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Anonym bleiben: Die Transparenz der heutigen Käufer

Zum Start eines neuen Jahres müssen sich die Verbraucher oft mit neuen Gesetzen anfreunden.

Seit diesem Jahr ist auch der Edelmetallhandel betroffen. Die Anonymitäts-Grenze beim Kauf der Edelmetalle Silber und Gold wurde auf 2.000 Euro heruntergesetzt. Dies wirkt sich auf das Filialgeschäft der Edelmetall-Händler in Deutschland, sowie auf das Kaufverhalten der Kunden aus. Dennoch sollten diejenigen, die bei dem Kauf der Edelmetalle anonym bleiben wollen, weiterhin in der Filiale vor Ort kaufen.

Nach wie vor gibt es viele Vorteile, die dafürsprechen, den Kauf von Silber und Gold vor Ort zu tätigen. Auch nach der Änderung des Gesetzes zum 1. Januar können Kunden hier noch anonym bleiben.

Ohne Ausweis gilt die 2.000 Euro-Grenze

In Deutschland müssen die Anleger in Edelmetall seit Beginn des Jahres ihre Personalien offenlegen, wenn der Rechnungsbetrag für Münzen oder Barren oberhalb der Grenze von 2.000 Euro liegt. Einige Kenner der Branche befürchten nun, dass das deutsche Filialgeschäft durch die geringere Anonymität bedroht werden könnte. Die Argumente scheinen berechtigt, da das Tafelgeschäft weniger rentabel wird, die Kunden in den Online- und Versandhandel abwandern und mehr Bürokratie nötig ist.

Das Filialgeschäft ist nicht verloren

Für Käufer von Edelmetall stellt sich die Frage, nach einer passenden Alternative zu dem Kauf in der Filiale. Nur, weil die Edelmetalle nun nicht mehr unter dem Mantel der Anonymität erworben werden können, heißt dies nicht, dass nun wieder vermehrt in herkömmliche Anlageformen, Lebensversicherungen oder Aktien investiert wird. Denn von diesen Anlagearten haben sich die Edelmetall-Anleger bereits vor längerer Zeit abgewandt.

Es gibt für die Kunden der Filialen vermehrt die Möglichkeit, ihre Waren online zu ordern. Allerdings ist dann eine Anonymität nicht mehr gegeben. Es gibt einen großen Teil der Kunden, welche dem Tafelgeschäft ohnehin Vorzug zu der Online-Bestellung gewähren. Vor allem, um das Vorkasse Risiko zu vermeiden, es die Gewohnheit so vorgibt und weil die Gold- und Silbermünzen vor dem Erwerb gerne live begutachtet werden.

Anonymes Kaufen ist auch weiterhin möglich

Um als Käufer auch weiterhin anonym zu bleiben, auch über der Grenze des Einkaufswertes von 2.000 Euro, ist der Filialkauf noch immer die beste Option. Der Käufer muss gegenüber dem Händler zwar seine Identität mitteilen – allerdings ist Papier geduldig und so besteht eine sehr hohe Chance, dass die Anonymität gegenüber den öffentlichen Institutionen trotzdem weiterhin gewahrt bleibt.

Die Regierungen führen die Kontrollen nämlich nur routinemäßig durch. Die Wahrscheinlichkeit, genau in dem Handel zu kaufen, der gerade kontrolliert wird, ist daher sehr gering. Im Jahr findet nur in etwa 100 Betrieben eine solche Kontrolle statt.

Niedrige Wahrscheinlichkeit der Kontrolle

Die Wahrscheinlichkeit, in einer Kontrollüberprüfung aufzutauchen, ist damit geringer als 0,01 Prozent. Betriebe, die in der Vergangenheit schon einmal eine Überprüfung über sich ergehen lassen mussten und keinen Grund für Beanstandungen geliefert haben, werden höchstwahrscheinlich in naher Zukunft nicht erneut kontrolliert.

Außerdem werden innerhalb einer solchen Prüfung nur stichprobenartig Belege unter die Lupe genommen. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit erneut bei 0,01 Prozent, dass der eigene Beleg dabei herausgesucht wird. Die Chance, dass ein Kunde von den Kontrollen betroffen ist, liegt somit zusammengerechnet bei einem sehr kleinen Prozentsatz. Vergleichbar ist die Chance also mit einem Lottogewinn.

Welche Kunden sind verdächtig?

Sollte die Anzahl der Mitarbeiter in den Behörden nicht massiv erhöht oder eine nochmalige Anpassung des Gesetzes vorgenommen werden, dann wird mit den Unterlagen der neuen Dokumentation nichts geschehen. Die Anonymität der Kunden wird also auch zukünftig gewahrt.

Filialbesucher, die besonders kauffreudig sind, haben sogar einen weiteren Vorteil. Vor der Änderung des Gesetzes musste der Betrag der Rechnung nämlich weniger als 10.000 Euro betragen, um anonym zu bleiben. Diese Käufer müssen sich nun nicht mehr an dieser Obergrenze orientieren, sondern können durchaus auch Einkäufe im Wert von 20.000 Euro tätigen.

Eine Verdachtsmeldung wird auch zukünftig nur dann vorgenommen, wenn es sich um ein ungewöhnliches Geschäft handelt, das einen entsprechenden Verdacht hervorruft.

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