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Bücher als Beruf und auch Lebensinhalt: Helga Kullack betreute den Bücherbus. Das alte Foto zeigt sie (l.) am Bus mit Bürgermeister Heinz Netta, Bibliothekarin Hannelore Peitz und Verwaltungsangestellen.

UNESCO-Bücherbus

Als die Bibliothek rollen lernte

OER-ERKENSCHWICK - 50 Jahre ist es her, da machte die UNESCO der Stimbergstadt ein großartiges Geschenk: einen Bücherbus! Untergestellt war das Fahrzeug - gebraucht, aber noch brauchbar - zunächst in der Garage des Feuerwehrgerätehauses.

Der als rollende Bibliothek der Internationalen Jugendbücherei in München eingesetzte Bus war eine besondere Geste der internationalen Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur; immerhin war bereits die Stadtbücherei als UNESCO-Modell anerkannt.

Die damaligen Stadtväter erwarteten mit der rollenden Ausleihe in Rapen, dem nördlichen Teil von Klein-Erkenschwick und Siepen, günstige Aussichten. „Die Leser brauchen nicht mehr den weiten Weg zur Stadtbücherei zu machen. Sie werden in absehbarer Zeit an bestimmten Stellen zu bestimmten Stunden den Bus finden, der etwa 2000 Bücher fasst. Die Inneneinrichtung ist so, dass der Umtausch der Bücher ziemlich bequem vor sich gehen kann“, das war die in Worte gefasste Idee, wie in der Stimberg Zeitung aus dem Jahre 1961 zu lesen ist. Die erste Ausfahrt erfolgte dann im Juni 1963. Zunächst wurde der Wagen in Datteln (!) aufgetankt. Anschließend polierte ihn der Bauhof in Oer-Erkenschwick auf Hochglanz. Am Volksbildungswerk wurde er danach geschmückt. Allerdings nicht zur Buchausleihe. Die rollende Bibliothek mit ihren Schaufenster machte Reklame für die Eröffnung der Stadthalle. Und das natürlich gleich kreisweit.

Die erste Buchausleihe dauerte dann noch einmal sechs Monate, bis das „unverhoffte Geschenk aus München“ endlich an jedem Dienstag der Woche Bücher zu den Bürgern brachte.

Doch der Bücherbus rollte nur zwei Jahre. Zum Jahresende 1965 stellte der Büchereibus seine Fahrt ein. Die Erklärung im Kultur- und Büchereiausschuss passt in die Kuriositäten der Stadtgeschichte. „Der Bus war ein älteres und ausgiebig gebrauchtes Fahrzeug, als er in Erkenschwick ankam. Inzwischen ist er so reparaturbedürftig geworden, dass sich eine Generalüberholung nicht mehr lohnt."

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