Die Seilscheibe hängt am Haken eines Schwerlastkrans
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Kurz vor Mitternacht schwebte die Seilscheibe am Ewaldkreisel in Oer-Erkenschwick wie ein Ufo in der Luft.

Standortwechsel - Jetzt mit Update und Video

Seilscheibe schwebt wie ein Ufo über dem Ewaldkreisel in Oer-Erkenschwick - das ist der Grund dafür

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Seit 1993 hat die Seilscheibe am Ewaldkreisel an die Bergbauvergangenheit in Oer-Erkenschwick erinnert. Seit 23.10 Uhr am Montagabend ist es damit vorbei.

Update, 26. Januar, 14.30 Uhr: Ganz schön ins Schwitzen kamen die Mitarbeiter des Schwertransportunternehmens Hövelmann aus Dinslaken beim Überführen der 6,5 Meter breiten Seilscheibe vom Ewaldkreisel zum Maschinenbau-Unternehmen Feld am Winkelfeld in Rapen. „Gerade auf der Stimbergstraße in Höhe des Awo-Treffs waren rechts und links des Schwertransporters nur wenige Zentimeter Luft zu den parkenden Autos. Aber die Fachleute von Hövelmann haben ganze Arbeit geleistet“, sagt der städtische Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak. Denn die Seilscheibe kam um 1.34 Uhr beim Maschinenbau-Unternehmen an, ohne Zwischenfälle.

Wie die Demontage der Seilscheibe von statten ging, das sehen Sie im Video:

Zwölf Tonnen wiegt die Stahlscheibe mit einem Durchmesser von sechseinhalb Metern. Gegenüber dem Fachmarktzentrum mit Aldi und Co - dort befand sich vor Jahrzehnten der Holzplatz des Bergwerks Haard - zeugte sie von der Pütt-Geschichte der Stadt Oer-Erkenschwick. Bis Montagabend. Da wurde sie von Fachleuten der Spezialkranfirma Bracht aus Recklinghausen auf einen Schwertransporter des Unternehmens Hövelmann verladen und abtransportiert. Ziel war die Stahl- und Metallbaufirma Feld im Winkelfeld in Rapen. Inhaber Andreas Renner und sein Sohn führten Regie bei der Demontage.

30 Helfer in Oer-Erkenschwick im Einsatz

Insgesamt 30 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, des Baubetriebshofs der Stadt Oer-Erkenschwick, der Feuerwehr, des Ordnungsamtes und des Kommunalen Ordnungsdienstes waren unter der Leitung des städtischen Fachdienstleiters Michael Grzeskowiak bereits seit 17 Uhr am Ewaldkreisel im Einsatz. Gleich zu Beginn wurden die Verbindungsbolzen, die die Seilscheibe an dem Tragegerüst fixierten, durchtrennt. Die eigentliche „Bergungsaktion“ begann dann um 22 Uhr.

Seilscheibe wird bei dichtem Schneetreiben in Oer-Erkenschwick angehoben

Bei dichtem Schneetreiben fuhr ein Spezialkran der Firma Bracht an der Stimbergstraße in Oer-Erkenschwick in Position. Eine Stunde brauchte sein Team, bis das schwere Gerät mit 24 Tonnen Kontergewichten stabilisiert und einsatzbereit war. Minuten später lag die Seilscheibe am Boden. Sofort wurde damit begonnen, mit einem Schneidbrenner das Tragegerüst von seinen Fundamenten im Boden zu trennen und auf einem Lkw der Firma Feld zu verladen.

Bergbaurelikt soll Ende März in Oer-Erkenschwick wieder aufgestellt werden

Danach kam die Seilscheibe an die Reihe. Sie wurde um 0.13 Uhr am Dienstagmorgen zentimetergenau auf einem Schwertransporter abgelegt, befestigt, und schließlich ab 0.47 Uhr von Sicherheitsfahrzeugen begleitet über die Stimbergstraße, die Ahsener Straße, die Holtgarde zum Winkelfeld gebracht. Dort wird sie von Mitarbeitern der Firma Feld entrostet und mit einem Schutzanstrich versehen. Ende März soll die frisch renovierte Seilscheibe an der Ecke Steinrapener Weg/Ludwigstraße in Rapen wieder aufgebaut werden. Kosten der Maßnahme: Rund 30.000 Euro. Notwendig ist die „Umsetzung“, weil auf dem jetzigen Seilscheibengelände am Ewaldkreisel in Oer-Erkenschwick eine neue Polizeiwache gebaut wird.

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