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Am Schmuggel von 32 Mio. Zigaretten soll auch ein Bauarbeiter aus Oer-Erkenschwick beteiligt gewesen sein

Vor Gericht - Jetzt mit Update

32 Millionen Zigaretten geschmuggelt: Keine Bewährung für Männer aus Herten und Oer-Erkenschwick

Zwei Männer aus Herten und Oer-Erkenschwick sollen Zigaretten im Wert von 7,2 Millionen Euro geschmuggelt haben. So war der Prozessbeginn.

  • Insgesamt vier Personen sind angeklagt
  • Schadenssumme beträgt rund 7,2 Millionen Euro
  • Mit einem Urteil wird Mitte Juli gerechnet

Update, 8. Mai, 15.58 Uhr: Die Richter am Landgericht Bochum haben heute im Prozess um mutmaßlichen Schwarzhandel mit rund32 Millionen Zigaretten aus Osteuropa durchblicken lassen, dass die beiden Hauptangeklagten (40/51) aus Oer-Erkenschwick und Herten selbst bei vollen Geständnissen nicht mehr auf eine Bewährungsstrafe hoffen können. Dafür seien die laut Aktenlage hinterzogenen Steuer- und Zollabgaben einfach viel zu hoch, hieß es. Im konkreten Fall könnten die beiden Angeklagten durchaus auf ein Strafmaß von fünf Jahren Haft plus X zusteuern. Allein die Angeklagten Nummer Drei und Vier, die laut Anklage Zwischenhändler der Schmuggelzigaretten gewesen sind, dürfen offenbar noch auf eine Bewährungschance hoffen. 

Landegericht: Duo seit sechs Monaten in U-Haft

Update, 5. Mai, 17 Uhr: Am Landgericht Bochum geht es seit Dienstag um einen der größten Zigarettenschmuggel-Prozesse der vergangenen Jahre. Die Hauptangeklagten kommen aus Herten und Oer-Erkenschwick – das Duo sitzt seit sechs Monaten in U-Haft.

Laut Staatsanwaltschaft war die Gruppe professionell organisiert. „Ihre illegalen Tätigkeiten sprachen sie eng ab, um so reibungslose Abläufe zu ermöglichen“, hieß es in der Anklageschrift wörtlich. Mit einem Urteil ist voraussichtlich frühestens Mitte Juli zu rechnen.

Landgericht Bochum: Prozess um unversteuerte Zigaretten

Was wir bisher berichtet haben: Am Dienstag (5. Mai) um 14 Uhr beginnt am Landgericht Bochum der Prozess um eine Zigarettenschmuggler-Bande. Die insgesamt vier Angeklagten (40, 41, 43 und 51 Jahre) aus Oer-Erkenschwick, Herten, Essen und dem Raum Fulda sollen seit 2016 einen professionell organisierten Schwarzhandel mit unverzollten sowie unversteuerten Zigaretten betrieben haben. Der Schaden durch die am Fiskus vorbei geschleusten Abgaben und Steuern (Tabaksteuer, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) für rund 160.000 Zigarettenstangen beläuft sich laut Anklage auf knapp 7,2 Millionen Euro. 

Komplize aus Herten soll Aufgabe des Vertriebs übernommen haben

Laut Anklage hat sich der Bauarbeiter aus Oer-Erkenschwick überwiegend um den Zigarettenankauf, die Finanzierung und um die Lagerstätten gekümmert. Der mutmaßliche Komplize aus Herten soll die Aufgabe des Vertriebs übernommen haben. Die weiteren Mitangeklagten – zwei Cousins - sollen als eine Art Zwischenhändler fungiert haben. Für die Be- und Entladung der Transport-Fahrzeuge soll der Bauarbeiter aus Oer-Erkenschwick einen Hochhubwagen eingesetzt haben. 

Garagen in Castrop-Rauxel und Bottrop wurden als Lagerhallen genutzt

Die offenbar überwiegend aus dem Baltikum eingeschmuggelten Zigaretten der Marke „Regal“ sollen von der Gruppierung hierzulande zu wahren Schnäppchenpreisen verkauft worden sein.

Laut Anklage betrug der Verkaufspreis pro Stange (200 Zigaretten) zwischen 16 und 19 Euro, lag mithin weit unter dem üblichen Preisen von bis zu 65 Euro. Allein die entgangene Tabaksteuer für eine Stange Schmuggelzigaretten soll sich auf mehr als 30 Euro belaufen. Als Lagerhallen sollen unter anderem XXL-Garagen in Castrop-Rauxel und Bottrop genutzt worden sein. 

Oer-Erkenschwick: 16 Verhandlungstage anberaumt

Drei von vier Angeklagten sitzen seit Mitte November 2019 in U-Haft. Für den Prozess hat die 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht vorerst 16 Verhandlungstage anberaumt. Mit einem Urteil ist voraussichtlich frühestens Mitte Juli zu rechnen.

Werner von Braunschweig

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