Der 46 Meter hohe Förderturm des Haardschachts, der zur Zeche in Oer-Erkenschwick gehörte, steht noch.
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Der 46 Meter hohe Förderturm des Haardschachts, der zur Zeche in Oer-Erkenschwick gehörte, steht noch.

Haard-Schacht - Jetzt mit Update

Zechenreste werden abtransportiert - Route der täglich 30 Lkw-Ladungen führt über Oer-Erkenschwick

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  • Michael Dittrich
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Bis zu 40 Lkw-Ladungen werden pro Tag abgefahren. Route führt über die Redder- und Ahsener Straße in Richtung Oer-Erkenschwick.

Update, 11. Februar, 14.42 Uhr: Seit Wochen rollen Lkw mit Bauschutt durch Oer-Erkenschwick. Es handelt sich dabei um Überreste des ehemaligen Haardschachtes in Datteln, der seit Mai vergangenen Jahres abgerissen wird. „Wo werden die Ladungen eigentlich abgekippt?“, fragen sich etliche Leser. „Jedenfalls nicht in Oer-Erkenschwick“, sagt Stephan Conrad, RAG Montan Immobilien GmbH (RAG MI). Es handelt sich um eine Menge von 12.000 bis 15.000 Kubikmeter Zechenüberresten. „Die beauftragte Firma sortiert das Material vor Ort getrennt nach Beton, Mauerwerk, Stahl und Holz und transportiert es zu Deponien und Aufbereitungsanlagen in der Region“, erklärt Conrad. Der RAG MI-Sprecher schätzt den Umfang auf rund 1000 Lkw-Ladungen, in Spitzenzeiten können das täglich bis zu 30 Transporte sein: „Davon fahren etliche auch durch Oer-Erkenschwick.“ Voraussichtlich bis Mai werden sich die Abbrucharbeiten am ehemaligen Haardschacht hinziehen.

Abtransport führt über Oer-Erkenschwick

Unsere Erstberichterstattung: Seit Mai des vergangenen Jahres hatten sich die Bagger durch die Gebäudeüberreste des Haard-Schachtes im Jammertal gearbeitet. Dort waren Tausende von Bergleuten aus Oer-Erkenschwick täglich zu ihren Schichten angefahren. Die beim Abriss angefallenen Bauschuttmassen müssen nun entsorgt werden. Ab Montag, 1. Februar, sollen täglich 30 bis 40 Lkw-Ladungen mit Bauschutt bewegt werden. Der Abtransport erfolgt durch die Firma Prümer aus Lünen und soll über die Redder Straße und die Ahsener Straße in Richtung Oer-Erkenschwick erfolgen.

2800 Kumpel kamen auch aus Oer-Erkenschwick

Kein Stein blieb auf dem anderen, als mit schwerem Gerät das 90 Meter lange und 65 Meter breite Hauptgebäude abgerissen wurde. Als die Anlage sich noch im Betrieb befand, waren hier die Verwaltung und die Kaue für 2800 Kumpel auch aus Oer-Erkenschwick untergebracht. Nach nur wenigen Wochen war kaum noch etwas von der ehemaligen Schachtanlage übrig, die einst noch als Teil einer möglichen Ausweitung des Bergbaus in den Norden der Region angedacht war. Daraus wurde bekanntlich nichts: 2001 wurde der Haard-Schacht stillgelegt. Nach Behördenangaben sind die Fahrer der Firma Prümer angehalten, sich exakt an Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten und auf Fußgänger sowie Radfahrer Rücksicht zu nehmen. Grundsätzlich sei mit einem höheren Lkw-Verkehrsaufkommen in Oer-Erkenschwick zu rechnen.

  • Mit dem Abriss des Haardschacht-Gebäudes geht ein Stück gemeinsamer Dattelner und Oer-Erkenschwicker Püttgeschichte zu Ende. Der Haard-Schacht, 1983 in Betrieb genommen, wurde 2001 stillgelegt. Er gehörte zur Oer-Erkenschwicker Zeche Bergwerk Haard (früher Ewald-Fortsetzung - auf deren Gelände Gewächshäuser gebaut werden sollen).
  • Die Pütt-Geschichte in Oer-Erkenschwick begann 1899 mit dem Bau des Förderschachtes an der Ewaldstraße. Das Bergwerk Ewald-Fortsetzung begann 1903 mit der Kohleförderung. Das Bergbau-Ende in Oer-Erkenschwick wurde 1992 mit der Zusammenlegung des Pütts mit der Recklinghäuser Zeche General Blumenthal eingeläutet. Diese Verbundzeche ging 2001 mit dem Marler Pütt Auguste Victoria zusammen und wurde 2015 geschlossen.

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