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Achtung: Schlüsseldienst Betrug

Diese Warnung kann nicht oft genug platziert werden, obgleich die Qualität des Betrugs durchaus unterschiedlich sein kann. Die Rede ist zunächst von einem Hinweis von VEST-Leserin Gabriele Wenzelmann, deren Mutter vermutlich einem Trickbetrüger von der betrügerischen Schippe gesprungen ist.

Ein Rauchmelder-Kontrolleur habe sich angemeldet, um die Funktionsfähigkeit dieser Geräte zu überprüfen, erklärte Gabriele Wenzelmann hier. Doch final kam niemand zu ihrer Mutter nach Waltrop und auch die Firma, von der der Kontrolleur angab gewesen zu sein, wusste nichts von einem entsprechenden Auftrag. 

Dieser Fall veranlasste die Polizei einmal mehr dazu, praxisnahe Tipps zu veröffentlichen, die wachrütteln und zeigen sollen, was zu tun ist, wenn doch Betrüger vor der Tür stehen: Ein gesundes Misstrauen ist gut und wichtig, Nachfragen bringen einen ehrlichen Dienstleister nicht aus dem Konzept. Die Tür zu verriegeln sei wichtig. Ebenso kann es hilfreich sein, die Nachbarn zu kontaktieren – oder ggf. direkt die Polizei unter der Nummer 110. Doch in welchen anderen Fällen ist noch Vorsicht geboten? 

Vorsicht, wenn ein Dienstleister benötigt wird 

Neben diesen eher offensichtlichen Betrugsmaschen gibt es auch jene, die sich die Not von Verbrauchern zu Nutze machen und damit oft nicht unmittelbar des Betrugs überführt werden können. Doch der Reihe nach ... Gesetzt den Fall, die Tür fällt ins Schloss und der Schlüsselbund hängt säuberlich am Schlüsselbrett. Diesen Schockmoment können all jene gut wegstecken, die bei den Nachbarn oder bei Freunden oder Familie in der Nähe einen Ersatzschlüssel deponiert haben. Aber was, wenn nicht? Richtig, dann muss ein Schlüsseldienst her und dessen Einsatz darf – weitere Informationen finden Sie hier – zwischen 60 und 80 Euro kosten. 

Was von den Betrugstestern jedoch in der Praxis beobachtet wird, sieht ganz anders aus. Rechnungen zwischen 80 und 400 Euro werden ausgestellt, was ein-eindeutig in die Kategorie Wucher fallen dürfte. Diese Wucherpreise sind auf die Preiskomponenten Türöffnung und Wucher zurückzuführen, die in Summe 71 Prozent des Preises ausmachen. Warum es überhaupt so teuer werden kann, verraten die Betrugstester ebenfalls:

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Oft werde mehr abgerechnet als besprochen wurde.

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Manche Schlüsseldienste zerstören das Schloss, was nicht per se nötig ist.

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Zudem wurden bereits Fälle von Nötigung in diesem Zusammenhang bekannt.

Um der teuren Rechnung und der betrügerischen Wucher-Masche vorzubeugen, sollten Betroffene auf seriöse Unternehmen achten, die unter einer regionalen Nummer kommunizieren, valide und verbindliche Festpreis(!)-Auskünfte erteilen und nur unter einem ordentlichen Brancheneintrag zu finden sind. 

Vorsicht, wenn die 110 am Telefon aufleuchtet 

Aktuell warnt die Polizei aus NRW online davor, dass „falsche“ Polizeibeamte am Telefon ihr Unwesen treiben. Dabei machen sich die Betrüger das Vertrauen der Opfer in die Polizei-Rufnummer 110 zu Nutze, denn eben diese Nummer lassen die Betrüger im Telefondisplay erscheinen. 

Laut Polizei NRW gehen die Betrüger so vor: „Die Täter nutzen Namen von real existierenden Amtspersonen, um ihre Geschichte noch glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Die Betrüger rufen häufig bei älteren Menschen an und manipulieren ihre Opfer in stundenlangen Telefonaten. Sie versuchen mit überzeugenden Geschichten das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Angeblich stehe ein Einbruch in die Wohnung oder das Haus unmittelbar bevor oder die Polizei habe Schwarzgeld auf ihren Konten gefunden.“ Das Ziel: Die Betrüger sprechen so lange auf die Opfer ein, bis diese einwilligen, ihr Hab und Gut (also vornehmlich Bargeld und Wertgegenstände) an einen vermeintlichen Polizei-Kollegen zur Schutzverwahrung zu übergeben. 

Auch diese Betrugsmasche veranlasste die Polizei zu einer Warnung an die Bevölkerung: Falls sich angebliche Polizisten, Beamte des BKA oder gar Staatsanwälte unter der Rufnummer 110 bei der Bevölkerung melden, könnten dies auch clevere Betrüger sein, die sich eines technischen Tricks bedienen, um die 110 als Absendernummer auf den Display zu spielen. Betroffene sollten sich den Namen nennen lassen und dann auflegen. Ein eigenständiger Anruf bei der 110 sollte Klarheit darüber bringen, ob es sich um einen betrügerischen Anruf gehandelt haben muss oder um ein echtes Anliegen der Polizei. 

Exkurs: Wer den Schlüssel verloren hat, muss mit noch höheren Kosten rechnen 

Einem betrügerischen Schlüsseldienst auf den Leim zu gehen, ist ärgerlich, teuer und sollte der Polizei gemeldet werden. Was passiert jedoch, wenn der Schlüsselbund gar nicht am Schlüsselbrett hängt? Für den Fall, dass der Schlüssel verloren gegangen ist, drohen meist noch größere Kosten, die durch diese Parameter bedingt werden:

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Hing an dem Schlüsselbund ein Wohnungs- und/oder Büroschlüssel, der mit einer Schließanlage in Verbindung steht, kann das bedeuten, dass die komplette Schließanlage erneuert werden muss. Alternativ (bzw. im günstigeren Fall) ist die Anlage so modern, dass die Schlüssel umprogrammiert werden können.

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Ist der Schlüsselbund verloren, sollten im besten Fall alle zu den Schlüsseln gehörigen Schlösser ausgetauscht werden, um eine missbräuchliche Verwendung, beispielsweise durch Diebe und Einbrecher, zu verhindern.

Wichtig: Idealerweise gibt es eine Liste, die zeigt, wer Schlüssel wofür hat. Das macht es einfacher, der Familie, den Freunden, Nachbarn oder Bekannten wieder einen funktionierenden Satz neuer Schlüssel auszuhändigen.

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