Auf dem Portal der Oerer Pfarrkirche steht eine deutliche Botschaft.
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Auf dem Portal der Oerer Pfarrkirche steht eine deutliche Botschaft.

Für die Vielfalt

Keine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare - Pfarrei aus Oer-Erkenschwick setzt buntes Zeichen

  • Regine Klein
    vonRegine Klein
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Das Seelsorgerteam der Pfarrei St. Josef in Oer-Erkenschwick schließt sich Protest gegen Vatikan an. Von hier kam das Verbot, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.

In der Marienkirche wurde die Regenbogenfahne aufgehängt, in St. Josef leuchtet ebenfalls ein Regenbogen, in St. Peter und Paul strahlt er vom dunklen Kirchenportal. Stets mit der Botschaft: Mein Gott liebt jeden Menschen. Damit reagiert die Pfarrei St. Josef auf das kürzlich von der vatikanischen Glaubenskongregation ausgesprochene Verbot, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Das Hissen der Regenbogenfahne – Zeichen für Toleranz und Symbol der Homosexuellenbewegung – ist eine Protestaktion, die vom Seelsorgerteam getragen wird. Damit setzt die katholische Gemeinde ein Zeichen. Pfarrer Reinhard Vehring: „Wir zeigen uns solidarisch, wir lehnen einen Segen für homosexuelle Paare nicht ab. Und wir erweitern das noch um Geschiedene und Wiederverheiratete.“ Der Regenbogen stehe auch als Zeichen für den Bund mit Gott, „der jeden ohne Bedingungen und immer liebt.“ Wichtig sei doch, dass man sich aufeinander verlassen kann, in Liebe zueinander gewand sei, und daraus neue Kraft schöpfe.

Seelsorgerteam aus Oer-Erkenschwick positioniert sich

Auch in der Kirche St. Josef setzt ein Regenbogen ein deutliches Zeichen.

Anfragen von gleichgeschlechtlichen Paaren zur Segnung gibt es in der Pfarrei seltener, dafür mehr von Geschiedenen und Wiederverheirateten. Das Seelsorgerteam ging mit seiner Entscheidung offensiv um. Pfarrer Vehring machte in mehreren Gottesdiensten gute Erfahrung, als er schilderte, wie sich das Seelsorgerteam positioniert. „Es gab immer Applaus und große Zustimmung.“ Von Gläubigen aller Generationen. Das Seelsorgerteam aus Oer-Erkenschwick steht mit seinem Protest – seiner Botschaft „So geht es nicht mehr weiter“ – nicht alleine da. Bischöfe, darunter Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der eine „ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität“ durch die katholische Kirche forderte, nachdem das Bistum Essen zahlreiche Briefe von Seelsorgerinnen und Seelsorgern erhalten hatte, die ihre offene Ablehnung der Position des Vatikans übermittelt hatten. Pfarrer, Seelsorger und viele weitere setzen ein farbenfrohes Zeichen: Gott liebt jeden Menschen und segnet ihn – auch wenn der Vatikan es nicht will.

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