Militärfahrzeuge der US-Armee fahren durch den Ort Kleinfalz nahe dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
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Militärfahrzeuge der US-Armee fahren durch den Ort Kleinfalz nahe dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Geht es nach Joe Biden, werden sie dies auch in Zukunft tun.

Rund 36.000 Soldaten im Land

US-Truppen: Präsident Biden kippt Trump-Plan für Deutschland

Der neue US-Präsident Joe Biden stoppt ein weiteres Vorhaben seines Vorgängers Donald Trump. Der geplante Abzug von US-Soldaten aus Deutschland wird auf Eis gelegt.

  • Die US-Soldaten bleiben vorerst in Deutschland stationiert.
  • US-Präsident Joe Biden* sprach sich gegen entsprechende Pläne von Donald Trump* aus (siehe Erstmeldung).
  • Das begrüßt die Bundesregierung (siehe Update vom 5. Februar, 12.46 Uhr).

Update vom 5. Februar, 12.46 Uhr: Die Bundesregierung hat die Ankündigung des neuen US-Präsidenten Joe Biden begrüßt, die Pläne seines Vorgängers Donald Trump für einen US-Truppenabzug aus Deutschland „einzufrieren“ (siehe Erstmeldung). Es sei immer die Überzeugung Berlins gewesen, dass die Stationierung der US-Streitkräfte in Deutschland „der europäischen und transatlantischen Sicherheit dient und in unser beiderseitigem Interesse ist“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die Stationierung der US-Truppen in Deutschland sei „ein Teil der transatlantischen gelebten Freundschaft“, fügte Seibert hinzu. Dies werde auch von den Gemeinden so gesehen, in denen die US-Soldaten stationiert seien.

US-Truppen in Deutschland: Biden kippt Trump-Pläne und will „Glaubwürdigkeit“ der USA stärken

Erstmeldung vom 4. Februar, 21.34 Uhr: Washington - US-Präsident Joe Biden hat die unter seinem Vorgänger Donald Trump ausgearbeiteten Pläne zum Abzug 12.000 amerikanischer Soldaten aus Deutschland vorerst gestoppt. Bis zum Abschluss einer gründlichen Überprüfung der weltweiten Stationierung von US-Soldaten werde es keinen Truppenabzug geben, sagte Biden am Donnerstag in einer Rede im Außenministerium in Washington*.

Biden kündigte an, die „Glaubwürdigkeit und moralische Autorität“ der USA wiederherstellen zu wollen. Damit dies gelingt, wolle man wieder enger mit politischen Verbündeten zusammenarbeiten. Da sich Biden in der Vergangenheit immer wieder als Befürworter der NATO sowie der Europäischen Union gezeigt hat, wurde in Berlin bereits davon ausgegangen, dass der geplante Rückzug unter dem neuen US-Präsidenten* gekippt werde.

Trump hatte vergangenen Juni den Teilabzug der US-Soldaten aus Deutschland angekündigt. Er begründete dies unter anderem mit zu geringen Verteidigungsausgaben des NATO-Partners, was als Strafmaßnahme gegenüber Deutschland interpretiert wurde. Demnach sollte ein Drittel der damals 36.000 Soldaten in Deutschland in die USA zurückkehren oder in andere europäische Nato-Länder verlegt werden.

US-Truppen in Deutschland: Zuspruch für Bidens Entschluss - „wertvolle Partnerschaft“

Dies hätte vor allem drei Standorte in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz getroffen. In Bayern hofft man nun auf ein generelles Umdenken in der amerikanischen Regierung. „Die Chancen auf einen Verbleib eines großen Teils der US-Truppen in Bayern sind dadurch deutlich gestiegen“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Donnerstag in München.

Auch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) sprach von einer guten Nachricht aus den USA: Die tiefe und gelebte Freundschaft dürfe nicht unnötig aufgeben werden. „Wir werden den Prozess auf allen Ebenen weiter eng begleiten, um diese wertvolle internationale Partnerschaft zu erhalten.“

US-Truppen in Deutschland: Größter Teil an in Europa stationierten Soldaten

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) schlug in eine ähnliche Kerbe. Den Standort zu schwächen „würde mit einer Schwächung der US-Interessen insgesamt einhergehen. Manfred Rodens (CSU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Speicher, zu der der US-Stützpunkt Spangdahlem gehört, zeigte sich ebenfalls erleichtert und verwies auf die enorme Bedeutung der US-Truppen für die Region. Die US-Soldaten sorgten auch für wirtschaftlichen Aufschwung in den entsprechenden Gebieten.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieg und der anschließenden Gründung der NATO blieben US-Truppen in Deutschland stationiert, um so zu anhaltendem Frieden beizutragen und den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen. Auch wenn die Anzahl der Soldaten seitdem kontinuierlich zurückgegangen ist, sind sie immer noch präsent. Die USA koordinieren ihre Truppen damit auch weiterhin von Deutschland aus, auch wenn die Bevölkerung im Gegensatz zur Politik eher für einen Truppenabzug gewesen wäre. Der größte Teil der US-Truppen in Europa befindet sich in der Bundesrepublik - was vorerst nun auch so bleiben wird. (as/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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