Wahlkampf um Corona-Bekämpfung

„Bekommen so mehr Geld“: Trump verbreitet wirre These zu deutschen Corona-Zahlen - und greift US-Ärzte an

US-Präsident Donald Trump hat sich bei einer Wahlkampf-Veranstaltung auf US-Ärzte gestürzt - und Deutschland und Europa für die Corona-Bekämpfung angegriffen.

Michigan - Donald Trump* befindet sich am Samstag während seines Wahlkampf*-Marathons gerade in Michigan*, als er ausgerechnet die amerikanischen Ärzte angreift, die während der Corona-Pandemie* teils weit über ihre Belastungsgrenze arbeiten. Doch damit nicht genug. Er bringt sie in Verbindung mit einer Art Verschwörungstheorie - und mit Deutschland.

Erst kürzlich hatte Trump Österreichs Hauptstadt Wien in einen seiner berühmt-berüchtigten Vergleiche der USA mit dem Ausland benutzt - um seine Meinung zu Bäumen kundzutun. Nun trifft es also Deutschland.

Trump über Deutschland im US-Wahlkampf 2020 - er unterstellt Ärzten in den USA Geldgier

„In den Medien heißt es immer: Deutschland, Deutschland, Deutschland“, sagte Trump mit Blick auf die Pandemiebekämpfung, die in Deutschland nur angeblich vorbildlich ablaufe. Doch der US-Präsident will dahinter einen Trick erkannt haben: „Sie zählen anders. Wenn man in Deutschland herzkrank ist oder an Krebs leidet und bald sterben wird, und dann bekommt man Covid, das passiert. Wir machen dann Covid verantwortlich“, sagte er zur Zählweise in den USA.

Nicht ohne dann direkt noch einen Sündenbock zu suchen und eine Unterstellung hinterher zu schieben: „Unsere Ärzte bekommen mehr Geld, wenn jemand an Covid stirbt“, sagte er. Diese Aussage ist nicht nur unbelegt, sondern in Bezug auf Deutschland sogar schlicht falsch. Auch in Deutschland gehen alle Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, in die offizielle Todesstatistik ein, wie unter anderem der Bayerische Rundfunk zeigte.

US-Wahlkampf 2020: Deutschland, Europa... „Es geht denen nicht gut“

Und nochmals ging Trump auf Europa ein. Bei seinem Wahlkampfauftritt in Pennsylvania* brüstete er sich damit, dass die „drakonischen Lockdowns“ in Europa keine Erfolge gezeigt hätten. „Jeder dachte, Deutschland geht es gut, gut, gut, gut“, sagte er. „Aber es geht denen nicht gut. Man sieht gerade, was da drüben abgeht, Frankreich wieder, Spanien, Italien. Uns geht es
gut. Wir bekommen nur keine Anerkennung dafür.“ (kat/dpa) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon

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