Das Pfarrhaus Oer wird im nächsten Jahr abgerissen. Der Heimatverein vermutet, dass es sich um archäologisch bedeutsames Gelände handeln könnte.
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Das Pfarrhaus Oer wird im nächsten Jahr abgerissen. Der Heimatverein vermutet, dass es sich um archäologisch bedeutsames Gelände handeln könnte.

Sorge um die Burg Oer

Reichshof auf Oerer Pfarr-Gelände vermutet

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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OER-ERKENSCHWICK - Der Verein für Orts- und Heimatkunde ist in Sorge. Der Vorstand hat Anlass zu der Vermutung, dass sich auf dem Gelände des Pfarrheims und des Pfarrhauses der Gemeinde St. Peter und Paul Überreste der sagenumwobenen Burg Oer befinden. Und jetzt soll genau dort gebaut werden. Dabei könnten womöglich heimatgeschichtlich wertvolle Spuren vernichtet werden.

Zur Erinnerung: Das ehemalige Pfarrhaus der Gemeinde St. Peter und Paul, in dem zurzeit eine Gruppe der Kinder- und Jugendeinrichtung Junikum untergebracht ist, wird im Sommer 2018 abgerissen. Bereits zuvor baut das Junikum in unmittelbarer Nähe zwei neue Häuser. Eines für die Verwaltungsmitarbeiter, das andere für die Wohngruppe „Oerbit“. Für diese Baumaßnahme sind bereits Rodungen durchgeführt worden.

„Da es sich hier um historischen Grund handelt, auf dem der Sitz der Herren von Oer und damit die Keimzelle von Oer vermutet wird, stellt sich für mich die dringende Frage, ob diese Baumaßnahme archäologisch begleitet wird?“, fragt Jochen Röttger vom Vorstand des Heimatvereins in Richtung Stadtverwaltung.

Genährt werden Jochen Röttgers Bedenken durch Veröffentlichungen in der Stimberg Zeitung unter anderem vom 8. März 1991. Damals hatte diese Zeitung über die neuesten Forschungsergebnisse des früheren Hochbauamtsleiters und Heimatfreundes Friedhelm Ast berichtet. Ast kam damals nach akribischer Auswertung von Archivunterlagen zu dem Ergebnis, dass die Burg Oer im Bereich des Pastorats der Gemeinde St. Peter und Paul gestanden haben muss. Allerdings sind bei den damaligen Neubauarbeiten für das Pfarramt, das Pfarrheim und den Oerer Kindergarten keine Überreste des alten Reichshofes gefunden worden.

Bernd Immohr, der Technische Beigeordnete der Stadtverwaltung, erklärt dazu: „Wir haben schon vor wenigen Jahren beim Bau des Oerer Feuerwehr-Gerätehauses mit dem Amt für Denkmalpflege Kontakt aufgenommen. Ergebnis der damaligen Gespräche war, dass es in Oer keine archäologischen Verdachtsflächen gibt.“ Außerdem, so der Baufachmann weiter, befinde sich das Oerer Pfarr-Areal im Bereich eines gültigen Bebauungsplans. „Bei dessen Aufstellung sind vor Jahren die Denkmalschützer als Träger öffentlicher Belange ebenfalls beteiligt worden. Sie hatten keine Bedenken“, betont Immohr.

Außerdem sei es grundsätzlich so, dass Erdbauarbeiten gestoppt werden müssen, wenn möglicherweise historisch bedeutsame Funde gemacht werden. In einem solchen Fall würden sofort Archäologen vom Denkmalamt hinzugezogen.

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