Von der SPD zur „PARTEI“: Sebastian Schroer.
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Von der SPD zur „PARTEI“: Sebastian Schroer.

Stadtverband soll gegründet werden

Die "PARTEI" will in den Rat

  • Jochen Börger
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OER-ERKENSCHWICK - 19 Jahre lang war Sebastian Schroer Mitglied der SPD. Er begehrte Anfang der 2000er-Jahre gegen die damalige Parteispitze auf. In neuer Mission strebt er jetzt wieder in die Lokalpolitik.

Die SPD ist für den heute 35-Jährigen inzwischen Geschichte. Schroer ist nach einem siebenjährigen Aufenthalt in Essen wieder nach Oer-Erkenschwick zurückgekehrt – und hat zeitgleich die SPD verlassen. Seine neue politische Heimat heißt „Die PARTEI“ – und bereits bis Ende Januar 2019 will Schroer in Oer-Erkenschwick einen Stadtverband gegründet haben. Sein Ziel: „Die PARTEI“ soll 2020 bei der Kommunalwahl antreten und dann in den Rat einziehen. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten soll es auch geben, Schroer selbst – im Hauptberuf selbstständiger IT-Dozent – schließt eine Kandidatur für den Rathaus-Chefsessel nicht aus.

Ein Einzelkämpfer sei er nicht, Unterstützer im Hintergrund wollen den Aufbau eines Stadtverbandes vorantreiben. Der Begriff „Die PARTEI“ steht als Abkürzung für „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ und wurde 2004 von Redakteuren des Satiremagazins „Titanic“ gegründet. Bundesvorsitzender Martin Sonneborn war einst „Titanic“-Chefredakteur. Bei der Europawahl 2014 wurde er als Spitzenkandidat in das Europäische Parlament gewählt, Sonneborn erklärte jüngst, dass er bei der Europawahl im kommenden Jahr wieder antreten werde. Lokalpolitisch ist die Organisation bislang gar nicht in Erscheinung getreten. Ein Kreisverband Recklinghausen wurde jüngst gegründet, Schroer will nun die „PARTEI“ auch am Stimberg schnell etablieren. Dass sie nach vielfacher Meinung als „Spaß-Organisation“ abgetan werde – das Programm zur Bundestagswahl 2017 beinhaltete beispielsweise Punkte wie „Bierpreisbremse jetzt“ oder „Der Russe ist an allem schuld“ – damit könne man leben, sagt Schroer – er will aber auch ernsthaftere Akzente im Kommunalwahlkampf setzen.

Sollte die „PARTEI“ einen eigenen Bürgermeisterkandidaten 2020 ins Rennen schicken, wäre es – Stand jetzt – Bewerber Nummer vier. Amtsinhaber Carsten Wewers (CDU) hat sein Interesse bereits bekundet und gilt parteiintern bei einer Nominierung als gesetzt. Die SPD will ihren Kandidaten am 3. Dezember vorstellen und im Frühjahr nominieren. Thorsten Fischer (parteilos) hat eine zweite Kandidatur nach 2015 ebenfalls schon angekündigt. Alle weiteren Parteien halten sich derzeit noch bedeckt.

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