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Außentreppen und Lifte auch im Winter sicher machen

Der Winter steht vor der Tür. In verschiedenen Regionen fallen die Temperaturen längst nicht mehr nur nachts unter den Gefrierpunkt. Das bedeutet überfrierende Nässe und akute Rutschgefahr. Für Eigenheimbesitzer, Vermieter und die Eigentümer öffentlicher Gebäude bedeutet dies zusätzliche Arbeit, denn für die Sicherheit von Bewohnern und Passanten auf ihrem Grund und Boden sind sie . Vor allem Außentreppen und Treppenlifte im Freien bergen bei schlechter Witterung, überfrierender Nässe und Schnee ein enormes Unfallrisiko. Eine sorgfältige Absicherung ist deshalb jetzt wieder dringend erforderlich. Wer seine Pflicht versäumt, muss bei einem Unfall unter Umständen mit Strafen rechnen.

Sicherheit auf Treppen und Gehwegen: Wer ist in der Pflicht?

so lautet der Titel einer Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Treppensicherheit e. V. (DIT). Alljährlich werden Hauseigentümer von verschiedenen Stellen darauf hingewiesen, dass sie in den Wintermonaten im Hinblick auf die Verkehrssicherheit rund um ihren Grund und Boden ganz besonders gefragt sind. Das ganze Jahr hindurch sind sie verpflichtet, ihr Grundstück und darauf befindliche Gebäude umfassend gegen potentielle Gefahren für Bewohner und Passanten abzusichern. In der kalten Jahreszeit machen schlechte Witterung und niedrige Temperaturen diese Aufgabe aber besonders anspruchsvoll. Vor allem Treppen können bei überfrierender Nässe und Schneefall zu einem enormen Risiko werden. Dass dieses Risiko deutlich höher ist als auf geraden Ebenen, ist vielen Eigentümern nicht klar. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Treppensicherheit e. V. ereignen sich pro Jahr ungefähr 1100 Unfälle mit Todesfolge durch Ausgleiten auf einer steilen Treppe. Im Vergleich dazu ist das Risiko eines tödlichen Unfalles durch Ausgleiten auf einer geraden Ebene, zum Beispiel auf einem vereisten oder mit Schnee bedeckten Gehweg, mit rund 60 Fällen pro Jahr deutlich geringer. Deshalb wurden in den vergangen Jahren die baulichen Vorschriften für Außentreppen und Treppenlifte im Freien mehrfach angepasst. Hauseigentümer, die auf Nummer sicher gehen möchten, sollten sich deshalb über den aktuellen Stand der gesetzlichen Vorgaben informieren, um ihrer Pflicht in ausreichender Form nachkommen zu können. Die Baubestimmungen gibt jedes Bundesland im Rahmen einer gesetzlichen Bauordnung separat heraus. Eine allgemeine Übersicht über gesetzliche Vorgaben nach der so genannten DIN 18065 und konkrete Hilfestellungen zur Umsetzung hat der zusammengestellt.

Nichtwissen schützt nicht vor Haftung

Hauseigentümer und die Betreiber öffentlicher Gebäude sind in der Pflicht, sich über aktuelle Standards zu informieren und Sicherheitsvorkehrungen nachzurüsten, sofern diese nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind. Das gilt auch für ältere Bestandsbauten. Wer sich darauf verlässt, dass er nach einer Feststellung von Mängeln ohne Probleme die baulichen Änderungen vornehmen kann, handelt fahrlässig und geht damit ein großes Risiko ein. Die Informations- und Nachrüstungspflicht der Eigentümer resultiert nämlich darin, dass sie auch bei mangelnder Kenntnis über fehlende oder nicht mehr aktuelle Sicherheitsvorkehrungen in der Haftung sind, sollte auf einer Treppe, die zu ihrem Grundstück oder dem darauf befindlichen Gebäude gehören, ein Unfall passieren.

Die Haftung erstreckt sich aber nicht nur auf die Eigentümer des Grundstücks oder des Gebäudes, sondern kann je nach Einzelfall auch die Verfügungsberechtigten betreffen, wie zum Beispiel die Nutzer einer Immobilie oder die Betreiber einer öffentlichen Einrichtung.

Außentreppen und Treppenlifte im Winter richtig sichern

Damit das Unfallrisiko auf Außentreppen und Treppenliften auch bei Schnee und Eis so gering wie möglich ist, können Hauseigentümer und Verfügungsberechtigte nützliche Maßnahmen ergreifen. Ein guter Ansprechpartner für die Umsetzung aller erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ist das örtliche Bauamt. Einige wesentliche Punkte in Sachen Sicherheit auf Außentreppen und Treppenliften in der Wintersaison sind aber auch hier im Überblick zusammengestellt:

  1. Beim Treppenlift auf wetterbeständiges Material achten

Treppenlifte für den Außenbereich können eine sinnvolle Alternative zu barrierefreien Gebäudezugängen sein. Damit die Vorrichtungen zu jeder Jahreszeit optimale Sicherheit bieten, sollten Hausbesitzer allerdings bereits beim Einbau darauf achten, dass wetterbeständige Materialien verwendet werden. Treppenlift und Laufschiene müssen sowohl hitze- als auch kältebeständig sein. Das Material darf sich bei starken Temperaturschwankungen nicht verformen, damit eine störungsfreie Bedienung jederzeit möglich ist. Für den Außenbereich wird eine besondere Beschichtung empfohlen, die standhält. Auch ein zuverlässiger Schutz gegen UV-Einflüsse und Korrosion sind für den Einsatz im Außenbereich unerlässlich. Vor allem der elektrische Antrieb und Bedienschalter sollten wasserdicht und gut gegen Temperaturunterschiede und Witterungsverhältnisse jeglicher Art geschützt sein, um das ganze Jahr über sicher und einsatzfähig zu bleiben.

  1. Außentreppen und Treppenlifte gut beleuchten

In der kalten Jahreszeit sind schlechte Sichtverhältnisse an der Tagesordnung. Dunkelheit, Nebel und Schneefall oder Regen machen Laufwege oft unübersichtlich. Potentielle Sicherheitsrisiken können dabei leicht übersehen werden. Eine gute Ausleuchtung von Gehwegen, Treppenaufgängen und Treppenliften hilft, das Unfallrisiko auch bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen zu minimieren. Besonders zuverlässig und gleichzeitig stromsparend sind Bewegungsmelder, die das Licht ganz nach Bedarf ein- und ausschalten. Wird die Beleuchtung über Schalter geregelt, sollten diese immer deutlich zu erkennen und gut erreichbar sein. Vor allem der Anfang und das Ende einer Treppe sowie die Bedienung für den Treppenlift sollten immer zuverlässig ausgeleuchtet sein. Dabei ist darauf zu achten, dass Leuchten und Scheinwerfer für gute Sichtverhältnisse sorgen, ohne zu blenden. Wenn die Tage kürzer werden und die schlechte Witterung zunimmt, ist es ratsam, die Funktionalität der gesamten Außenbeleuchtung gründlich zu überprüfen und gegebenenfalls defekte Leuchtmittel oder elektronische Vorrichtungen auszutauschen. Fachmännische Unterstützung bieten auch viele Elektronikfachmärkte. Gegebenenfalls ist es möglich, über einen Wartungsvertrag für die zuverlässige Instandhaltung von Außenbeleuchtungen zu sorgen.

  1. Ein Handlauf bietet ein Höchstmaß an Sicherheit

Ohne einen optimal installierten Handlauf kommt keine Treppe aus. Auch wenn je nach baulichen Gegebenheiten ein zusätzlicher Handlauf nicht immer Pflicht ist, sollten Hauseigentümer und Verfügungsberechtigte auf diesen Schutz nicht verzichten. Handläufe sollten immer bis über die erste und die letzte Stufe einer Treppe hinaus geführt werden, um während des gesamten Auf- und Abstiegs sicheren Halt zu bieten. Ideal ist ein Handlauf, der in zwei verschiedenen Höhen geführt wird. So können Erwachsene und Kinder gleichermaßen von dieser zusätzlichen Sicherheitsmaßnahme profitieren. Der Handlauf sollte regelmäßig von Schnee, Eis und Nässe befreit werden, um jederzeit festen Halt zu bieten.

  1. Die Treppe mit rutschfestem Belag ausstatten

Trittsicherheit gehört zu den wichtigsten . Deshalb ist es ratsam, vor allem im Winter für einen rutschfesten Belag zu sorgen. Spezielle Matten aus rutschfestem Material sorgen für optimalen Halt und können je nach Witterung flexibel angebracht und wieder entfernt werden. Auch ein angerauter Untergrund oder Streugut können trotz Schnell und Eis für sicheren Tritt sorgen.

  1. Die Treppe regelmäßig von Schnee und Verschmutzungen befreien

Schnee, Verschmutzungen und Hindernisse wie herabgefallene Blätter, Äste oder Steine stellen ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar. Deshalb sollten Treppenaufgänge, ebenso wie Gehwege, regelmäßig freigeräumt werden. Hauseigentümer müssen dafür Sorge tragen, dass die Stufen sowie die Zugänge zu Treppen täglich von Verunreinigungen und Stolperfallen befreit werden. An Werktagen sollte die Räumung bis 7:00 Uhr morgens erfolgt sein, am Wochenende bis 8:00 Uhr. Der Hauseigentümer kann die Reinigung der Treppe und der jeweiligen Zugänge selbst übernehmen oder zum Beispiel die Bewohner der Immobilie oder einen Hausmeisterdienst damit betrauen. Sollten die Räumarbeiten nicht zuverlässig durchgeführt werden, ist der Hauseigentümer oder der Verfügungsberechtigte in der Haftung, sollte es zu einem Unfall kommen.

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