Donald Trump Junior auf der jährlichen CPAC-Konferenz in Orlando, Florida.
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Donald Trump Junior auf der jährlichen CPAC-Konferenz in Orlando, Florida.

Brisante Rede am Wochenende

Trump Jr. teilt gegen Biden aus und verbreitet Fake News über Disney - Aussage über Vater überrascht

Eine neue Aussage von Mitch McConnell sagt einiges über die Machtverhältnisse bei den Republikanern. Donald Trump Junior wütet währenddessen gegen Präsident Joe Biden.

Update vom 27. Februar, 17.50 Uhr: Am Sonntag wird Donald Trump erstmals als Ex-Präsident auf die politische Bühne zurückkehren. Bei der „Conservative Public Action Conference“ (CPAC), einer jährlichen Versammlung erzkonservativer Republikaner:innen, wird er eine Rede halten. Den Anfang machte sein Sohn, Donald Trump Junior. Am zweiten Tag der Konferenz nutzte er seine Teilnahme, um über US-Präsident Joe Biden herzuziehen sowie über angebliche Cancel-Culture im Zusammenhang mit den Muppets.

Die Schuldigen für den Trump Sohn: Die „radikalen Linken“. Dabei behauptete er, die Kinder-Sendung sei von Disney+ abgesetzt worden. In Wirklichkeit wurden sie von dem Streamingdienst wegen „negativer Vorurteile“ teilweise mit einer Inhaltswarnung versehen und zwei Episoden aus anderen Gründen entfernt. Diesen Fehler ließ die Twitter-Community dem Republikaner nicht durchgehen, sofort erschienen zahlreiche Video-Mitschnitte, versehen mit der Richtigstellung der Fake News.

„Ich werde zuversichtlich sagen, dass Präsident Trump von seinem Schreibtisch in Mar-a-Lago in den nächsten vier Jahren mehr für Amerika erreichen wird, als Joe Biden & Kamala Harris sich erträumen konnten“, sagte seine Freundin Kimberly Guilfoyle, die für die Konferenz in Orlando ebenfalls vor Ort war. Trump Junior wiederum beklagte sich über Diversität in Bidens Kabinett, erneuerte absurde Wahl-Betrugs-Vorwürfe - und attackierte Hunter Biden, Joe Bidens Sohn.

Donald Trump und Mitch McConnell: Mächtiger Republikaner wurde zum Steigbügelhalter seiner Macht

Erstmeldung vom 26. Februar, 13.30 Uhr: Washington, D.C. - Das Verhältnis zwischen dem Ex-Präsidenten Donald Trump und dem mächtigen Republikaner Mitch McConnell ist kompliziert. Als sich Trump einst für den US-Wahlkampf 2016 in Stellung brachte, war der Senator von Kentucky von dem Business-Man und TV-Gesicht nicht begeistert. Doch mit Trumps Sieg über die Demokratin Hillary Clinton änderte sich dies. Und der damalige Mehrheitsführer der Republikanischen Partei wurde in Trumps Präsidentschaft zum wichtigen Steigbügelhalter der Macht.

Bis zu den Ausschreitungen des 6. Januars 2021 und dem Angriff auf das US-Kapitol, dieses Wahrzeichen der US-amerikanischen Demokratie. Das war für den erzkonservativen Republikaner McConnell zu viel. Er ging auf Distanz zu Trump. Beim zweiten Impeachment gegen den Ex-Präsidenten stimmte er jedoch für einen Freispruch. Nur, um kurz darauf Trump zu verurteilen, als „praktisch und moralisch verantwortlich für die Provokation der Ereignisse“ rund um die Stürmung des US-Kapitols. Der wehrte sich mit einer beleidigen Tirade* - und nun geht der Minderheitenführer der Republikaner offenbar wieder auf Kuschelkurs, wie neueste Ereignisse nahelegen. Es ist kompliziert.

Donald Trump kehrt auf die politische Bühne zurück: Mitch McConnell sichert ihm seine Unterstützung zu

Auf die Frage, ob er eine Kandidatur Donald Trumps bei der US-Wahl 2024 unterstützen würde, antwortete McConnell dem konservativen US-Sender Fox News: „Absolut“. Noch ist unklar, ob der 45. US-Präsident tatsächlich plant, erneut für das höchste Amt der Vereinigten Staaten zu kandidieren. Die Demokratische Partei, angeführt von Sprecherin Nancy Pelosi, wollte mit einem Impeachment eben diese Möglichkeit ausschließen. Nun gibt es Annahmen, dass Trump bei seiner ersten öffentlichen Rede als Ex-Präsident* bei einer Republikaner-Konferenz am Sonntag eben diese Ankündigung plant. Mike Allen von Axios schreibt, Trump „plant, die Nachricht zu senden, dass er der ‚mutmaßliche Kandidat der Republikaner für 2024‘ ist und die Basis der Partei fest im Griff hat.“

Mitch McConnell und Ex-Präsident Donald Trump im Weißen Haus.

Die Republikanische Partei selbst befindet sich in einer Identitätskrise. Die Grand Old Party ist in ihren Grundfesten gezeichnet von der Ära Trump. Auf der einen Seite des politischen Spielfeldes: Die Erben des Trumpismus, beispielsweise Senator Josh Hawley, die auf der Erfolgswelle der Trump‘schen Politik weitersurfen wollen, um sich so die Unterstützung der republikanischen Basis zu sichern. Auf der anderen Seite diejenigen, die schnell die Trump-Zeit ad acta legen wollen.

Von ihrem republikanischen Fraktionsvorsitzenden bekommen sie jedoch nun das Zeichen: Noch ist es nicht so weit. Und auch Senator Mitt Romney, einer der wenigen Republikaner, die sich offen gegen Trump* stellten, sagte kürzlich der New York Times: „Ich sehe mir die Umfragen an und die Umfragen zeigen, dass unter den Namen, die 2024 als potenzielle Konkurrenten bekannt wurden, Präsident Trump unter den Republikanern mit einem Erdrutsch gewinnt.“ Unterdessen laufen offenbar Trumps Bemühungen an, unliebsame Parteifreunde aus Ämtern und Mandaten zu verdrängen*.

Mächtiger Republikaner Mitch McConnell: Aussage legt nahe, dass Trumps politische Karriere noch nicht beendet ist

In dem Fox-News-Interview selbst, äußerte sich Mitch McConnell zunächst folgendermaßen: „Zwischen jetzt und 24 ist viel zu tun. Ich glaube, ich habe vier Mitglieder, die planen, für den Präsidenten zu kandidieren, sowie Gouverneure und andere.“ Es solle sich um „ein weit offenes Rennen“ handeln. Doch als Moderator Bret Baier nachhakt, ob er Trump unterstützen würde, wenn er als Kandidat der Partei ausgewählt würde, antwortete McConnell klar: „Der Kandidat der Partei? Auf jeden Fall.“ Aussagen wie diese zeigen: Donald Trump wird nicht so schnell in der Bedeutungslosigkeit versinken.(aka)*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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