Umfrage vor Bund-Länder-Treffen

Umfrage-Klatsche für Merkel und Co. - Schlechteste Werte seit Beginn der Corona-Pandemie

Corona-Politik: Bei den aktuellen Deutschlandtrends mussten mehrere Politiker:innen Verluste einstecken. Besonders zwei Minister kommen schlecht davon.

Köln - Die Zufriedenheit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sinkt. Das zeigt der neue ARD- Deutschlandtrend, den das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap am Montag und Dienstag erhoben hat. Und damit vor dem Corona-Gipfel von Bund und Länder. Zwar wird die Kanzlerin weiterhin mehrheitlich positiv gesehen - 64 Prozent der Befragten gaben sich zufrieden mit ihrer Arbeit -, doch das Ergebnis ist fünf Prozentpunkte niedriger als noch im Vormonat. Das teilte der WDR am Donnerstag mit. Es ist der geringste Wert von Merkel* seit April des vergangenen Jahres. Doch die Bundeskanzlerin ist nicht die einzige, die an Zustimmungspunkten verloren hat.

Deutlich gelitten haben die Werte bei Parteikollegen und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn*. Es ist anzunehmen, dass diese Verluste mit dem in der Kritik stehenden Krisenmanagement* des Gesundheitsministeriums zusammenhängen. Zuletzt hatte Spahn beim Impfen und den Corona-Tests Vertrauen verspielt. Das wurde nun offenbar abgestraft. Zwölf Prozentpunkte Verlust muss der Gesundheitsminister im Vergleich zum Februar einstecken. Nur noch 39 Prozent der Befragten sagten aus, dass sie mit seiner Arbeit zufrieden seien.

Deutschlandtrend: Aktuelle Umfrage zeigt Zustimmungsverlust bei Merkel, Spahn und Altmaier

Und die Fahrstuhlfahrt nach unten geht bei den Christdemokraten weiter. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erhält den schlechtesten Wert, seitdem er die Position inne hat. Nur noch 33 Prozent geben sich mit dem CDU-Politiker zufrieden - zehn Prozentpunkte Verlust seit dem Vormonat.

Freuen kann sich Olaf Scholz (SPD). Zwar wurde er gestern vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder beim Corona-Gipfel verbal angegangen - „Ich weiß nicht, was Sie getrunken haben. Sie sind hier nicht Kanzler“, - doch seine Zustimmungswerte sind die höchsten im Regierungskabinett. Der Vizekanzler und Finanzminister kommt auf 48 Prozent (plus zwei Prozentpunkte), gefolgt von SPD-Politiker und Außenminister Heiko Maas, 44 Prozent (minus vier Prozentpunkte) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mit 30 Prozent (minus sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Juni).

Schlechteste Werte für Bundesregierung seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland

Mit der Arbeit der Bundesregierung selbst sind 50 Prozent der Befragten zufrieden. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als noch im Februar. 49 Prozent geben sich kritisch. Es ist der schlechteste Wert des Kabinetts seit Beginn der Corona-Pandemie.

Doch der aktuelle Deutschlandtrend zeigt auch: Die Mehrheit der Befragten steht hinter den Corona-Beschlüssen. Wohlgemerkt: Die repräsentative Umfrage von 1296 Wahlberechtigten wurde vor Bekanntwerden der Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens erhoben. So gaben 47 Prozent der Befragten laut WDR an, sie hielten die getroffenen Corona-Maßnahmen für angemessen. Sogar 20 Prozent sprachen sich dafür aus, die Regeln zu verschärfen. Insgesamt zeigen sich somit 67 Prozent der Teilnehmenden mit der Corona-Politik in Deutschland zufrieden oder forderten gar eine Verschärfung. Und doch: Der Wert der Lockerungsbefürworter ist gewachsen. 30 Prozent gaben an, dass die Maßnahmen zu weitgehend seien - acht Prozentpunkte mehr als Anfang Februar und drei Prozentpunkte mehr als Mitte des Vormonats. Die Kritik stammt vor allem aus der AfD-Wählerschaft und Teilen der FDP.

Das konkrete Corona-Management der Politik wurde mehrheitlich negativ bewertet. 74 Prozent gaben an, sie seien mit der Beschaffung des Vakzins weniger oder gar nicht zufrieden. Schlecht kamen auch die Hilfen für Wirtschaft und Selbständige sowie die Bereitstellung und Nutzung von Corona-Schnelltests davon. Und auch die Art, wie Politiker:innen ihre Entscheidungen in der Corona-Pandemie darlegten, wurde mehrheitlich negativ wahrgenommen. (aka/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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