Der Kia Ceed SW als Mildyhbrid.
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Macht eine gute Figur: Der Kia Ceed SW als Mildyhbrid.

Fahrbericht

Der Kia Ceed SW als Mildhybrid: Gelungener Mix aus zwei Welten

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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Die Kombiversion des Kia Ceed ist in der dritten Generation deutlich größer geworden. Seit Neuestem gibt es den koreanischen Golf- und Focus-Konkurrenten mit einem Diesel-Mildhybrid-System.

Der Kia Ceed Sportswagon ist so etwas wie die koreanische Antwort auf Golf Variant oder Focus Turnier. Das Erfolgsmodell rollt bereits seit längerer Zeit in der dritten Generation über Deutschlands Straßen. Wirklich neu ist die Technik unter der Haube: Hier bietet Kia mit einem Diesel-HybridSystem eine Mischung aus Reichweite und Elektrifizierung.

Ceed Sportswagon wurde 2007 eingeführt

Der Ceed Sportswagon wurde 2007 eingeführt und ist mit mehr als 180.000 verkauften Einheiten das absolute Topmodell in Deutschland. Das mag auch daran liegen, dass der Kombi speziell für den europäischen Markt entwickelt wurde – das Design stammt aus Deutschland, die Fertigung findet in der Slowakei statt. Tatsächlich fühlt sich der Ceed SW auch nach dem Einstieg durch die weit öffnende Fahrertür wertig an: Die Innenausstattung, das Cockpit und die geordneten Instrumente müssen keinen Vergleich mit europäischen Modellen scheuen. Die Verarbeitung ist tadellos und was die Außenmaße versprechen, wird vor allem auf den vorderen Sitzen eingehalten: viel Platz und ein guter Überblick.

Der Innenraum des Kia Ceed SW ist aufgeräumt und wertig verarbeitet.

Wer sich für den Ceed Sportswagon entscheidet, hat derzeit die Wahl zwischen verschiedenen Antrieben: Drei Turbobenziner, zwei Diesel mit Mildhybridsystem und ein echter Plug-in-Hybrid stehen zur Verfügung. In unserem Testwagen arbeitet der 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS und dem neuen 48-Volt-Mildhybrid-System – wie mittlerweile in allen Modellen der Ceed-Familie. Das hat einen Grund: durch die Kombination des Dieselmotors mit einem zwölf kW starken Startergenerator und einer Lithium-Ionen-Batterie erreicht Kia deutlich niedrigere Emissionswerte beim Fahren. Mildhybride mobilisieren mit ihrem kleinen Elektromotor etwas Zusatzschub und können damit ohne aktiven Verbrennerantrieb rollen.

Keine Förderprämie für Mildhybrid-Systeme

„Auch beim Anfahren hilft der E-Motor“, heißt es beim Hersteller. Der Akku eines Mildhybrids wird durch Rekuperation geladen, also durch die Kraftübertragung und Rückgewinnung beim Bremsen. Ein Vorteil dieser Bauart ist, dass sie wenig Platz benötigt und so das Ladevolumen des Ceed SW kaum beeinflusst. Der größte Unterschied zu einem vollwertigen Hybridfahrzeug: Das Auto kann nicht allein mit elektrischer Energie gefahren werden. Der Elektromotor leistet hier tatsächlich nur Unterstützung für den „normalen“ Antrieb. Ein weiterer wichtiger Unterschied: Seit Anfang des Jahres werden solche Mildhybrid-Systeme ohne externe Lademöglichkeit nicht mehr staatlich gefördert – das heißt, die Kaufprämie des Bundes fällt weg.

Der Kia Ceed SW wird mit auffälligen Felgen geliefert.

Laut der Kfz-Hersteller kommen Mildhybride mit rund zehn Prozent weniger Sprit aus. Ob das auch beim Ceed zutrifft? 2019 hatten wir an dieser Stelle den nicht-unterstützten Diesel im Test. Dabei kamen wir auf rund 5,5 Liter Diesel im städtischen Mix und bei ruhiger Fahrweise. Mit dem Mildhybrid-Diesel erreichten wir einen Schnitt von knapp 5,1 Liter Diesel im überwiegenden Stadtverkehr. Einsparpotenzial ist also durchaus vorhanden. Allerdings verpufft dieses, wenn auf der Autobahn der Gasfuß etwas kräftiger durchgetreten wird: Dann schnellt der Verbrauch auch mal auf 6 bis 7 Liter Diesel auf 100 km hoch. Kia gibt den Verbrauch mit 3,8 bis 4 Liter Diesel an.

Beim Fahren völlig unauffällig

Der vielleicht schönste Effekt am koreanischen Mildhybrid-System: Es bleibt beim Fahren unbemerkt. Das liegt zum einen am gut abgestimmten Automatikgetriebe, zum anderen am nahtlosen Übergang zwischen Dieselsound und elektrischer Unterstützung. Damit wird der Kia Ceed Sportswagon seinem Anspruch eines echten Kombi-Konkurrenten durchaus gerecht.

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