Verlorener Ehering

Taucher findet Ring im Silbersee Tage vor der Hochzeit

Haltern - Vier Wochen lang lag der Ehering von Christian Butterbach aus Oer-Erkenschwick auf dem Boden des Silbersees. Bis ein Schatzsucher fündig wurde. Tage vor der kirchlichen Hochzeit.

Seelenruhig lag der schwarz-silberne Carbon-Ring knapp vier Wochen in 1,70 Meter Tiefe im Silbersee. Beim Ballspielen mit seinem Sohn, sagt Michaela Butterbach, habe ihr Mann den Ring im See verloren: "Mein Mann stand bis zum Kinn im Wasser", schildert sie. Durch das Wasser wurde der Ring locker. "Mein Mann wollte den Ring hoch zur Tasche bringen, hat dann den Ball zu unserem Sohn geworfen und dabei ist der Ring ins Wasser gefallen." Eine Stunde lang suchte die Familie nach dem Ring. Bis sie schließlich aufgab. Für den Moment.

Die Trauung findet schon nächste Woche statt

Zu Hause startete Michaela Butterbach einen Aufruf auf der Facebook-Silbersee-Seite mit einem Foto ihres Carbon-Rings. "Ich habe geschrieben, dass wir nächste Woche heiraten und wir uns freuen würden, wenn jemand den Ring findet", sagt Michaela Butterbach. Auch eine zweite Suchaktion der Familie scheiterte. "Aber der Ring lag wohl einfach zu tief."

Kurz darauf kommt der Kontakt zu Dirk Niggemann zustande, dessen Hobby die Suche nach verlorenen Dingen ist. Auch Eheringe sind darunter. Allein in diesem Jahr haben er und seine Tauchkollegen von dem europaweiten Netzwerk "Detectorist.EU" 20 bis 25 Ringe gefunden, erklärt Niggemann. Er beauftragte einen Taucher aus Dülmen mit der Suche. "Aber der Mann ist leider dreimal vergebens in den See gegangen", sagt Michaela Butterbach.

"Ich hab' ihn" ruft Schatzsucher Dirk Niggemann

Am Dienstag kam Dirk Niggemann nach Haltern. Christian Butterbach zeigte ihm die Stelle, an der er den Ring verloren hat. Mit Neoprenanzug, Metallschaufel und Detektor ging der Sucher ins Wasser. Zuerst schlug der Detektor bei einem Kronkorken an. Kurz darauf änderte sich der Ton des Detektors. "?Ich hab ihn?, hat Dirk dann zu meinem Mann gesagt", erinnert sich Michaela Butterbach. Niggemann stach mit seiner Metallschaufel in den Sand und förderte den verlorenen Schatz ans Tageslicht. Kurz vor der Bruchkante. "Wir haben Glück, dass der Ring nicht über die Bruchkante hinweggerutscht ist, dann wäre er in die erste 15-Meter-Etappe gerutscht", sagt Michaela Butterbach erleichtert.

"Wir hatten den Ring nach vier Wochen schon abgeschrieben", sagt Michaela Butterbach. Ein neuer Ring sei schon in Auftrag gegeben worden. "Mein Mann wollte aber den Ring wiederhaben, den wir uns vor zwei Jahren vor dem Standesamt gegeben haben." Michaela Butterbach ist erleichtert. Und der kirchlichen Trauung steht jetzt nichts mehr im Weg.

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