Hundebesitzer müssen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere entsorgen. Aber viele machen das nicht.
+
Hundebesitzer müssen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere entsorgen. Aber viele machen das nicht.

Finanzierung über Hundesteuer - Jetzt mit Update

Politiker diskutieren: Das soll gegen „Tretminen“ helfen - Problem in Oer-Erkenschwick in den Griff bekommen

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
    schließen

Fraktion von Linken und BOE beantragt die Aufstellung von Hundekot-Tütenspendern in Oer-Erkenschwick. Kosten sollen durch Erhöhung der Hundesteuer finanziert werden.

Update, 24. April, 15.22 Uhr: Hundehaufen sind immer wieder ein Ärgernis. Schuld daran sind nicht die Hunde, sondern deren Besitzer die „Tretminen“ nicht wegräumen. Weil das Hundehass schürt, hat die Fraktionsgemeinschaft von Linkspartei und Bürgervereinigung (LiBOE) das Aufstellen von Hundekot-Beutelspendern im Stadtgebiet von Oer-Erkenschwick beantragt. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) solle sie befüllen, die Kosten sollen durch eine Anhebung der Hundesteuer ausgeglichen werden. Das war mit den anderen Ratsfraktionen aber nicht zu machen. Eine Hundesteuer sei ein ausschließliches Steuerungsinstrument, mit der die Stadt Einfluss auf Zahl und Art der Hunde nehmen kann, und keine Gebühr für Sachleistungen. Zudem würden bei einer Steueranhebung auch diejenigen Hundebesitzer bestraft, die sich „ordentlich“ verhielten. Jetzt soll die Verwaltung prüfen, wie man das „Tretminen“-Problem in den Griff bekommen kann. SPD-Fraktionschef Hannes Kemper machte aber schon mal klar: „Der erste Schritt muss sein, dass es mehr Abfalleimer gibt.“

Update, 12. April, 14.53 Uhr: Offensichtlich sind Kotbeutel allein nicht die Lösung des Problems. Denn jetzt entdeckte unser Leser Norbert Mendla einen Berg von Hundekotbeuteln auf dem Spielplatz zwischen dem Hauerweg und Knappenstraße: „Für mich ist es das Ekelbild des Jahres! Angebliche Hundefreunde – etwas gehfaul unterwegs – schaffen es nicht, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde in Kotbeuteln verpackt mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen.“ Stattdessen werde ein am Kinderspielplatz in Oer-Erkenschwick befindlicher Mülleimer bis zum Rand gefüllt und was dort nicht mehr passt, oben und unten dazu geworfen. Der Anwohner ist der Auffassung, dass diese rücksichtslosen Zeitgenossen dem Ansehen aller vorbildlichen Hundebesitzer schaden. Eine Hundesteuererhöhung würde auch die Falschen treffen, die nicht Verursacher waren. Neben den Beutelautomaten sollte die Stadt aber spezielle Kotbehältnisse – „aber bitte nicht auf einem Kinderspielplatz“– aufstellen. „Sonst wird es nie etwas mit einer sauberen Stadt Oer-Erkenschwick“, meint Mendla.

Kein schöner Anblick ist der mit Hundekotbeuteln überhäufte Mülleimer auf dem Spielplatz zwischen Hauerweg und Knappenstraße.

Unsere Erstberichterstattung: Kaum ein Thema hat so viel Potenzial zum Daueraufreger wie die „Tretminen“, die auf der grünen Wiese oder den Fußwegen lauern. Zuletzt hat ein Hundekot-Gebeutelter in der Haard sogar mit dem Auslegen von tödlichen Leckerchen gedroht, wenn die Hundehalter sich nicht um diese Hinterlassenschaften kümmern. Jetzt beschäftigen sich die Kommunalpolitiker bei der nächsten Ratssitzung am 22. April mit diesem Thema. Die Fraktion von „Die Linke“ und Bürgervereinigung (BOE) – zusammen LiBOE – stellt den Antrag, den Bauhof mit der Aufstellung von Hundekottütenspendern mit kompostierbaren Tüten und Hinweisschildern im Stadtgebiet und häufig genutzten Spazierwegen in Parks und – in Absprache mit dem RVR – auch in der Haard zu beauftragen.

Zusätzliche Stelle beim KOD in Oer-Erkenschwick

Hundekottütenspender und solche Hinweisschilder wie hier auf einer Grünanlage, schlägt die LiBOE-Fraktion vor.

Die Fraktion LiBOE beantragt zudem, den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) in Oer-Erkenschwick mit der Befüllung der Spender zu beauftragen und damit für mehr Sauberkeit in der Stadt zu sorgen. Dafür soll nach ihrer Vorstellung eine zusätzliche Teilzeitstelle beim KOD eingerichtet werden. Die anfallenden Sach- und Personalkosten sollen durch eine entsprechende Anhebung der Hundesteuer finanziert werden. „Hundekot schürt Hundehass. Und im Extremfall führt es dazu, dass Giftköder ausgelegt werden, wie auch schon in Oer-Erkenschwick geschehen“, heißt es in der Begründung für den Antrag. Weil nicht alle Hundehalter sich vor dem Gassigehen mit entsprechenden Tüten ausstatten, könnten Kinder nicht mehr spielen, ohne sich mit Hundekot zu beschmutzen, und manche Fuß- und Radwege seien voller „Tretminen“. „Uneinsichtige oder Hundehalter, die behaupten, zufällig keine Tüte dabei zu haben, könnten darauf hingewiesen werden. Von daher sind Tütenspender mit entsprechendem Hinweisschild wünschenswert“, argumentiert die LiBOE-Fraktion.

Schlechte Erfahrung mit Spendern in Oer-Erkenschwick

Manche werden es vergessen haben. Oer-Erkenschwick gehörte vor rund 20 Jahren auch zu den Städten, die mit Tütenspendern die „Tretminen“ entschärfen wollte. „Ich halte das für keine gute Lösung. Schon damals haben wir schlechte Erfahrungen mit diesen Spendern gemacht und sie schließlich wieder abgeschafft“, sagt Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak. Die Tütenspender waren ständig leer, die Hundehaufen wurden indes nicht weniger. „Stattdessen flogen zusätzlich noch Plastiktüten in der Stadt herum. Es hat sich nicht bewährt“, sagt Grzeskowiak. Der Fachdienstleiter aus Oer-Erkenschwick könnte sich als Alternative eher einen Gutschein für Hundekottüten vorstellen, der zusammen mit dem Hundesteuerbescheid versendet wird: „Passieren muss etwas. Aber das soll der Rat entscheiden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Reformbewegung Maria 2.0: Frauen aus Oer-Erkenschwick demonstrieren für Erneuerung der Kirche
Reformbewegung Maria 2.0: Frauen aus Oer-Erkenschwick demonstrieren für Erneuerung der Kirche
Reformbewegung Maria 2.0: Frauen aus Oer-Erkenschwick demonstrieren für Erneuerung der Kirche
Coronavirus in Oer-Erkenschwick: Acht Neu-Infektionen gemeldet - Inzidenzwert steigt auf 143,2
Coronavirus in Oer-Erkenschwick: Acht Neu-Infektionen gemeldet - Inzidenzwert steigt auf 143,2
Coronavirus in Oer-Erkenschwick: Acht Neu-Infektionen gemeldet - Inzidenzwert steigt auf 143,2
Fürs frisch Gezapfte in den Wald - das tut sich jetzt bei Mutter Wehner in Oer-Erkenschwick
Fürs frisch Gezapfte in den Wald - das tut sich jetzt bei Mutter Wehner in Oer-Erkenschwick
Fürs frisch Gezapfte in den Wald - das tut sich jetzt bei Mutter Wehner in Oer-Erkenschwick
Neue Junikum-Kita hat keine festen Gruppen - so will das „Stimbergzwerge“-Team mit den Kindern arbeiten
Neue Junikum-Kita hat keine festen Gruppen - so will das „Stimbergzwerge“-Team mit den Kindern arbeiten
Neue Junikum-Kita hat keine festen Gruppen - so will das „Stimbergzwerge“-Team mit den Kindern arbeiten
Für den Corona-Schnelltest ins Restaurant - hier eröffnet in Oer-Erkenschwick ein weiteres Zentrum
Für den Corona-Schnelltest ins Restaurant - hier eröffnet in Oer-Erkenschwick ein weiteres Zentrum
Für den Corona-Schnelltest ins Restaurant - hier eröffnet in Oer-Erkenschwick ein weiteres Zentrum

Kommentare