Ticker zur UN-Klimakonferenz in Madrid

Greta Thunberg und Luisa Neubauer emotional bei Klimakonferenz: “Unsere moralische Pflicht“

Die UN-Klimakonferenz in Madrid läuft. Star-Gast Greta Thunberg ist inzwischen ebenfalls angekommen - und kämpfte mit unerwarteten Hindernissen.   

  • Fridays-for-Future-Aktivistin Greta Thunberg nimmt an der UN-Klimakonferenz in Madrid teil.
  • Die Klima-Aktivistin hatte zuvor eine viel beachtete Rede auf dem UN-Klimagipfe l in New York gehalten.
  • Am Montag gaben Greta Thunberg und Luise Neubauer eine gemeinsame Pressekonferenz am Rande der UN-Konferenz.

Update vom 9. Dezember: Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid haben die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer in einer gemeinsamen Pressekonferenz zu dringendem Handeln aufgerufen: „Die Klimakrise wird uns nicht nur in der Zukunft treffen, sie betrifft schon heute unzählige Menschen, die schon jetzt leiden und sterben.“

Thunberg und Neubauer zur Seite standen sechs verschiedene Klimaaktivisten aus verschiedenen Weltregionen - unter anderem von den Marshallinseln, den Filippinen, aus Russland und Chile. Sie berichteten von Überschwemmungen, Dürren, Überfischung und Krankheiten in ihren Heimatländern.

„Wir haben bemerkt, dass wir einige Medienaufmerksamkeit bekommen, deshalb ist es unsere moralische Pflicht, unsere Stimmen denen zu leihen, die ihre Geschichte erzählen müssen“, erklärte Thunberg vor rund 500 Journalisten aus aller Welt. 

Indes hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) angekündigt, dass sein Ministerium für kommendes Jahr im Rahmen mehrerer Klima-Initiativen 500 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen werde. „Die Klimafrage entscheidet sich in den Entwicklungs- und Schwellenländern“, sagte Müller.

Mit den Fortschritten der Klimakonferenz dürften die Aktivisten bisher kaum zufrieden sein. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth warnte vor überzogenen Erwartungen. Viele rechneten damit, dass Staaten schon jetzt ehrgeizigere nationale Pläne zum Einsparen von Treibhausgasen vorlegten. „Das ist aber nicht wirklich auf der Agenda“, sagte er. Der Zeitplan sehe vor, das zum nächsten Klimagipfel im nächsten Jahr in Glasgow zu machen.

Greta resigniert bei Klimakonferenz: „Wir haben nichts erreicht“

Update 20.43 Uhr: „Die CO2-Emissionen verringern sich nicht, sondern sie steigen in der Tat“, so Greta Thunberg auf der UN-Klimakonferenz. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und zitierte die Klima-Aktivistin mit dem Zusatz: „Wir haben nichts erreicht.“ Damit meint sie die Fridays-for-Future-Bewegung. „Wir haben inzwischen länger als ein Jahr gestreikt und es hat sich quasi nichts verändert. Es ist keine zukunftsfähige Lösung, dass Schüler die Schule schwänzen.“ 

Der entsprechende Tweet wurde in nur 15 Minuten 30 Mal geteilt. Der Tonfall in dem Thread ist rau (“Kann bitte jemand dieses kleine Mädchen aus meiner Timeline entfernen“). Unterdessen unterstrich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag während ihrer Afrika-Reise, beim Thema Klimaschutz habe gerade Afrika ganz eigene Erfahrungen mit wachsenden Wüsten, häufigeren Überschwemmungen und heftigeren Stürmen.

Update 11.22 Uhr: Zahlreiche Menschen aus aller Welt haben am Freitagabend bei einer Großdemonstration in Madrid für mehr Klimaschutz protestiert - aber wie viele waren es genau? Während die Organisatoren von einer halben Million Teilnehmern sprachen, bezifferte die Nationalpolizei die Zahl auf gerade einmal 15.000. Eine Erklärung für diese riesige Diskrepanz gab es zunächst nicht.

Spanische Medien sprachen am Samstag von einem „Krieg der Zahlen“. Wären es wirklich 500.000 Demonstranten gewesen, dann hätte es sich um eine der bisher größten Klimakundgebungen der Welt gehandelt, hieß es.

„Greta“-Rufe auf der Klimademo - Thunberg muss ihren Marsch abrupt abbrechen

Update vom 7. Dezember: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist am Freitag mit der Bahn in Madrid angekommen. Als ihr Zug am Bahnhof hielt, musste die junge Schwedin rund 15 Minuten darin ausharren - der Andrang von Journalisten und Fans war zu groß. Die Situation am Bahnhof musste erst unter Kontrolle gebracht werden. 

Greta Thunberg nahm es gelassen - und schrieb scherzhaft auf Twitter: „Ich habe es gestern geschafft, mich nach Madrid einzuschleichen. Ich glaube nicht, dass mich jemand gesehen hat... Wie dem auch sei, es ist großartig, in Madrid zu sein.“ Dazu postete sie ein Video, auf dem sie von Journalisten umringt aus dem Zug steigt. 

Riesig war auch die Aufregung um Thunberg auf dem Klimastreik in Madrid am Freitagabend. Der Wirbel um sie geriet derart außer Kontrolle, dass Thunberg ihren Marsch beenden musste. Schließlich wurde sie mit dem Auto - wohlgemerkt ein Elektrofahrzeug - zu der Bühne gebracht, auf der sie von Tausenden regelrecht bejubelt wurde. „Greta, Greta“, rief die Menge, als sie die Bühne betrat. 

Greta Thunberg auf der Klimademo in Madrid - Mehrere Hunderttausend Teilnehmer

Die Veranstalter sprechen von 500.000 Teilnehmern an der Klimademo, die Sicherheitsbehörden hingegen mit 15.000. 

An der Großdemonstration nahmen neben der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg auch der spanische Schauspieler Javier Bardem („Eat Pray Love“) und die brasilianische Umweltaktivistin Sônia Guajajara teil. Die junge Schwedin hielt wie immer ihr Protestschild mit der schwedischen Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima) im Arm.

Greta Thunberg gibt großes Versprechen - Tausende Menschen ziehen durch Madrid

Update vom 6. Dezember, 19.52 Uhr: Tausende Menschen ziehen am Freitagabend durch die Innenstadt von Madrid um sich für mehr Klimaschutz auszusprechen. Unter ihnen auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die per Katamaran den Antlantik überquert hatte, um an dem UN-Klimagipfel teilzunehmen. 

Dort forderte Thunberg am Nachmittag die Politiker auf, schneller zu handeln. „Wir können es uns nicht leisten, länger zu warten", so die Schwedin.  Zeitgleich soll auch eine Klima-Kundgebung in Santiago de Chile stattgefunden haben. Dem Ort, an dem der UN-Klimagipfel eigentlich hätte stattfinden sollen.

Update vom 6. Dezember, 16.36 Uhr: Greta Thunberg tritt im spanischen Fernsehen auf. „Unsere Stimme wird immer lauter“, sagt Greta Thunberg bei einem Fernsehauftritt in Madrid. Leider würden die Proteste nicht immer gleich in politische Handlung übersetzt. Aber man bleibe hartnäckig, sagte die schwedische Klimaaktivistin.

Greta Thunberg kommt in Madrid an. Der Weg musste erst frei gemacht werden.

Greta Thunberg: Nach schweren Vorwürfen erhält sie Unterstützung - vom Dalai Lama persönlich

Update vom 6. Dezember, 11.57 Uhr: Auch das könnte sie interessieren: In diesem Winter gibt es ein seltsames Wetter-Phänomen in Deutschland: Bäume verlieren ihre Blätter nicht. Der Hintergrund ist beunruhigend.

Update vom 5. Dezember, 19.45 Uhr: Dass der Bewegung um Greta Thunberg etwas Religiöses anmutet, bekommt die Klima-Aktivistin nicht selten zu hören. Nicht ganz so alltäglich ist es dagegen, dass sich ein religiöses Oberhaupt zu ihren Vorhaben äußert. Doch wie nun auf Twitter zu lesen ist, hat Greta Thunberg Unterstützung vom Dalai Lama höchstpersönlich erhalten. 

„Wir können die Ressourcen der Erde - die Bäume, Wasser, Luft und Mineralien - nicht länger nutzen, ohne an die kommenden Generationen zu denken“, schreibt der Dalai Lama in einem Post, das Greta Thunberg auf ihrem Profil retweted hat. Im weiteren Verlauf des Textes geht er direkt auf die Proteste der Klima-Aktivisten rund um Thunberg ein. „Ich unterstütze die Proteste junger Menschen, die gegen die Untätigkeit der Regierung gegenüber der Klimakrise vorgehen“, so der Dalai Lama. 

Greta Thunberg: Maischberger-Gast mit schweren Vorwürfen gegen Aktivistin

Update von 12.09 Uhr: Scharfe Kritik mussten sich Greta Thunberg und Co. in der „ARD“-Sendung von Sandra Maischberger anhören. Der Journalist und Autor Peter Hahne witzelte zunächst auf die Nachfrage der Moderatorin, ob er für einen Trio nach New York auch eine Yacht nutzen würde: „Da ich als Christ noch eine andere Möglichkeit habe, wäre ich lieber über das Wasser gegangen. Das wäre noch umweltfreundlicher.“

Die zunächst noch versteckt vorgebrachte Kritik an der lautstarken Klima-Bewegung äußerte er anschließend ganz offen: „Wir erleben ja jetzt quasi eine Religion. Nichts anderes als eine Religion mit fundamentalistischen Ansätzen, gegen die man gar nicht so frei argumentieren kann, ohne gleich bepöbelt zu werden.“

UN-Klimakonferenz: Greta Thunberg bekommt zur Weiterreise Esel angeboten

Update vom 5. Dezember, 10.44 Uhr: Ob sich Greta Thunberg über dieses ungewöhnliche Angebot freut? Ein religiöser Nachbarschaftsverein aus der spanischen Gemeinde Talavera de la Reina nahe Toledo hat der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg einen Esel zur Weiterreise von Lissabon nach Madrid angeboten.

„Wir sind uns der Wichtigkeit bewusst, die Welt für die Situation der Umwelt zu sensibilisieren und schließen uns Thunbergs Kampf an“, hieß es am Mittwoch auf der Facebookseite des Vereins „Asociación Fray Hernando de Talavera“. „Unsere Vorfahren haben dieses Fortbewegungsmittel benutzt und es war das umweltfreundlichste überhaupt.“ Daneben war ein Foto eines örtlich aufgezogenen Esels gepostet.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Die Strecke Lissabon - Madrid beträgt immerhin knapp 600 Kilometer - mit einem Esel würde die „Fridays for Future“-Aktivistin wohl kaum noch pünktlich bei der UN-Klimakonferenz ankommen. 

Die 16-jährige Thunberg war am Dienstag nach dreiwöchiger Segelreise über den Atlantik in Portugal eingetroffen. Sie will in den nächsten Tagen von dort per Zug nach Madrid weiterreisen, um an der zweiwöchigen Weltklimakonferenz teilzunehmen. Die junge Aktivistin vermeidet Flugzeuge, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

UN-Klimakonferenz: Greta Thunbergs Anreise nicht klimaneutral - doch sie kontert den Kritikern

Update von 20.23 Uhr: Greta Thunberg hat zum zweiten Mal auf einem Segelschiff den Atlantik überquert - und zum zweiten Mal gab es Kritik daran: Die Klimabilanz würde nicht aufgehen - die Aktivistin würde durch ihre Reiseart sogar mehr CO2 ausstoßen, als wenn sie fliegen würde, wurde ihr vorgehalten.

Direkt nach ihrer Ankunft in Madrid antwortete Greta Thunberg den Kritikern und erklärte: „Ich reise nicht auf diese Art, weil ich will, dass es jeder so macht. Ich mach es, um die Botschaft zu verbreiten, dass es heutzutage unmöglich ist nachhaltig zu leben. Und das muss sich verändern. Es muss viel einfacher werden. Wir können nicht von jedem erwarten auf Leute wie diese (Greta spricht von ihrer Segel-Crew, Anmerkung der Redaktion) angewiesen zu sein, damit sie einen über den Ozean segeln - das ist absurd.“

Update von 14.41 Uhr: Der spanische Komiker und Fernsehmoderator David Broncano hat Greta Thunberg in seine Late-Night-Show "La Resistencia" ("Der Widerstand") eingeladen - der Clip davon macht gerade auf Twitter die Runde. Der 33-Jährige sitzt da im Smoking hinter seinem Pult und hustet. "Das liegt an der Luftverschmutzung in Madrid", erklärt er und erntet Lacher im Studiopublikum. "Bitte komm! Greta, wenn du in unsere Show kommst, machen wir vor dem Gebäude hier Platz für deinen Katamaran. Greta, wir sind auf deiner Seite! Sch**ß auf alles!"

Chemiekonzern-Chef nennt einige Aussagen Greta Thunbergs  „unverfroren“

Update vom 4. Dezember: Greta Thunberg wird es wohl rechtzeitig zur UN-Klimakonferenz in Madrid schaffen - und Berichte von Wissenschaftlern liefern der Klimaaktivistin neue Argumente. So war das Jahrzehnt von 2010 bis 2019 mit größter Wahrscheinlichkeit das heißeste seit Beginn der Messungen 1850. Thunberg meldete sich indes auf Instagram: „Szenenwechsel“, schreibt sie zu einem fröhlichen Foto von sich. „Ich sehe vermutlich etwas betrunken aus, während ich auf meinen ‚Seebeinen“ durch die idyllischen Straßen von Lissabon stolpere...“. Von hier reist sie nach Madrid weiter.

Die 16-Jährige war auf einem Katamaran aus den USA angereist - die dreiwöchige Transatlantikreise war nicht ungefährlich. Die nationalen Pressestimmen zu Stargast Greta bei der UN-Klimakonferenz in der spanischen Hauptstadt sind auch kritisch. So schreibt die spanische El Mundo, die Klimakonferenz sei absolut notwendig. „Aber (...) es bleibt die Frage, ob die Figur Greta Thunberg, die in einen für ihr Alter nicht angemessenen Messianismus gehüllt wird, für den von ihren Unterstützern verfolgten Zweck nicht kontraproduktiv ist.“ Auf Thunbergs Instagram-Profil dagegen wird es zuweilen richtig aggressiv. Schlimm: Ein Nutzer kommentiert unter ihren Lissabon-Post, dass er ihr den Tod wünsche. Andere heißen sie aber auch Willkommen.

Chemiekonzern-Chef nennt Greta Thunbergs Vorwurf „unverfroren“

Auch aus der Wirtschaft kommt Kritik. So nannte Christian Kullmann, Chef des Spezialchemie-Konzerns Evonik, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Artikel als Bezahlinhalt), Thunbergs Vorwurf, er habe ihrer Generation die Zukunft geraubt, „Hysterie und Polemik“ und schlicht „unverfroren“. Die deutsche Chemieindustrie trage mit Innovationen zu einer intakten Umwelt bei: „Nachhaltigkeit ist unser Erfolgsgarant.“ Die Branche reduziere Energiebedarf und Emissionen schon längst. „Wir haben Klimahysterie. Wir führen eine in weiten Teilen unsachliche, moralisierende Debatte“, so Kullmanns Urteil.

Schockierender Bericht vorgestellt - Greta Thunberg kommt mit großen Worten an Land

Update 15.41 Uhr: Greta Thunberg hat keine Eile, um schnellstmöglich zur Weltklimakonferenz nach Madrid zu kommen. „Ich werde jetzt für ein paar Tage in Lissabon bleiben, um alles zu regeln“, sagte die junge Schwedin am Dienstag nach ihrer Ankunft in der portugiesischen Hauptstadt. Wenn sie sich bereit fühle, werde sie zu einem großen Klimaprotest am Freitag in Madrid weiterreisen. Einen konkreten Plan für die Klimakonferenz habe sie bislang noch nicht - ganz anders dagegen für die Zeit danach: „Nach Madrid werde ich für Weihnachten nach Hause fahren“, sagte die 16-Jährige.

Update 14.36 Uhr: Greta Thunberg ist im Hafen von Lissabon angekommen - die Aktivistin wird mit großem Jubel empfangen. Presse, Funk und Fernsehen sind da. Lissabons Bürgermeister Fernando Medina tritt zu Thunbergs Begrüßung als Erster vor das Mikro: „Es ist für die ganze Stadt ein Privileg, dass du hier bist. Du bist eine der bemerkenswertesten Stimmen zum Klimawandel in dieser Zeit“, sagt er. Dann spricht eine Fridays-for-Future-Aktivistin aus der Region und erinnert daran, dass „unser Haus in Flammen steht.“ Sie schließt ihre emotionale Rede mit den Worten: „Soziale Gerechtigkeit ist Klimagerechtigkeit.“

Greta Thunberg bei Ankunft an Land: „Unsere Gehirne müssen sich erst wieder daran gewöhnen“

Nachdem eine Amazonas-Bewohnerin Thunberg als „aktivste Stimme in diesem Kampf“ gelobt hat und Crew-Mitglieder sich beim Team und allen Unterstützern bedankt haben, redet Greta Thunberg. Sie bedankt sich für das herzliche Willkommen in Lissabon. „Ich schulde euch so viel“. 

Dann fährt sie lächelnd fort: „Es ist ein großes Gefühl, sich hier in Lissabon wiederzufinden. Nach drei Wochen Isolation und auf begrenztem Raum. Da wird man auf gewisse Weise sehr entspannt. Aber jetzt wieder an Land zu sein, ist ein überwältigendes Gefühl. Bitte habt etwas Geduld mit uns. Unsere Gehirne müssen sich da erst wieder dran gewöhnen.“ Das Publikum jubelt und klatscht.

Greta Thunberg im Hafen von Lissabon: „Ich fühle mich gut“

Greta Thunberg setzt ihre Ansprache fort: „Menschen müssen alles tun, damit sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen“. Sie bedankt sich erneut bei allen Unterstützern und zieht ein Resümee ihres dreiwöchigen Segeltörns. „Ich glaube, wir haben etwas Zeit zum Entspannen gebraucht - vor allem ich, um alles sacken zu lassen. Ich fühle mich gut. Ich habe die Batterien aufgeladen.“ Der Kampf für den Klimaschutz gehe nun weiter.

Schockierender Bericht vorgestellt - ernüchternde Nachrichten auch von Greta

Update 11.58 Uhr: Greta Thunberg hatte angekündigt am Dienstag zwischen 8 und 10 Uhr in Lissabon, Portugal, anlegen zu wollen. Doch ihre Ankunft verzögert sich weiter. Währenddessen gibt die Weltwetterorganisation (WMO) auf der Weltklimakonferenz dramatische Ergebnisse bekannt.

Heißer, als das aktuelle, war wohl kein Jahrzehnt seit 1850: Die Durchschnittstemperatur der Jahre 2010 bis 2019 lag der WMO zufolge mit größter Wahrscheinlichkeit höher als je zuvor in einem Jahrzehnt seit Beginn der Messungen. 2019 dürfte das zweit- oder drittwärmste Jahr werden, berichtete die Organisation am Dienstag bei der UN-Weltklimakonferenz in Madrid in ihrem vorläufigen Klima-Statusreport. 

Die Durchschnittstemperatur lag 2019 demnach etwa 1,1 Grad über dem Niveau der vorindustriellen Zeit (1850-1900). Die Einschränkung „mit größter Wahrscheinlichkeit“ ist nötig, weil das Jahr noch nicht zu Ende ist. Seit den 1980er Jahren sei jedes Jahrzehnt wärmer gewesen als das jeweilige davor, hieß es von der WMO.

UN-Klimakonferenz: Kurz vor der Ankunft wird klar - Greta-Reise wieder nicht ganz klimaneutral

Update 10.15 Uhr: In Lissabon warten bereits Klimaaktivisten der Jugendbewegung „Fridays for Future“ auf Greta Thunberg. Sie erwarten die Klimaaktivistin und ihre Rede auf der Pressekonferenz, die für Thunbergs Ankunft angesetzt ist. Von Gretag Thunberg werden zur Klimakonferenz in Madrid scharfe Töne erwartet. 

Zu ihrer eigenen Reise über den Atlantik häufen sich jedoch, wie auch bei dem Törn in die USA, Vorwürfe bezüglich der Klimaneutralität der Reise. So soll es etwa auf dem Segelschiff „La Vagabonde“ einen Dieselgenerator geben, der das Boot mit Strom für Licht und weitere elektrische Geräte versorgt. Das berichtet lz.de.

Auf der Reise in die USA im August war auch ein deutscher Skipper an Bord des Segebelboots von Greta Thunberg. Merkur.de* berichtet er von diesem Abenteuer, dass die meisten nur von Zuhause aus und in den Medien verfolgen konnten. 

UN-Klimakonferenz: Kurz vor der Ankunft wird klar - Greta-Reise wieder nicht ganz klimaneutral

Update vom 3. Dezember, 9 Uhr: Greta Thunberg wird an diesem 3. Dezember in Lissabon erwartet. Von dort aus will sie mit dem Zug zur Klimakonferenz in Madrid fahren. Der Satellitenkarte ihres Segelbootes nach, befindet sie sich nur noch wenige Kilometer von der europäischen Küste entfernt. Doch kurz vor der Ankunft der schwedischen Klimaaktivistin wird bekannt: Wie bereits auf der Reise in die USA ist auch dieser Segeltörn nicht CO2-neutral. 

Als die Klimakonferenz aufgrund der Unruhen in Chile nach Madrid in Spanien verlegt wurde, hatte Greta Thunberg plötzlich ein Transportproblem. German-Wings bot Thunberg an, sie aus den USA nach Deutschland zu fliegen. Das galt das noch als unmoralisches Angebot. Schließlich bot ein australisches Youtuber Paar der Schwedin an, mit ihnen über den Atlantik zu segeln. Da Segeln auf dem Atlantik im November aber eine äußerst erfahrene Crew erfordert, begleitete Star-Seglerin Nikki Henderson (22) die Reise. Das berichtet die britische Times.

Bisher war aber nicht bekannt: Henderson musste erst mit dem Flugzeug anreisen, bevor der Segeltrip zum Klimagipfel starten konnte.

UN-Klimakonferenz: Greta Thunberg verspätet sich - an deftigen Warnungen mangelt es aber nicht

Ursprungsnachricht vom 2. Dezember 2019: Madri d - Wird ihr Beitrag genauso einschlagen wie die Rede auf dem UN-Klimagipfel im September? Auf jeden Fall wird Greta Thunberg den Auftakt der 25. UN-Klimakonferenz verpassen. Sie befand sich am Montag immer noch auf ihrem zweiten Segeltörn von den USA über den Atlantik Richtung iberische Halbinsel. Die Fridays-for-Future-Aktivisten und anderen Klimaschutzbewegungen dürften den Gipfel dennoch von Beginn an aufmerksam verfolgen.

Diejenigen Teilnehmer der Konferenz, die noch auf eine Flaute hoffen, die die Klimaaktivistin aufhalten könnte, dürften allerdings von Gretas aktuellem Facebook-Post enttäuscht werden. Da spritzt bei Sonnenschein die Gischt im Hintergrund und eine, auf dem Foto sichtlich gut gelaunte, Greta schreibt am Montagabend dazu: „Tag 20, unser letzter Tag auf dem Ozean! Wir können das Land nun schon fast riechen. Wir schätzen, in Doca de Santo Amaro, Lissabon, morgen zwischen acht und zehn Uhr anzukommen.“

Greta Thunberg verpasst Klimakonferenz-Beginn - an deftigen Warnungen mangelt es aber nicht

Thunberg, das Gesicht der weltweiten Jugend-Proteste, wird wohl im Laufe der Woche in Portugal ankommen. Für Freitag, den 6. Dezember, plant sie in Madrid eine Demonstration mit Schülern. Am Sonntag postete die 16-Jährige auf Instagram: „Tag 18. Wir rasen auf Europa zu! Geschätzte Ankunft ist aktuell der Dienstagmorgen. Wir fahren den Hafen ‬Doca de Alcantara‪ in Lissabon an. Wir alle freuen uns, euch zu sehen!“ 

Die UN-Klimakonferenz startete unterdessen mit alarmierten Stimmen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, sprach in Madrid von einem„Krieg gegen die Natur“, der beendet werden müsse.  196 Staaten und die EU verhandeln vom 2. bis zum 19. Dezember 2019 darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderhitzung eingedämmt werden kann. 

Bis 2020 sollen alle Staaten ehrgeizigere Pläne zur Reduzierung ihres Treibhausgas-Ausstoßes vorlegen. Dafür sollen in Madrid die notwendige Unterstützung und auch Druck aufgebaut werden. Zudem geht es um Regeln, nach denen Staaten und Unternehmen Klimaschutz in anderen Ländern finanzieren können - dabei kommt es aus Sicht der deutschen Bundesregierung darauf an, dass nichts doppelt angerechnet wird. Ein weiteres Thema soll die Finanzierung von Schäden durch Extremwetter in ärmeren Ländern sein, die mit dem Klimawandel zunehmen dürften.

Greta Thunberg verpasst Auftakt - von der Leyen deklariert ehrgeizige Pläne

Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht vor, dass bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad zu beschränken. Die bisherigen Klimaschutzpläne der Staaten reichen dafür bei Weitem nicht aus. Geht es weiter wie bisher, könnten es bis Ende des Jahrhunderts stattdessen im Mittel knapp 4 Grad mehr sein.

Die Bundesregierung war am Montag (2. Dezember) noch nicht in Madrid vertreten, Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist erst in der zweiten Verhandlungswoche dabei. Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte in Madrid: „Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.“ Von der Leyen will die Ziele der EU zum Einsparen von Treibhausgasen für 2030 verschärfen - 2050 soll die europäische Wirtschaft unterm Strich sogar klimaneutral sein.

UN-Klimagipfel in New York: Greta Thunberg beeindruckt mit Rede

US-Präsident Donald Trump hatte den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Pariser  Klimaschutzabkommen eingeleitet. Er ist Klimawandel-Skeptiker - und machte nach Greta Thunbergs Rede auf dem UN-Klimagipfel in New York spöttische Bemerkungen. Ihre viel beachtete Wutrede wurde zu einer Generalabrechnung mit der aktuellen Politik. Auch die „deutsche Greta Thunberg“, Luisa Neubauer, liefert sich gerade einen Schlagabtausch mit FDP-Chef Christian Lindner

Video: Friedrich Merz kritisiert Greta Thunberg

Greta Thunberg ist Kritik und sogar Häme gewohnt - ob von Komiker Dieter Nuhr oderFriedrich Merz (CDU):

Nach dem Eklat um seine Greta-Kritik warnt Dieter Nuhr nun mit drastischen Worten - und ringt um Klarstellung. 

Die aktuelle Klima-Debatte spaltet die Gemüter. Schauspieler Jan Leyk bezeichnete nun einen minderjährigen Aktivisten als „kleiner Pisser“. Dies bleibt nicht ohne Reaktionen.

Sein Auftritt in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ schlägt weiter hohe Wellen: Klimaforscher Hans von Storch polarisiert mit seinen Thesen.

dpa/AFP/frs

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Rubriklistenbild: © dpa / Clara Margais

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