Screenshot: Fall von Polizeigewalt in Göttingen sorgt für Empörung
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Screenshot: Fall von Polizeigewalt in Göttingen sorgt für Empörung.

Schimpftiraden erzeugen Gewalt

„Hand ausgerutscht“: Polizist schlägt 19-Jährigen vor laufender Kamera ins Gesicht

Wie viel müssen Polizisten aushalten? Diese Frage stellt sich aktuell in einem Fall in Göttingen, wo ein Beamter einen Jugendlichen ohrfeigt. Ein Video dokumentiert die Situation.

  • Ein Fall von Polizeigewalt erzeugt Wirbel: In Göttingen fängt sich ein 19-Jähriger eine Ohrfeige.
  • Die Entgleisung des Beamten wird durch den Mitschnitt eines Chat-Videos dokumentiert.
  • Der Vorfall zieht Ermittlungen nach sich. Der Leiter der Polizeiinspektion nimmt Stellung zum Hergang.

Göttingen - Ein neuer Fall von Polizeigewalt erzeugt bundesweit Aufmerksamkeit: In der niedersächsischen Stadt Göttingen wird gegen einen Polizisten ermittelt, der einem aufmüpfigen 19-Jährigen eine Ohrfeige verpasst hat. Der Einsatz zieht hitzige Diskussionen nach sich, inwiefern die Ursachen derartige Entgleisungen seitens Polizei rechtfertigen.

Polizeigewalt in Göttingen: Video zeigt, wie Polizist jungem Mann Ohrfeige verpasst

Ans Licht der Öffentlichkeit kommt der Fall aus Göttingen, weil der Mitschnitt eines Video-Chats deutlich zeigt, wie ein Polizisten dem jungen Mann gegenüber die Nerven verliert und er diesen mit Wucht ins Gesicht schlägt:

Der Grund für das Erscheinen der Polizei bei dem 19-Jährigen resultiert aus einer massiven Ruhestörung, wie die Polizei erklärt. Bereits am Tag zuvor gab es an gleicher Stelle einen Einsatz, bei dem sich der Mann laut Polizei so aggressiv verhalten hatte, dass er bereits in Gewahrsam genommen wurde.

Debatte um Polizeigewalt: Jugendlicher provoziert wiederholt - Polizist schlägt zu

Auf den Plattformen YouTube und Twitter gibt es auf das drastische Vorgehen des Polizisten in Göttingen geteilte Reaktionen auf den Video-Mitschnitt. Einerseits folgt eine Welle der Entrüstung, wo sich User entsetzt zeigen und sich gegen Polizeigewalt stark machen. Andere sind sich der Tatsache bewusst, dass eine drastische Provokation seitens des jungen Mannes vorlag, was mittlerweile auch bestätigt wurde.

Wie bei Fällen von Polizeigewalt vorgeschrieben, wird gegen den entsprechenden Polizisten nun wegen Verdacht auf Körperverletzung ermittelt. Wie die Polizei Göttingen berichtet, seien der Ohrfeige des Polizeibeamten in der Tat massive Beleidigungen des Teenagers vorausgegangen. So habe der Mann die Einsatzkräfte wüst beschimpft. Bei dem Einsatz waren drei Beamte wegen massiver Ruhestörung in der Wohnung des jungen Mannes erschienen.

Wenngleich sich allem Anschein nach der wiederholt aggressiv auftretende 19-Jährige den Anweisungen der Polizei widersetzte, sehen sich die Polizisten also einem Strafverfahren ausgesetzt. Dies wird aus Neutralitätsgründen von einer anderen Polizeidirektion als jener in Göttingen durchgeführt.

Thomas Rath, Leiter der Göttinger Polizeiinspektion, kritisiert den Polizeibeamten bereits vor den Ergebnissen scharf und erläutert, dass sich der Beamte hätte beherrschen müssen. So werde von den Mitarbeitern trotz persönlicher Beleidigungen „eine besonders hohe Hemmschwelle“ erwartet. Polizisten müssen „Profis" sein und „Ruhe und Distanz“ wahren.

Polizeiskandal in Göttingen: 19-Jähriger randalierte und belästigte Nachbarschaft

Rath äußert sich zudem in einem ausführlichen Statement über die Ursachen, die zu dem Skandaleinsatz geführt haben. Demnach habe der 19-Jährige randaliert und die Nachbarn belästigt. Als die Polizisten eintrafen, wurden sie „fürchterlich beschimpft“, worauf einem der Einsatzkräfte „die Hand ausgerutscht“ sei:

Videos von Polizeieinsätzen in Düsseldorf und Frankfurt der jüngeren Zeit zogen ebenfalls Kritik nach sich. Daraufhin wurden mehrere Beamten suspendiert.

Seitdem in den USA der Afro-Amerikaner George Floyd* von einem Polizisten umgebracht wurde, wird dem Thema Polizeigewalt auch in Deutschland vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet - allerdings hauptsächlich im Bezug auf Rassismus*. Sind die Geschehnisse in den USA auch in hierzulande möglich? Kriminologe Christian Pfeiffer sprach mit uns über Ursachen, Auswirkungen - und Verbesserungsansätze*. *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Netzwerks.

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