Der Nissan Micra ist erwachsen geworden.
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Der Nissan Micra ist erwachsen geworden.

Fahrbericht

Der Nissan Micra ist erwachsen geworden

  • Randolf Leyk
    vonRandolf Leyk
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Aus der flotten „Knutschkugel“ ist ein moderner Kleinwagen geworden. Auf den hinteren Sitzen wird es auf langen Strecken zwar etwas eng – aber in der Stadt spielt der Nissan seine Stärken aus.

em Image der kleinen Knutschkugel ist der Micra längst entwachsen. Smartphone-Anbindung via Apple CarPlay und Android Auto gehören heute ebenso zum Standard wie Start­/Stopp­Automatik und ein ausreichendes Audiosystem mit Bluetooth-Schnittstelle.

Wir haben den kleinen Flitzer einmal unter die Lupe genommen und sind ihn Probe gefahren. In puncto Leistung merkt man dem Micra das Automatikgetriebe an. Die Gänge nimmt er zwar zügig an, als Schaltwagen dürfte er aber deutlich spritziger sein – bei gleicher Motorisierung. Dennoch geht es unaufgeregt über die Straßen, und das für einen Kleinwagen ungewöhnlich laufruhig. Dank der Wandlerautomatik sind wir meist im niedrigen Drehzahlbereich unterwegs. Lauter und zügiger wird es bei sportlicher Fahrweise. Auf der Autobahn überrascht der Motor mit Durchzugsstärke – und das bei „nur“ 100 PS.

Eindrucksvolle Scheinwerfer beim Nissan Micra.

Nissan Micra. Vorsicht beim Einstieg im Fond

Der Verbrauch ist kleinwagentypisch eher im unteren Drittel anzusiedeln. Denn bei sparsamer Fahrweise reichen selbst in der Stadt gut sechs Liter Benzin, während auf der Landstraße ohne Verkehr gut vier Liter laut Verbrauchscomputer angezeigt werden. Die Ausstattung N-Way bietet Parksensoren hinten, eine Rückfahrkamera in Farbe, Sitzheizung vorne und schicke Leichtmetallfelgen als Serie – für ein vollwertiges Navigationsgerät werden aber 500 Euro extra fällig. Immerhin – und das ist in der Regel auch ausreichend – bietet Nissan mit Apple CarPlay und Android Auto einen ähnlichen Komfort.

Micra bietet komfotables Fahrwerk

Positiv überrascht waren wir vom recht komfortablen Fahrwerk. Das ist in der Klasse nicht unbedingt zu erwarten. Die Vordersitze bieten genügend Platz. Hinten wird es dagegen deutlich enger und ist eher für kürzere Fahrten oder Kinder geeignet. Probleme macht vor allem beim Einstieg der niedrige Holm – da heißt es „Kopf einziehen“.

Kofferraum bietet im Micra mindestens 300 Liter Volumen

In ausreichender Größe präsentiert sich der Kofferraum mit seinen 300 Litern Fassungsvermögen – für zwei Personen ist das genug. Bei Bedarf ließen sich die Sitze noch umklappen.

Mindestens 300 Liter Volumen bietet der Gepäckraum.

Aus dem Knutschkugel-Pkw wird ein echter Kleinwagen

Bei der N-Way-Ausstattung ist im Innenraum keine Spur vom ganz billigen Hartplastik. Da geht es in einigen Fahrzeugen der Mitbewerber doch bescheidener zu. Allerdings gibt es genauso in dem Segment hochwertigere Konkurrenz. Ein bisschen wehmütig ist mein – wenn auch äußerst subjektiver – Blick aufs Design. Wie anfangs erwähnt, ist von der einst runden Knutschkugel leider nichts mehr zu sehen. Der Micra ist ein echter Kleinwagen mit ganz modernen Formen geworden. Er ist erwachsen. Das scheint dem aktuellen Zeitgeist geschuldet zu sein: Also nicht in die Vergangenheit blicken, sondern nach vorne. Schließlich ist man bei Nissan auf die Zukunft fokussiert. Das wurde seinerzeit auch früh beim Micra deutlich. Das Modell der zweiten Generation erhielt 1993 die Auszeichnung „Auto des Jahres“ – und das als erstes japanische Fahrzeug überhaupt.

  • Nissan Micra IG­T 100 N-Way, X-Tronic
  • Motor/Getriebe: Verbaut sind ein Ein-Liter-Vier­Takt­Ottomotor mit drei Zylindern, der 100 PS leistet, und ein stufenloses Xtronic Automatikgetriebe. Maximales Drehmoment: 144 Nm bei 5000 Umdrehungen. CO2: 108 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp.
  • Leistung: Höchstgeschwindigkeit 177 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 13,0 Sek. Angegebener Verbrauch: ab cirka. 4,7 Liter Benzin (kombiniert). Im Test zeigte der Bordcomputer am Ende 5,6 Liter im Mix an.
  • Karosserie: Länge 3,99 Meter, Breite 1,74 Meter (mit Spiegeln 1,94 Meter), Höhe 1,46 Meter. Leergewicht: (EU) 1155 kg. Laderaumvolumen 300 Liter bis 1004 Liter. Zulässige Anhängelast: 1200 kg (gebremst).
  • Preise: In der Grundausstattung Visia gibt es den Micra ab 12.662,52 Euro, als Variante N-Way ab 16.659,16 Euro. Unser Testfahrzeug schlägt mit der Automatik und der Metallic-Lackierung am Ende mit 18.404,04 Euro zu Buche. Neben der 100-PS-Variante gibt es den Micra auch als Modell mit 117 PS.

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