Ein Mann wandert durch den Wald
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Wandern in der Haard ist eines der touristischen Pfunde, mit denen die Stadt Oer-Erkenschwick künftig bei ihrer Teilnahme an Hansetagen werben könnte.

Kommunalpolitik diskutiert

Bessere Tourismus-Werbung: Soll und kann Oer-Erkenschwick zu einer Hansestadt werden?

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Ist in Zukunft eine „Hansestadt Oer-Erkenschwick“ möglich? Die Satire-Partei „Die PARTEI“ schlägt das so vor. Jetzt berät der Haupt- und Finanzausschuss.

Nach Auffassung von Ratsmitglied Sebastian Schroer (Die PARTEI) wäre ein Beitritt von Oer-Erkenschwick in den Städtebund „Die Hanse“ nur ein logischer Schritt im Tourismuskonzept für Oer-Erkenschwick. Denn der Anschluss an die Hanse würde viele positive Effekte für das Image und sogar die Wirtschaft der Stadt mit sich bringen. Und das für einen einmaligen Registrierungsbeitrag in Höhe von 300 Euro und dann jeweils weitere 50 Euro pro Jahr.

Nachbarstadt von Oer-Erkenschwick diskutiert auch über die Hanse

Über den Beitritt zur Hanse wird aktuell auch in Datteln, der Nachbarstadt von Oer-Erkenschwick, auf Initiative von Die PARTEI diskutiert – und am Donnerstag, 21. Januar, ab 15 Uhr auch im Haupt- und Finanzausschuss der Stimbergstadt. Die Kreisstadt Recklinghausen dagegen ist schon im Jahr 2012 der Hanse beigetreten, als „Beistadt“ Dortmunds. Georg Gabriel, stellvertretender Fachbereichsleiter im dortigen Stadtmarketing, hatte bereits vor Monaten erklärt, dass das Label ein wichtiger Baustein für die touristische Vermarktung der Stadt sei. „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt er. Das könnte auch für Oer-Erkenschwick und den Tourismus gelten.

Oer-Erkenschwick muss nicht Mitglied der alten Hanse gewesen sein

Ähnliches wird auch aus anderen Städten berichtet, die sich der Hanse angeschlossen haben. Etwa die niedersächsische Kreisstadt Uelzen, die mit rund 34.000 Einwohnern durchaus vergleichbar mit Oer-Erkenschwick ist. Uelzen trat der Hanse im Jahr 2016 bei und verzeichnete schon nach nur einem Jahr eine Steigerung der Übernachtungszahlen um satte 8,5 Prozent. Auch Haltern am See hat sich der Hanse angeschlossen. Bernd Bröker, Leiter der Stadtagentur in der Seestadt, hatte bereits im Spätsommer bestätigt, dass der Anschluss an die Hanse sicherlich förderlich für das Image der Stadt Haltern gewesen sei. Stefanie Bischof, Geschäftsführerin der Hanse, erklärt dass man für einen Anschluss an den heutigen Hansebund nicht zwingend Mitglied der alten Hanse gewesen sein muss. Es reiche vielmehr aus, wenn der Nachweis erbracht wird, dass es einmal Handelskontakte zwischen der beantragenden Gemeinde und einem Mitglied der Hanse gab.

Oer-Erkenschwick würde der angeblich größten Städtegemeinschaft beitreten

Die Hanse bezeichnet die zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen hauptsächlich norddeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland war. Die Hanse heute ist ein aktives Netzwerk zwischen Städten, die in der Geschichte zum Bund der Kaufmannsstädte, also der historischen Hanse, gehörten oder mit diesen Städten im Handelsaustausch standen. Gegründet wurde dieser Städtebund im Jahr 1980 in der niederländischen Stadt Zwolle und ist seither nach eigenen Angaben die weltweit größte freiwillige Städtegemeinschaft.

Bürgermeister von Oer-Erkenschwick ist nicht grundsätzlich dagegen

Carsten Wewers, Bürgermeister von Oer-Erkenschwick, ist nicht grundsätzlich gegen das Projekt, meint aber: „Zielführend wäre es, wenn wir aus diesem Antrag einen Auftrag an die Verwaltung machen, den Beitritt zur Hanse zu prüfen. Denn, wenn man diese Mitgliedschaft ernsthaft betreiben will, dann entstehen auch Kosten. Deren genaue Höhe muss vor einer Entscheidung feststehen genau so wie der wirkliche Nutzen für die Stadt.“ Der Vorsitzende der größten Ratsfraktion in Oer-Erkenschwick, Lars Ehm (CDU), sieht das ähnlich. „Wir sollten erst mal alle Kosten, wie die möglicher Reisespesen für die Teilnahme an Hansetagen, prüfen. Aber wir sollten diesen Antrag zum Anlass nehmen, einmal alle Mitgliedschaften der Stadt samt ihrer Kosten aufzulisten.“

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