Citroën Berlingo
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Die dritte Generation des Citroën Berlingo verkauft sich gut.

Fahrbericht

Citroën Berlingo: Darum überzeugt das Original unter den Hochdachkombis auch 2020

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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Citroën hat mit den beliebten Familienautos eine lange Erfahrung: Mittlerweile rollt die dritte Generation des Berlingo über unsere Straßen. Wir haben den Klassiker Probe gefahren.

Er kann getrost als das Original unter den Hochdachkombis bezeichnet werden: Der Citroën Berlingo wurde als erster familientauglicher Kastenwagen 1996 ins Rennen geschickt. Wer heute einen geräumigen und vor allem praktischen Pkw für den Alltag sucht, kommt an dem Franzosen kaum vorbei.

Berlingo: Geschichte beginnt viel früher

Im Herbst 1996 ging die erste Generation des Berlingo in den Verkauf. Doch die Geschichte des Hochdachkombis bei Citroën beginnt viel früher: Bereits in den 50er Jahren waren in Frankreich Lieferwagenversionen des beliebten 2CV - besser bekannt als „Ente“ - unterwegs. Das Modell ging als erster in Serie produzierter Lieferwagen mit Frontantrieb in die Automobilgeschichte ein. 1978 wurde der 2CV durch den Acadine ersetzt, 1984 folgte der C15. Der Name Berlingo, der schließlich ab 1996 bekannt wurde, leitet sich vom französischen Wort „Berlingot“ ab - einer verkürzten Version der Kutschenform Berline.

Das passt zur Bezeichnung als Familienkutsche: Die Kombination aus noch einem recht kompakten Pkw und geräumigen Van mag zwar in Sachen Karosserieform nicht alle Geschmäcker zu begeistern, dennoch setzte sich der Hochdachkombi als eigenes Segment durch. Mittlerweile steht die dritte Generation des Berlingo beim Händler. Und das nicht nur bei Citroën, wenn man genau ist: Der baugleiche Peugeot Rifter (vorher Partner) sowie der Opel Combo stammen ebenfalls vom gemeinsamen PSA-Konzern. Und auch der neu erschienene Toyota Proace City basiert auf dem französischen Hochdachkombi.

Dabei hat die heutige Generation nicht mehr viel mit den ursprünglichen Kastenwagen zu tun: Im Innenraum unterscheidet sich der Berlingo in Sachen Komfort nicht von anderen Pkw. Im Gegenteil: Durch das hohe Glasdach ist darunter Platz für eine große Ablagefläche (fast 100 Liter Volumen), die zudem auch noch beleuchtet ist. Die Rücksitze sind einzeln verschiebbar und daher individuell nutzbar. Im Cockpit des Berlingo fühlen sich Fahrer und Beifahrer fast wie in einem Truck: Das liegt einerseits an der hohen Sitzposition, andererseits am tiefen Armaturenbereich und dem dadurch entstehenden Raumgefühl. Die Instrumente sind gut erreichbar angeordnet, einzig das große Touch-Display wirkt etwas „aufgesetzt“, zumal es eine kleine Ablagefläche dahinter verdeckt. Das wurde beispielsweise beim C3 Aircross mit einem integrierten Display schöner gelöst.

In Sachen Stauraum macht dem Berlingo allerdings kein Konkurrent etwas vor: In der Mittelkonsole lassen sich locker zwei Literflaschen Wasser, Handy, Geldbeutel und allerhand weiterer Kleinkram verstauen. Wobei das Smartphone wahrscheinlich eher auf der induktiven Ladefläche schlummern dürfte. Und der Kofferraum mit der großen Klappe - die jedoch optional eine einzeln zu öffnende Scheibe beinhaltet - bietet mit standardmäßig eingestellten Rücksitzen bereits 775 Liter Fassungsvermögen. Wenn man die Rücksitze umklappt, passen auch Fahrräder in den Berlingo. Den Franzosen, der 2019 das meistverkaufte Modell der Marke Citroën war, gibt es übrigens auch als Siebensitzer - und in einer etwas längeren Variante (XL).

Assistenzsysteme sorgen für zusätzliche Sicherheit

Technisch wurde die dritte Generation ebenfalls aufgerüstet: 19 Fahrerassistenzsysteme, darunter ein farbiges Head-up-Display, ein aktiver Geschwindigkeitsregler und -begrenzer mit Bremsfunktion, elektrische Parkbremse, Rückfahrkamera mit 180-Grad-Rundumsicht, Grip Control mit Bergabfahrhilfe und Anhänger-Stabilitätskontrolle sorgen für mehr Sicherheit.

Und auch optisch hat sich der Hochdachkombi über die Jahre entwickelt: Auf den 17-Zöllern, die unser Testmodell Berlingo Shine als Zusatzausstattung hat, macht er eine gute Figur. Das liegt auch an der hohen Frontpartie, die fast schon bullig wirkt. Auf der Straße kann der Berlingo ebenfalls überzeugen. Wir fuhren den 131 PS starken BlueHDI-Diesel mit Acht-Gang-Automatik und Start-Stopp-Automatik. Dieser lässt sich unaufgeregt und doch ausreichend motorisiert durch Stadt und Land manövrieren.

Verbrauch liegt im Testzeitraum bei 6,2 Liter Diesel

Den angegebenen Verbrauch von 4,3 Liter Diesel im Mix haben wir allerdings deutlich überboten: Im zugegeben überwiegend städtischen Betrieb kamen wir auf etwa 6,2 Liter. Bei Fahrten über Landstraßen lag der Berlingo bei rund 5 Liter Diesel. Insgesamt steht der Berlingo in der Tradition der Hochdachkombis: Für alle, die einen praktischen und komfortablen Packesel für den Alltag suchen, dürfte es die richtige Wahl sein. Preislich beginnt der Berlingo bei rund 20.000 Euro, unser Testmodell kostet knapp unter 33.000 Euro.

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