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Noch liegen die Teile des am Ende 15 Meter hohen Minaretts auf dem Moscheegelände an der Werderstraße. Der Turm ist 1,60 Meter breit und verdickt sich an seinem oberen Ende, an dem Gemeindevorsitzender Muammer Simsek steht. Das Stahlgerüst wird nach seiner Aufstellung mit einer Haut aus Kunststoff verkleidet.

Werderstraße

Milli-Görüs-Gemeinde baut Minarett auf

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OER-ERKENSCHWICK - In der nächsten Woche beginnen die Mitglieder der Milli-Görüs-Gemeinde an der Werderstraße in Rapen mit dem Aufbau ihres Minaretts. Ein öffentlicher Muezzin-Ruf von dem Turm ist nicht geplant.

Die Bauteile für das Stahlgerüst sind bereits per Transporter aus der Türkei angeliefert worden. Das Minarett wird insgesamt 15 Meter hoch und überragt den Moschee-Bau direkt daneben nur um wenige Meter. „Das Minarett komplettiert unseren Moschee-Bau, der an der Werderstraße bereits seit 28 Jahren existiert“, sagt der Vorsitzende der Milli-Görüs-Gemeinde, Muammer Simsek (54). „Wir sehen unsere Moschee als Haus Gottes, genauso wie Kirchen und Synagogen. Mit dem Minarett möchten wir zeigen: Wir sind hier und alle Menschen sind bei uns willkommen. Und ich betone noch einmal klar und deutlich: Wir planen auch in der Zukunft von dem Minarett keinen Muezzin-Ruf. Eine gute Nachbarschaft ist uns wichtiger als der öffentliche Gebetsruf.“

Die Stadt hat den Bau des 1,60 Meter breiten Minarett-Turms bereits genehmigt. „Bei dieser baurechtlichen Genehmigung geht es nicht darum, wer etwas baut, sondern was errichtet werden soll. Und das geplante Minarett verstößt gegen keine Vorschriften“, sagt Bürgermeister Carsten Wewers auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach Angaben des Technischen Beigeordneten der Stadtverwaltung, Bernd Immohr, gilt ein Minarett als ein zugehöriges, unselbständiges Bauteil eines islamischen Gotteshauses. „Und das ist grundsätzlich zulässig. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens haben wir natürlich auch die Einhaltung von Abstandsvorschriften geprüft. Nach den uns vorliegenden Unterlagen werden alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten“, erläutert Immohr.

Bereits im Herbst 2015 hatte die Milli-Görüs-Gemeinde bei der Stadt den Bau ihres Minaretts angekündigt und auch beantragt. Nachdem das Bauvorhaben öffentlich wurde, entzündete sich eine hoch emotionale Diskussion über das Für und Wider des Bauwerks. Im November 2015 erklärte die Milli-Görüs-Gemeinde, den Minarett-Bau aufzuschieben. Der Bauantrag blieb allerdings bestehen und wurde seitens der Stadtverwaltung im Januar 2016 genehmigt. Eine solche Baugenehmigung behält drei Jahre ihre Gültigkeit.

2019 soll das Altgebäude der Moschee eine neue Fassade mit braunen Riemchen erhalten, damit sich das Gebäude, so Muammer Simsek, gut in die Nachbarschaft einfügt.

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