Ivanka Trump ist ähnlich wie Hillary Clinton in eine E-Mail-Affäre verstrickt. Vater Donald setzte auf gezielte Ablenkung.
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Ivanka Trump ist ähnlich wie Hillary Clinton in eine E-Mail-Affäre verstrickt. Vater Donald setzte auf gezielte Ablenkung.

Bolton-Buch enthüllt Details

Ivanka Trump und Jared Kushner: Ehepaar will Mike Pence absetzen - John Bolton legt Plan offen

Laut John Bolton arbeiten Ivanka Trump und Jared Kushner an einer Absetzung von Mike Pence. So soll Nikki Haley seinen Platz an der Seite von Donald Tump einnehmen.

  • Ivanka Trump* hat eine private E-Mail-Adresse für ihre Regierungstätigkeit genutzt.
  • John Bolton berichtet in seinem Enthüllungsbuch über die E-Mail-Affäre und das Ablenkungsmanöver ihres Vaters Donald Trump*.
  • Donald Trump und Ivanka Trump stehen vor der Präsidentschaftswahl* zunehmend unter Druck.

Update von Dienstag, 23. Juni 2020, 10:00 Uhr: Immer noch tröpfeln Details pikanter Geschichten aus dem Buch von John Bolton an die Öffentlichkeit, das am heutigen Dienstag erst offiziell in den Verkauf geht. Einige davon drehen sich um Ivanka Trump und ihren Ehemann Jared Kushner.

Ivanka Trump und Jared Kushner: Einflussreiche Figuren in Washington

Die Tochter von US-Präsident Donald Trump und ihr Ehemann gelten als einflussreiche Figuren im Weißen Haus. Beide sind offiziell als Berater dort engagiert, und vor allem Ivanka werden große politische Ambitionen nachgesagt.

Doch als Mitglied des Trump-Clans ist ihr persönlicher Erfolg eng verbunden mit dem Abschneiden ihres Vaters bei der US-Wahl 2020 im November. Damit Trumps Wiederwahl gesichert sei, heckten Ivanka und Jared laut John Bolton einen perfiden Plan aus: Der US-Präsident sollte seinen Vize Mike Pence* loswerden und stattdessen die ehemalige UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, nominieren.

John Bolton: Ivanka Trump und Jared Kushner wollten Mike Pence loswerden

Die Überlegung dahinter soll laut John Bolton in etwa so gewesen sein: Mike Pence hatte Trump die Stimmen der evangelikalen Wählerschaft gesichert, doch die hätten bei der Wahl 2020 ohnehin keine andere Möglichkeit, als Donald Trump zu wählen. 

Außerdem sei Trump dem größten Anliegen der radikalen, christlichen Fundamentalisten ohnehin nachgekommen, indem er mehrere konservative Richter ernannt habe, unter anderem Brett Kavanaugh, den Trump 2018 für den Obersten Gerichtshof („Supreme Court“) nominiert hatte. Die Evangelikalen hätten als keinen Grund, Trump diesmal ihre Stimme zu verweigern.

Mit Nikki Haley wiederum hätte Trump die Möglichkeit, all die Frauen als Wählerinnen zu gewinnen, die er mit seinem Chauvinismus und Sexismus in den vergangenen Jahren vertrieben hatte. Die Idee sei im Dezember 2018 entstanden, also zu der Zeit, in der Haley ihren Posten als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen aufgegeben hatte.

Haley selbst dementierte zu jedem Zeitpunkt, dass sie irgendein Interesse habe, den Posten von Mike Pence zu übernehmen. Doch John Boltons Behauptungen spiegeln sich auch in den Recherchen mancher Medien aus Washington, wie zum Beispiel des Nachrichtenportals „Axios“. In einem Interview mit MSNBC sagte Axios-Reporter Jonatahan Swan: „Es gab eine ganze Reihe von Leuten, vor allem aber Ivanka Trump und Jared Kushner, die es für eine clevere Idee hielten, Pence durch Haley zu ersetzen.“

Ivanka Trump: Vater Donald versuchte, mit Khashoggi-Mord abzulenken

Erstmeldung vom 18. Juni 2020

Washington – „Lock her up“ war einer der markantesten Rufe des US-Wahlkampf 2016. Wann immer die Sprache auf die damalige E-Mail-Affäre von Hillary Clinton kam, hatte Donald Trump vehement gefordert, seine demokratische Gegnerin im Präsidentschaftswahlkampf doch endlich ins Gefängnis zu stecken. Das ging schließlich so weit, dass seine Fans auf seinen Wahlkampfveranstaltungen bei der bloßen Erwähnung des Wortes „E-Mail“ in die „Sperrt sie ein“-Gesänge einstimmten.

Das FBI warf Clinton zwar einen „extrem sorglosen“ Umgang mit ihren E-Mails vor, sah aber keinen Grund, ein Verfahren einzuleiten. Trotzdem bezichtigte Donald Trump seine Kontrahentin immer wieder des Betrugs und bezeichnete sie als korrupt und verschlagen („Crooked Hillary“).

Ivanka Trump in pikante E-Mail-Affäre verwickelt

Deshalb ist es umso pikanter, dass auch Trumps Tochter Ivanka Trump in eine E-Mail-Affäre verwickelt zu sein scheint. Schon bevor sie offiziell als Beraterin des Präsidenten zum Mitarbeiterstab des Weißen Hauses gehörte, hat sie über ein persönliches E-Mail-Konto entsprechende Regierungsgeschäfte getätigt, unter anderem mit der Bildungsministerin Betsy de Vos. 

In einem anderen Fall bezeichnete Ivanka Trump eine Regierungsmitarbeiterin als ihre persönliche Stabschefin. Walter Shaub, der frühere Leiter des US-amerikanischen Amtes für Regierungsethik, sprach auf Twitter von einer völlig verrückten Chose.

E-Mail-Affäre von Ivanka Trump: John Bolton plaudert aus dem Nähkästchen

Ivanka Trumps E-Mail-Affäre ist schon seit längerem bekannt. Doch im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfs 2020 bekommt die Situation eine besonders brisante Note, zumal jetzt auch noch John Bolton aus dem Nähkästchen plaudert. 

Wie Donald Trumps früherer Sicherheitsberater in seinem demnächst erscheinenden Enthüllungsbuch berichtet, wandte Trump im Jahr 2018, als Ivankas E-Mail-Affäre hochzukochen drohte, Trump eine altbewährte Verteidigungsstrategie an: das Ablenkungsmanöver. Dies geht aus von der „New York Times“ bereits veröffentlichten Kapiteln des Bolton-Buches hervor. 

Ob das Buch überhaupt auf den Markt kommt, ist bislang noch unklar. Die Trump-Regierung versucht das zu verhindern. Das Justizministerium hat einen Richter aufgefordert, die Veröffentlichung des bereits gedruckten und ausgelieferten Buchs auf den letzten Drücker zu verhindern.

Donald Trump lenkt gezielt von Ivanka Trumps E-Mail-Affäre ab

Nach Boltons Angaben soll Trump den Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zum Anlass genommen haben, die Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema zu lenken. Trump verteidigte damals vehement den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, obwohl der Geheimdienst CIA davon ausging, dass bin Salman von der Ermordung des saudi-kritischen Journalisten gewusst haben muss.

Laut Bolton hat Donald Trump das völlig bewusst getan: „Das soll von Ivanka ablenken. Wenn ich die Erklärung persönlich vortrage, wird das die Ivanka-Sache regeln.“

Image von Ivanka Trump leidet zunehmend

Die Enthüllungen kommen nicht nur zu einem unpassenden Zeitpunkt für Donald Trump - immerhin will der gerade mit seinem Wahlkampf für die US-Wahlen 2020 in Fahrt kommen. Sie fügen auch dem Image von Ivanka Trump weiteren Schaden zu, der im Familienclan eigentlich die größten politischen Ambitionen nachgesagt werden. Erst vor kurzem hatte „Washington Post“-Autorin Mary Jordan in ihrem Buch über Melania Trump* von einem Machtkampf zwischen der First Lady und ihrer Stieftochter Ivanka Trump berichtet. Ivanka habe demnach versucht, das „First Lady‘s Office“ in das „First Familiy‘s Office“ umzubenennen. Melania aber hat sich durchgesetzt.

Der Stern von Ivanka Trump und Jared Kushner scheint zu verglühen

Und auch im Netz scheint der Stern des Glamourpaars Ivanka Trump und Jared Kushner* so langsam zu verglühen. Unter dem Hashtag #ByeIvanka sammeln sich im Kurznachrichtendienst Twitter Kritiker der Präsidenten-Tochter. Sowohl die Rolle ihres Ehemanns Jared in der Corona-Krise erhitzt die Gemüter als auch Ivankas Abwesenheit in der aktuellen Debatte um rassistische Polizeigewalt in den USA.

Von Christian Stör und Daniel Dillmann

*fr.de ist teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Donald Trumps Sohn Barron soll unglücklich sein und seinen Vater nicht mögen. Im Internet verbreitet sich diese Theorie unter Jugendlichen. Was steckt dahinter? Ein Enthüllungsbuch über die Familie Trump jagt das nächste. Nun schreibt eine langjährige Freundin und Ex-Beraterin von First Lady Melania Trump eines. Es soll im September erscheinen - mit „explosiven“ Inhalten.

Donald Trumps Tochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner* legen ihre jährlichen Verdienste offen. Ein Detail dabei ist besonders pikant.

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