein florierendes Geschäft aufgezogen haben. Pro Tag wurden angeblich rund 700 Euro Umsatz gemacht. Seit Donnerstag beschäftigt der Fall nun jedoch das Bochumer Landgericht.

Bei der Ware, die laut Anklage verkauft wurde, handelte es sich um Marihuana und Kokain. Den ersten Hinweis hatte ein psychisch schwer kranker Mann gegeben. Die Polizei war sich anfangs zwar nicht ganz sicher, ob sie der Sache Glauben schenken sollte. Bei ersten verdeckten Ermittlungen hatte sich der Verdacht jedoch erhärtet. Mitte Oktober hatten die Fahnder schließlich zugeschlagen. Neben den beiden Brüdern – 32 und 34 Jahre alt – aus Oer-Erkenschwick wurde auch noch ein Freund festgenommen. Was der 25-Jährige anschließend bei seiner Vernehmung erzählte, war verblüffend.

Klare Arbeitsteilung beim Verkauf in Oer-Erkenschwick

Nach seiner Schilderung gab es eine klare Arbeitsteilung. Jeder von ihnen hatte feste Tage, an denen er für den Drogenverkauf zuständig war. Er selbst war immer freitags und samstags im Einsatz. Angeblich gab es ein „Arbeitshandy“, auf dem die Bestellungen aufliefen - immer zwischen 15 und 22 Uhr. „Die habe ich dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad ausgeliefert“, so der 25-Jährige nach Rücksprache mit seinem Verteidiger Wolfgang Zeitler. Die beiden Brüder hätten ihm zuvor jeweils 200 Gramm Marihuana und sechs bis acht Gramm Kokain überlassen. Sein eigener Lohn soll jedoch minimal gewesen sein.

Anklage gegen Brüder aus Oer-Erkenschwick lautet auf Drogenhandel mit Waffen

„Ich habe 30 Euro am Tag bekommen“, sagte der Oer-Erkenschwicker den Richtern beim Landgericht, das sich demnächst auch noch mit der Fußballkommentatoren-Legende Manni Breuckmann und dem falschen „Manni“ aus Rapen beschäftigen muss. Das Geld sei aber immer sofort mit seinen Schulden verrechnet worden. „Einer meiner Hunde musste operiert werden, dafür brauchte ich tausend Euro.“ Nach einer Zwischenberatung mit ihren Verteidigern Jens Tuschhoff, Andreas Perner und Rainer Wolff haben auch die Brüder zum Prozessauftakt Geständnisse abgelegt. Die Anklage lautet auf Drogenhandel mit Waffen. Mindeststrafe: fünf Jahre Haft.

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